Landschaft


Ein stiller Film von Marco Segato über eine Vater-Sohn-Beziehung Mailand (Cinema Mexiko) – Ein Tal in den Dolomiten in den 1950er Jahren bevor Italien vom Wirtschaftsboom erfasst wird. Piero, der in einem Steinbruch arbeitet, lebt allein mit seinem 14jährigen Sohn Domenico. Der Vater, vom Alkohol gezeichnet, und der ganz in sich gekehrte Sohn haben sich nichts zu sagen. Um seine Würde vor der Dorfgemeinschaft aber vor allem vor sich selbst zurückzugewinnen, geht Piero eine Wette mit dem skrupellosen Aufseher des Steinbruchs ein. Es geht um das Fell eines Bären, der die Tiere der Bergbauern angreift und eines nachts sogar im Stall eine Kuh reißt. Angst und Aberglauben machen sich breit. Das sei kein Bär, sondern „el diàol“, der Teufel in Person.

im Kino: La pelle dell’orso


Neue Erdstöße in Mittelitalien haben noch mehr Menschen vertrieben und weitere historische Bauwerke zerstört. Getroffen wurde eine für die europäische Kultur zentrale Region. Wobei Bürokratie einen rechtzeitigen Schutz verhinderte Nursia/ Amatrice/ Rom – Von der Basilika des Heiligen Benedikt in Nursia steht nur noch die spätgotische Fassade. Der Rest der Kirche des Schutzpatrons von Europa liegt in Trümmern. 3000 betroffene Kulturmonumente hatte eine Untersuchungskommission des römischen Kulturministeriums bereits nach den vergangenen Erdbeben Ende August registriert. Kirchen, Glockentürme, historische Palazzi, Museen, Stadttore, Mauern und Befestigungen alter Ortskerne, die schwer beschädigt oder fast ganz zerstört worden waren. Nach dem Beben vom Sonntag (30. Oktober) mit dem Epizentrum in Umbrien (aber mit Auswirkungen auch in den zuvor betroffenen Gebieten der Marken und des Latiums) rechnen die Beamten nun mit weiteren rund 2000 beschädigten Bauwerken und Kultureinrichtungen.

NICHTS WIRD SO SEIN WIE ZUVOR



Die Reise von Johann Sebastian Bach nach Rom und sein Tod daselbst Im Jahre 1778 „Die Seele musiziert, indem sie zeichnet.“ Goethe im Gespräch mit Johann Daniel Falk am 14.6.1809 An dem Tag, an dem Bach Hamburg verließ, lag der Himmel flach und grauflockig über der Heide. Der Wind zerrte am Verschlag der Postkutsche, Regen war zu erwarten. So könnte man sich das vorstellen. Es war Herbst, man schrieb das Jahr 1776, warum sollte ausgerechnet an jenem Tag in Hamburg die Sonne scheinen? Sicher wird Bach der Abschied von seinen Eltern und Geschwistern nicht leicht gefallen sein. Alle wussten um seine gesundheitliche Schwäche. Die geplante Reise über Dresden, Wien nach Rom war zudem nicht ungefährlich. Ob man sich wiedersehen würde?

EIN NEUER PHÖNIX IN DER KUNST


Bosa, Anfang September 2016 – Auf dem Weg nach Bosa an der Westküste Sardiniens geht es über Nebenstraßen kreuz und quer durch die Hochebene der Planargia. Manchmal fällt die Straße in engen Kurven ab, um einen Wasserlauf zu überqueren. Doch sind die schmalen Flüsse um diese Jahreszeit fast ausgetrocknet. Wie der Rio Badu Crabolu, der nach starken Winterregen zu einem reißenden Gewässer werden kann. Gleich hinter der Brücke steigt die Straße wieder steil an und gibt den Blick frei auf eine Nekropolis aus der Jungsteinzeit mit ihren in den Basalt geschlagenen Gräbergängen.

In der Planargia



Vor 40 Jahren – das Dioxin-Unglück von Seveso Seveso – Bei einem Unglück in einer Chemiefabrik in Norditalien wurde vor vierzig Jahren das hochgiftige Dioxin frei gesetzt. Betroffen waren Bewohner vor allem der Ortschaft Seveso und Nachbargemeinden unweit von Mailand. Ein chaotisches Krisenmanagement während der ersten Tage nach dem Unglück, als Unternehmen und Behörden die Folgen herunter spielten, verzögerte Hilfe. Schließlich mussten Hunderte von Menschen evakuiert werden. Chlorakne entstellte die Gesichter von Kindern und bis heute bleibt die Angst vor gesundheitlichen Spätfolgen. Der Vorfall, der weltweites Aufsehen erregte, führte zu einer EU-Bestimmung, die unter dem Namen „Seveso-Richtlinie“ zur Beherrschung von Gefahren bei schweren Unfällen mit gefährlichen Stoffen dienen soll.

EINE GIFTIGE WEISSLICHE WOLKE