Oper


Die Scala eröffnet ihre Spielzeit mit Giordanos Liebesdrama vor dem Hintergrund der französischen Revolution Mailand (Teatro alla Scala bis 5. Januar) – Im Lichterglanz zeigt sich Mailand im Dezember, glanzvoll gibt die Scala sich jedesmal zur Saisonpremiere die Ehre. Diesmal mit der Oper „Andrea Chénier“ , die Umberto Giordano im Alter von 29 Jahren für die Mailänder Bühne komponierte, wo sie im März 1896 zum ersten Mal aufgeführt wurde. Das Libretto schrieb Luigi Illica, ein enger Mitarbeiter auch von Puccini. Giordano gilt mit einer Reihe von Bühnenwerken und Vokalmusikstücken als ein bedeutender Vertreter des Verismus. Neben einer „Fedora“ hatte aber nur der „Andrea Chénier“ auch internationalen Erfolg. Gustav Mahler dirigierte die Oper bereits ein Jahr nach der Welturaufführung in deutscher Textfassung in Hamburg. In Mailand, wo das Stück seit 28 Jahren nicht aufgeführt worden war, brachten Riccardo Chailly (musikalische Leitung) und Mario Martone (Regie) es jetzt wieder heraus. Auf der Bühne stand mit Anna Netrebko (Maddalena), Yusif Eyvazov (Andrea Chénier) und Luca Salsi (Gérard) ein vom Publikum umjubeltes Starensemble.

In der Oper: Andrea Chénier


Eine neue Oper von Salvatore Sciarrino, die in die Welt des Barocks eintaucht, beschließt die Spielzeit der Scala Mailand (Teatro alla Scala) – Es gehört schon Mut dazu, die Welturaufführung einer Oper in den November und damit ans Ende der Spielzeit der Scala zu setzen. Denn in der Regel ist die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit dann bereits auf die jedes Jahr besonders herausgeputzte Saisoneröffnung der Mailänder Bühne am 7. Dezember gerichtet. Doch die Entscheidung, mit einem Ausrufezeichen die Spielzeit zu beenden, erwies sich als richtig. Die neue Oper von Salvatore Sciarrino „Ti vedo, ti sento, mi perdo“ („Dich sehen, dich spüren, mich verlieren“), eine Auftragsarbeit der Scala gemeinsam mit der Staatsoper Unter den Linden (Berlin), konnte einen erstaunlichen Erfolg beim Publikum verbuchen. Die Kritik äußerte sich vorsichtig positiv bis ablehnend über die Inszenierung, doch wahrgenommen haben die Medien sie alle.

in der Oper: Ti vedo, ti sento, mi perdo



Regisseur Matthias Hartmann und Dirigent Myung-Whun Chung inszenieren den „Freischütz“ an der Scala schwungvoll und mit viel Ironie Milano (Teatro alla Scala) – Man singt und spricht viel deutsch in dieser Spielzeit an der Scala. Mozarts Entführung aus dem Serail, Wagners Meistersinger, Humperdincks Hänsel und Gretel und jetzt „Der Freischütz“ von Carl Maria von Weber (1786 -1826). In dieser durch und durch romantischen Oper, die 1821 in Berlin uraufgeführt wurde, geht es um Macht und Liebe und natürlich um den Kampf zwischen Gut und Böse. Matthias Hartmann hat das Singspiel inszeniert. Die Partitur wird unter der Leitung von Myung-Whun Chung vom Orchester schwungvoll umgesetzt. Überzeugend der Bass Günther Groissböck als verführerischer Kaspar und die Sopranistin Julia Kleiter als verliebte (und unter Hartmann auch kämpferische) Agathe – etwas weniger der Tenor Michael König als Max. Großartig klingen die Chöre.

in der Oper: Der Freischütz


Eine Ausstellung im Scala-Museum erinnert an Maria Callas 40 Jahre nach ihrem Tod Mailand (Museo Teatrale alla Scala bis 31.1.2018) – Am 16. September 1977 starb Maria Callas in Paris, vereinsamt, an Herzversagen. Bis heute halten sich Gerüchte, die von einem Freitod wissen wollen. Zu Lebzeiten ein Weltstar wurde die Callas nach ihrem Tod zum Mythos. Die Sängerin kam 1923 als Kind griechischer Einwanderer in New York auf die Welt. Ihre Ausbildung erhielt sie in Griechenland und in Italien, wo Ihre Karriere nach einem ersten Auftritt in Verona begann. Als Höhepunkt gelten die Jahre an der Scala (1950-1962). Das Scalamuseum widmet dieser Zeit mit Kostümen, Schmuckstücken, Fotografien, Dokumenten und Videoeinspielungen eine kleine Ausstellung. Die Bühnenbildnerin Margherita Palli hat sie eingerichtet.

„VISSI D’ARTE, VISSI D’AMORE“



Beim Rossini Festival in Pesaro thematisiert die Inszenierung der „Belagerung von Korinth“ durch La Fura dels Baus einen möglichen Krieg um die Wasservorräte der Erde. Pesaro (Adratic Arena) – Eine Hitzewelle überzieht Südeuropa. Wälder verbrennen, Flüsse und Seen trocknen aus und Wasser wird zu einer Kostbarkeit. Während die USA und Nordkorea aus vergleichsweise nichtigen Gründen ihre Atomwaffen in Stellung bringen, rückt so ein anderes Szenarium ins Bewusstsein – dass nämlich der nächste Weltkonflikt ein Krieg um die Ressource Wasser sein könnte. Wie sensibel Kunst und Kultur mögliche Problematiken vorweg nehmen können, kann man beim Rossini Opera Festival (ROF) in Pesaro an der Adriaküste erleben. Hier steht Oper „Le siège de Corinthe“ (Die Belagerung von Korinth) im Mittelpunkt. Roberto Abbado dirigiert das Italienische Rundfunkorchester der RAI und Carlus Padrissa vom katalanischen Kollektiv La Fura dels Baus inszeniert die Handlung um einen türkisch-griechischen Konflikt eben als einen Krieg ums Wasser.

in der Oper: Le siège de Corinthe