Oper


Die Inszenierung an der Mailänder Scala überzeugt musikalisch unter Dirigent Michele Mariotti. Der Regisseur David McVicar kämpft dagegen mit dem Libretto – und scheitert. Mailand (Teatro alla Scala bis 7.Juli) – Unter den Verdi-Opern gehören „I masnadieri“, die der „Schwan von Busseto“ mit nur 34 Jahren komponierte, zu den weniger bekannten. Nach der Premiere 1847 in London, die Verdi selbst dirigierte, wurden das Werk nur drei Mal auf der Scala aufgerührt, zuletzt 1978 unter der musikalischen Leitung eines damals 25jährigen Riccardo Chailly, heute musikalischer Leiter der Mailänder Oper. Das hat auch mit dem missglückten Libretto von Andrea Maffei zu tun, der Friedrich Schillers Drama „Die Räuber“ verhunzte. In Mailand kamen „I Masnadieri“ jetzt unter der musikalischen Leitung von Michele Mariotti und der Regie des Briten David McVicar neu heraus.

in der Oper: I masnadieri


Die Scala bringt Giacomo Puccinis erste große Erfolgsoper in einer Urfassung heraus Mailand (Teatro alla Scala bis 27.4.2019) – Großer Bahnhof für Manon an der Scala: Der britische Regisseur David Pountney verlegt die Handlung der Oper von einer Taverne des 18. Jahrhunderts in einen Bahnhof zur Puccini-Zeit an die Wende zum 20. Jahrhundert. Und läst mächtige Züge über die Bühne (Leslie Travers) rollen. Was durchaus einleuchtet, wollte einem der Tradition verhafteten Teil des Mailänder Publikums nicht gefallen. Und so gab es nach der Premiere der Manon Lescaut im Saal eine Schlacht zwischen stürmischen Beifall und kräftigem Buh-Rufen. Gefeiert wurden auch bei den Wiederaufführungen dagegen unisono Riccardo Chailly und die Stimmen – allen voran Maria José Siri (Manon) und Massimo Cavalletti (Lescaut), etwas weniger Roberto Aronica (Des Grieux).

in der Oper: Manon Lescaut



Scala verzichtet auf Saudi-Gelder (vorerst) Mailand – Der Verwaltungsrat der Stiftung des Teatro alla Scala hat am Montag (18.3.) das Angebot der Saudi, die Mailänder Oper finanziell zu unterstützen (siehe Cluverius), dankend abgelehnt. Ein Vorschuss von etwas über 3 Mio Euro wird zurück überwiesen. Tourneen der Scala und der Scala-Akademie  2019/2020 nach Saudi Arabien werden bestätigt. Intendant Alexander Pereira, dessen Rücktritt von verschiedenen Seiten gefordert wurde, bleibt bis 2020 im Amt.

VIEL LÄRM UM NICHTS?


Aufregung in Mailand um eine Beteiligung des Ölstaates am Opernhaus. Intendant Alexander Pereira möchte seinen Vertrag verlängern. Mögliche Nachfolger stehen schon Schlange Mailand – Strecken die Saudi ihre Hände nach der Mailänder Scala aus? Sollen Ölgelder den Bühnenbetrieb schmieren? Die Rede ist von 15 Millionen Euro, die dem saudischen Königshaus oder dem von ihm kontrollierten Ölriesen Aramco einen Sitz im Verwaltungsrat der Bühne gleichberechtigt mit Vertretern des italienischen Staates und privaten Stiftungsmitgliedern wie Pirelli, Tod’s oder Allianz sichern würde. Schon gibt es eine parlamentarische Anfrage in der römischen Abgeordnetenkammer wegen der Beteiligung eines Landes, „das keine Garantien der fundamentalen Menschenrechte“ liefere.

DIE SCALA UND DIE SAUDI



Mit der patriotischen Oper des jungen Verdi eröffnet die Mailänder Scala unter großem Applaus ihre neue Spielzeit Mailand (Teatro alla Scala bis 8.1.2019) – Kein Opernhaus der Welt feiert so festlich und so selbstbewusst seine Saisoneröffnung, wie es das Teatro alla Scala regelmäßig am 7. Dezember unternimmt. In diesem Jahr war das „Attila“ von Giuseppe Verdi. Riccardo Chailly dirigierte, Davide Livermore führte Regie und es sangen und spielten u.a. Saioa Hernández, Ildar Abdrazakov, Fabio Sartori und George Petean. 15 Minuten Applaus am Ende belohnten ihren Einsatz. Millionen  verfolgten die „Inaugurazione“ im Fernsehen, in Kinosälen, am Radio oder bei Übertragungen in Sozialeinrichtungen und öffentlichen Anlagen.

in der Oper: Attila