Archiv für den Tag: Juni 5, 2001


Ein Gespräch mit Andrea Camilleri über Kochen und Essen Herr Camilleri, warum spielt die Küche und das Essen eine so wichtige Rolle in ihren Büchern? Andrea Camilleri: Ich weiß nicht, ob sie wichtig ist. Aber Essen, der Genuss ist in einem katholischen Land immer als Sünde angesehen worden. Sünden sind dazu da, dass man sie begeht. Das Vergnügen am Essen ist also ein kulturelles Phänomen. Ich meine nicht ein Vergnügen wie etwa in dem Ferreri-Film „Das große Fressen“, sondern wie in dem dänischen Film „Babettes Fest“ nach der Erzählung von Karen Blixen. Das Essen ist nicht nur ein Ritus, nicht nur höchste Tafelfreunde, sondern das Sein des Menschen. „Babettes Fest“ ist ein Lehrstück über die Kultur der Küche. Auch ihr Kommissar Montalbano schätzt einen Teller Meeresfrüchte… Camilleri: Montalbano isst einfache Dinge, nichts Raffiniertes. Die einfachen Speisen setzten aber natürliche Zutaten voraus. Sonst mag er sie nicht. Die Frische muss man schmecken. Camilleri: Selbstverständlich. Stellen sie doch eine eben an den Klippen gefischte Rotbarbe vor. Schon wenn man sie einfriert, verändert sich ihr Geschmack. Montalbano gehört auch zu denen die Arbeitsessen verabscheuen. Camilleri: Schon das Reden bei Tisch stört ihn, er isst am liebsten allein. So wird er nicht von den […]

DIE TRATTORIA ALS PUFF