Architektur


Die 21. Internationale Triennale Mailand unter dem (etwas schwammigen) Motto „Design after Design“ Mailand (bis 12. September). Mailand hat wieder eine richtige Triennale. Als Gegenstück zur internationalen Kunstbiennale von Venedig wurde 1923 zunächst in Monza und zehn Jahre später in der lombardischen Metropole die Triennale eingerichtet. Sie sollte alle drei Jahre unter internationaler Beteiligung Einblicke in die innovative Gestaltung von Gebrauchsgegenständen aus Industrie und Handwerk ermöglichen. „Vom Löffel bis zur Stadt“ hatte einst der Architekt und Vordenker Gio Ponti das Programm umschrieben. Bis 1996 wurden 20 Ausgaben veranstaltet. Nach einer langen Pause hat jetzt am 2. April die 21. Internationale Triennale Mailand eröffnet. Bis zum 12. September sind an verwirrend vielen Orten der Stadt 11 Haupt- und 16 Nebenausstellungen zu sehen – einige davon sogar in Monza. Erwartet werden 300 000 Besucher.

FRAGEN AN UNSERE GE-WOHNHEITEN


Die XXI. Triennale „Design After Design“ in Mailand von April bis September Mailand – Nach 20 Jahren wird es wieder eine „richtige“ Triennale geben. Die letzte internationale Gesamtausstellung, die XIX. Triennale, hatte 1996 stattgefunden. Im Jahr 2000 wurde der Modus gewechselt. Die Gesamtausstellung im Drei-Jahres-Rhythmus ersetzte man mit übers Jahr verteilten Einzelausstellungen und Initiativen zu unterschiedlichen Themen aus den Bereichen Architektur, Design, Handwerk, Kommunikation und auch bildender Kunst. Nun kommt die Triennale als Gesamtveranstaltung zurück. Die XXI. Esposizione Internazionale Milano wird in diesem Jahr vom 2. April bis zum 12. September unter dem Titel „21st Century. Design After Design“ veranstaltet. Erwartet werden 300.000 Besucher.

Zurück zur Zukunft



Die Bankenstadt Lugano gönnt sich mit dem LAC ein anspruchsvolles Kulturzentrum Lugano. In herrlicher Lage zieht sich die Stadt Lugano, das wirtschaftliche und kulturelle Zentrum des Tessins, um eine Buchtung des gleichnamigen Lago hin und klettert mit ihren Ausläufern die umgebenen Hügel hinauf. Weniger herrlich zeigen sich die vielen Gebäude, die den Blick zum See suchen. In den vergangenen Jahrzehnten sind vornehmlich banale Betonarchitekturen gewachsen ohne Beziehung zur langen Geschichte des Ortes am kulturellen Schnittpunkt zwischen der Schweiz und Norditalien, wie man sie etwa in der Kirche S. Maria degli Angioli mit den prächtigen Renaissancefresken eines Bernardino Luini entdecken kann. Und genau neben dieser Kirche und dem ehemaligen Kloster, das bereits in der Gründerzeit einem Hotelbau weichen musste, stößt man jetzt auf das neue Kulturzentrum LAC (Lugano Arte Cultura) der Stadt. Am Samstag wurde es nach einer zehnjährigen Planungs- und Bauzeit (Kosten umgerechnet 190 Millionen Euro) mit mehreren Ausstellungen sowie einem Musik- und Theaterprogramm eröffnet.

GRÜNER MARMOR AUS GUATEMALA


Die Weltausstellung zu Ernährungsfragen vor der Stadt und ein tolles Kulturprogramm im Zentrum Mailand: Das war ein Wettlauf mit der Zeit. Kurz vor der Eröffnung der Expo 2015 war auf dem 110 Hektar großen Ausstellungsgelände bei der Ortschaft Rho am nordwestlichen Stadtrand  noch der Teufel los. Doch Italiener sind Endspurtweltmeister. Und selbst wenn jetzt zur Eröffnung der Weltausstellung am 1. Mai hier und da noch Nachholbedarf besteht, dann wird sich das in den kommenden Wochen erledigen lassen. Wer will denn da schon pingelig sein angesichts der großen Fragen, die im Mittelpunkt stehen. „Den Planeten ernähren – Energie fürs Leben“ lautet das Thema der Superschau mit über 140 Nationen und Organisationen als Teilnehmer (55 davon mit einem eigenen Pavillon). Angesichts der dramatischen Ernährungslage einer immer schneller wachsenden Weltbevölkerung gibt es hier ein brennend aktuelles Problem. Und, wie man gleich am Eingang in dem von Michele De Lucchi als aufgeschnittene Hügellandschaft entworfenen „Padiglione Zero“ (Pavillon Null) in einer eindrucksvollen Mammutausstellung sehen kann, ist das eine der ganz großen kulturgeschichtlichen Fragen überhaupt.

EXPO IN MAILAND ERÖFFNET



Dicke Luft in Mailand. Am 27. März wurde der Neubau eines „Museums der Kulturen“, den David Chipperfield projektiert hat, mit einer Ausstellung über Kunst und Kultur Afrikas vom Mittelalter bis heute eröffnet. Doch fand die Feier ohne den Architekten statt, der im Streit mit der Stadt als Auftraggeber sogar die Autorenschaft zurück gezogen hatte. Anlass war die schlampige Verlegung des Steinfußbodens auf einer Fläche von 5000 Quadratmetern. Die Mailänder Stadtverwaltung wollte den Bau (Kosten 60 Millionen Euro), dessen Fertigstellung sich bereits 15 quälend lange Jahre hingezogen hatte, unbedingt noch im Vorfeld der Weltausstellung (1.Mai – 31.Oktober) eröffnen, nachdem frühere Termine nicht eingehalten werden konnten.

Chipperfield zieht Autorschaft am neuen Museum zurück