Feltrinelli


Der Autor Erri De Luca, sein Protest gegen Hochgeschwindigkeitsstrecken und die Einschränkung des Wortschatzes Turin. Darf ein Schriftsteller öffentlich zur Sabotage des Baus einer Hochgeschwindigkeitsstrecke aufrufen? Der neapolitanische Autor Erri De Luca hat das in einem Interview mit der italienischen Ausgabe der Huffington Post und der Nachrichtenagentur ANSA getan: „La TAV va sabotata – Die TAV gehört sabotiert.“ TAV ist die Abkürzung der italienischen Bezeichnung für Hochgeschwindigkeitszüge („Treni ad Alta Velocità“). Gegen den Bau einer Trasse im Val di Susa (Piemont) protestieren seit Jahren Anwohner, Umweltschützer, Intellektuelle wie De Luca und unterschiedliche Aktionsgruppen unter dem Schlagwort „No TAV“ („Keine TAV“). Dabei ist es auch in Einzelfällen zu Gewaltanwendung von Demonstranten gekommen, wofür die Justiz den 64jährigen Schriftsteller verantwortlich machen will. Noch bevor der Prozess gegen ihn Ende des Monats in Turin wegen Anstiftung zur Begehung einer strafbaren Handlung beginnt, hat er bei Feltrinelli einen schmalen Band mit dem Titel „La parola contraria“ („Mein Wort dagegen“) herausgegeben, der jetzt in der Übersetzung von Annette Kopetzki auch auf Deutsch im Graf Verlag München erscheint (48 S., 3.99 Euro). Wobei es sich nicht um eine Verteidigungsschrift handelt: „In den Gerichtssaal gehe ich nicht, um mich zu rechtfertigen“, klärt De Luca seine Leser auf, „sondern, […]

„DIE TAV GEHÖRT SABOTIERT“