Oper


Mit der patriotischen Oper des jungen Verdi eröffnet die Mailänder Scala unter großem Applaus ihre neue Spielzeit Mailand (Teatro alla Scala bis 8.1.2019) – Kein Opernhaus der Welt feiert so festlich und so selbstbewusst seine Saisoneröffnung, wie es das Teatro alla Scala regelmäßig am 7. Dezember unternimmt. In diesem Jahr war das „Attila“ von Giuseppe Verdi. Riccardo Chailly dirigierte, Davide Livermore führte Regie und es sangen und spielten u.a. Saioa Hernández, Ildar Abdrazakov, Fabio Sartori und George Petean. 15 Minuten Applaus am Ende belohnten ihren Einsatz. Millionen  verfolgten die „Inaugurazione“ im Fernsehen, in Kinosälen, am Radio oder bei Übertragungen in Sozialeinrichtungen und öffentlichen Anlagen.

in der Oper: Attila


240 Jahre Teatro alla Scala in einer kleinen Ausstellung des Scala-Museums Mailand (Museo Teatrale alla Scala bis 30.4.2019) – Nachdem das Teatro Regio Ducale innerhalb des Mailänder Herzogspalast 1776 zum dritten Mal ein Opfer von Flammen geworden war, finanzierten Adelige und Bürger der Stadt den Neubau eines Opernhauses – diesmal aus Stein und als Einzelgebäude. Die Landesherrin – damals die Habsburgerin Maria Theresia – genehmigte dafür den Abriss der Kirche Santa Maria alla Scala. Nach Plänen des Architekten Giuseppe Piermarini wurde das neue Opernhaus in nur 23 Monaten in klassizistischen Formen errichtet und im August 1778 mit Europa riconosciuta von Antonio Salieri eröffnet. In ihrer wechselhaften Geschichte war die Bühne ein Spiegel der kulturellen und politischen Zeitläufe. Zugleich war sie kontinuierlich baulichen und strukturellen Veränderungen unterworfen. Bis hin zu den Erweiterungen des Tessiner Architekten Mario Botta, der gerade mit einem Turmbau die Umbauten von 2002/2004 ergänzt. Eine kleine Ausstellung im Scala-Museum verfolgt jetzt 240 Jahre Geschichte von Piermarini bis Botta.

VON PIERMARINI BIS BOTTA



Die Welturaufführung der Oper von György Kurtág nach dem Bühnenstück von Samuel Beckett in der Scala wurde zu einem von der Kritik gefeierten Erfolg Mailand (Teatro alla Scala bis 25. 11.) – Fast zehn Jahre lang hat der Österreicher Alexander Pereira den Ungarn György Kurtág umworden, den Plan einer Oper zu Becketts Theaterstück Fine de Partie („Endspiel“) umzusetzen. Jetzt hat der 92jährige Kurtág Wort gehalten. Pereira – Intendant der Scala seit Oktober 2014 – kann so seinen bislang größten Erfolg am Mailänder Opernhaus auskosten. Die Welturaufführung am 15. November in französischer Sprache wurde von der nationalen wie internationalen Presse gefeiert. Ein Verdienst der Künstler, die Kurtágs Vorgabe auf hohem Niveau umzusetzen wussten: Markus Stenz, der das Scala-Orchester leitete, die Sänger, allen voran Frode Olsen als Hamm, Pierre Audi als Regisseur sowie seine Mitarbeiter für Bühne und Licht.

in der Oper: Fin de Partie


Eröffnungskonzert des 27. Festivals Milano Musica und eine Kurtág-Ausstellung. Am 15. November kommt es zur Welturaufführung von György Kurtágs Oper „Fin de partie“ (nach Beckett) Mailand (20.10. bis 26.11.) – „What is the Word“ (Wie soll man sagen) ist der Titel eines Gedichtes von Samuel Beckett aus dem Jahr 1989 – seine letzte Arbeit. Das Gedicht kann als Leitmotiv für das diesjährige Festival Milano Musica gelten, das den Untertitel „György Kurtág. Beckett hören“ trägt. Zur Eröffnung gab es einen Konzertabend in der Mailänder Scala. Auf dem Programm standen „Zwiegespräch“ (Dialog für Synthesizer und Orchester) von György Kurtág und György Kurtág Jr., „Watt“ (für Posaune und Orchester) von Pascal Dusapin und nach der Pause Igor Strawinskys „Petruschka“. Die Filarmonica della Scala dirigierte der Ungar Gergely Madaras. Parallel dazu wurde eine Ausstellung zu Leben und Werk Kurtágs im Foyer der Scala eröffnet.

im Konzert: Kurtág, Dusapin, Strawinsky



Zum 150. Todestag spiegelt das Scala-Museum die Aufführungsgeschichte der Opern des Komponisten aus Pesaro an der Mailänder Bühne wider. Milano (Museo Teatro alla Scala bis 30.9.18) – Vor 150 Jahren starb Gioachino Rossini. Bei den vielen Feierlichkeiten in diesem Jahr darf die Scala natürlich nicht fehlen. Mit rund 100 Exponaten (Gemälde, Kostüme, Schmuckgegenstände, Videos, Fotos, Plakate, Drucke und unterschiedliche Dokumente) erinnert das Museum der Scala an die Aufführungsgeschichte(n) von Rossini-Opern an dem Mailänder Theater. Und an Gesangsstars von Isabella Colbran über Maria Calles bis Juan Diego Flórez. Der Bühnenbildner Pier Luigi Pizzi hat die Ausstellung mit Betonung der Kostüme und der Szenographien eingerichtet. Dabei hat er die Räume der festen Sammlung, die bereits Abbildungen und Erinnerungsstücke zum Leben des großen Komponisten (Pesaro 1792 – Paris 1868) enthalten, mit einbezogen.

ROSSINIS WIEDERGEBURT