Fotografie


Die Fotografin Marianne Sin-Pfältzer – eine Erinnerung Nuoro. Marianne bastelte gerne Schmuckstücke, Modeschmuck aus Holz oder Hämatit, Jade oder Onyx, und manchmal verkaufte sie auch das eine oder andere Stück auf kleinen Märkten. Das hätte mal ihr Beruf werden können, erzählte sie bei meiner letzten Begegnung mit ihr. In ihrer kleinen Wohnung in Nuoro hatte sie in vielen Schachteln „ihre Schätze“, wie sie die Schmuckarbeiten nannte, aufbewahrt. Marianne Sin-Pfältzer wurde 1926 in Hanau geboren. Nach dem Abitur kam sie zum Kunstgewerbe, weil sie nicht wie ihre Mutter, die ein Studio in Hanau betrieb, Fotografin werden wollte. Ihr Vater, ein Arzt, hatte während der Nazi-Diktatur mit Widerstandskämpfern vom Kreisauer Kreis sympathisiert, konnte aber der Verfolgung durch die Gestapo entgehen. Er starb bei einem Verkehrsunfall kurz nach Kriegsende.

LETZTE HEIMAT SARDINIEN


Eine Reise mit Fotos von Marianne Sin-Pfältzer Nuoro. Kinder, ein kleiner Hafen, das nachdenkliche Gesicht eines Fischers, Reisende der ersten Klasse, die ein Fährschiff verlassen, und junge Esel, die aus einer Luke der Fähre an Land geführt werden – mit dieser Bilderfolge aus den fünfziger Jahren führt Marianne Sin-Pfältzer in ihr Fotobuch über Sardinien ein. Es ist der Beginn einer Zeitreise, die bis in die Mitte der siebziger Jahre reicht – also bevor der Tourismus die Insel für sich entdeckte.

NACH SARDINIEN, BEVOR DIE TOURISTEN KAMEN



Die Fotografie in der Kunstgeschichte und eine Online-Ausstellung zum Kreuzgang von Monreale Florenz/Mailand (2009) – Es ist eine Frage der Methode: „Wer die meisten Photos hat, gewinnt.“ Mit diesem Satz brachte Erwin Panofsky die tragende Rolle der Fotografie in der kunsthistorischen Beurteilung auf den Punkt. Fotos von Kunstwerken gelten nicht nur als Gedächtnisstütze für den Wissenschaftler oder als Lehrmittel im Unterricht, sondern als Dokument und als Beweis im wissenschaftlichen Streit. Und sogar als Ersatz für das, was man selbst nie gesehen hat, obwohl man ausführlich darüber redet – wie etwa Richard Krautheimer einmal selbstkritisch anmerkte.

DIGITALER SCHATTEN