Architektur


Die von Isozaki entworfene Loggia für die Uffizien lässt Florenz nicht zur Ruhe kommen Florenz – Kinder, wie die Zeit vergeht – und doch alles beim Alten bleibt! Im schönen, stolzen Florenz denkt man nun schon seit 18 Jahren darüber nach, ob ein zweiter Zu- beziehungsweise Ausgang auf der Rückseite der Uffizien gebaut werden soll oder nicht. Arata Isozaki hatte sich 1998 zusammen mit seinem Kollegen Andrea Maffei bei einer internationalen Ausschreibung gegen illustre Kollegen wie Mario Botta, Norman Foster oder Hans Hollein mit dem Entwurf einer hohen Loggia durchgesetzt. Mit toskanischem Sandstein verkleidete Stahlträger würden dabei ein transparentes Oberlicht aus Polycarbonat tragen. Mit der „pietra serena“, dem toskanischen Sandstein, soll auch die leicht ansteigende Fläche gepflastert werden, die das Gefälle zwischen dem Niveau der Piazza und dem des Erdgeschosses der Uffizien ausgleicht. Gegenwart (im Entwurf) und Tradition (im Material) geben sich bei Isozaki die Hand. Im Jahr 2001 kam es zu einem ersten Vertrag zwischen dem japanischen Architekten und der Stadt bzw. dem italienischen Kulturministerium.

WENIG MUT ZUR GEGENWART


Neue Erdstöße in Mittelitalien haben noch mehr Menschen vertrieben und weitere historische Bauwerke zerstört. Getroffen wurde eine für die europäische Kultur zentrale Region. Wobei Bürokratie einen rechtzeitigen Schutz verhinderte Nursia/ Amatrice/ Rom – Von der Basilika des Heiligen Benedikt in Nursia steht nur noch die spätgotische Fassade. Der Rest der Kirche des Schutzpatrons von Europa liegt in Trümmern. 3000 betroffene Kulturmonumente hatte eine Untersuchungskommission des römischen Kulturministeriums bereits nach den vergangenen Erdbeben Ende August registriert. Kirchen, Glockentürme, historische Palazzi, Museen, Stadttore, Mauern und Befestigungen alter Ortskerne, die schwer beschädigt oder fast ganz zerstört worden waren. Nach dem Beben vom Sonntag (30. Oktober) mit dem Epizentrum in Umbrien (aber mit Auswirkungen auch in den zuvor betroffenen Gebieten der Marken und des Latiums) rechnen die Beamten nun mit weiteren rund 2000 beschädigten Bauwerken und Kultureinrichtungen.

NICHTS WIRD SO SEIN WIE ZUVOR



Die 21. Internationale Triennale Mailand unter dem (etwas schwammigen) Motto „Design after Design“ Mailand (bis 12. September). Mailand hat wieder eine richtige Triennale. Als Gegenstück zur internationalen Kunstbiennale von Venedig wurde 1923 zunächst in Monza und zehn Jahre später in der lombardischen Metropole die Triennale eingerichtet. Sie sollte alle drei Jahre unter internationaler Beteiligung Einblicke in die innovative Gestaltung von Gebrauchsgegenständen aus Industrie und Handwerk ermöglichen. „Vom Löffel bis zur Stadt“ hatte einst der Architekt und Vordenker Gio Ponti das Programm umschrieben. Bis 1996 wurden 20 Ausgaben veranstaltet. Nach einer langen Pause hat jetzt am 2. April die 21. Internationale Triennale Mailand eröffnet. Bis zum 12. September sind an verwirrend vielen Orten der Stadt 11 Haupt- und 16 Nebenausstellungen zu sehen – einige davon sogar in Monza. Erwartet werden 300 000 Besucher.

FRAGEN AN UNSERE GE-WOHNHEITEN


Die XXI. Triennale „Design After Design“ in Mailand von April bis September Mailand – Nach 20 Jahren wird es wieder eine „richtige“ Triennale geben. Die letzte internationale Gesamtausstellung, die XIX. Triennale, hatte 1996 stattgefunden. Im Jahr 2000 wurde der Modus gewechselt. Die Gesamtausstellung im Drei-Jahres-Rhythmus ersetzte man mit übers Jahr verteilten Einzelausstellungen und Initiativen zu unterschiedlichen Themen aus den Bereichen Architektur, Design, Handwerk, Kommunikation und auch bildender Kunst. Nun kommt die Triennale als Gesamtveranstaltung zurück. Die XXI. Esposizione Internazionale Milano wird in diesem Jahr vom 2. April bis zum 12. September unter dem Titel „21st Century. Design After Design“ veranstaltet. Erwartet werden 300.000 Besucher.

Zurück zur Zukunft



Die Bankenstadt Lugano gönnt sich mit dem LAC ein anspruchsvolles Kulturzentrum Lugano. In herrlicher Lage zieht sich die Stadt Lugano, das wirtschaftliche und kulturelle Zentrum des Tessins, um eine Buchtung des gleichnamigen Lago hin und klettert mit ihren Ausläufern die umgebenen Hügel hinauf. Weniger herrlich zeigen sich die vielen Gebäude, die den Blick zum See suchen. In den vergangenen Jahrzehnten sind vornehmlich banale Betonarchitekturen gewachsen ohne Beziehung zur langen Geschichte des Ortes am kulturellen Schnittpunkt zwischen der Schweiz und Norditalien, wie man sie etwa in der Kirche S. Maria degli Angioli mit den prächtigen Renaissancefresken eines Bernardino Luini entdecken kann. Und genau neben dieser Kirche und dem ehemaligen Kloster, das bereits in der Gründerzeit einem Hotelbau weichen musste, stößt man jetzt auf das neue Kulturzentrum LAC (Lugano Arte Cultura) der Stadt. Am Samstag wurde es nach einer zehnjährigen Planungs- und Bauzeit (Kosten umgerechnet 190 Millionen Euro) mit mehreren Ausstellungen sowie einem Musik- und Theaterprogramm eröffnet.

GRÜNER MARMOR AUS GUATEMALA