Oper


Beim Rossini Festival in Pesaro thematisiert die Inszenierung der „Belagerung von Korinth“ durch La Fura dels Baus einen möglichen Krieg um die Wasservorräte der Erde. Pesaro (Adratic Arena) – Eine Hitzewelle überzieht Südeuropa. Wälder verbrennen, Flüsse und Seen trocknen aus und Wasser wird zu einer Kostbarkeit. Während die USA und Nordkorea aus vergleichsweise nichtigen Gründen ihre Atomwaffen in Stellung bringen, rückt so ein anderes Szenarium ins Bewusstsein – dass nämlich der nächste Weltkonflikt ein Krieg um die Ressource Wasser sein könnte. Wie sensibel Kunst und Kultur mögliche Problematiken vorweg nehmen können, kann man beim Rossini Opera Festival (ROF) in Pesaro an der Adriaküste erleben. Hier steht Oper „Le siège de Corinthe“ (Die Belagerung von Korinth) im Mittelpunkt. Roberto Abbado dirigiert das Italienische Rundfunkorchester der RAI und Carlus Padrissa vom katalanischen Kollektiv La Fura dels Baus inszeniert die Handlung um einen türkisch-griechischen Konflikt eben als einen Krieg ums Wasser.

in der Oper: Le siège de Corinthe


Palermo (III): Das Teatro Massimo feiert ein doppeltes Jubiläum: 120 Jahre der Gründung und 20 Jahre der Wiedereröffnung – wobei Mafia und Antimafia eine wichtige Rolle gespielt haben Palermo – Es gibt Opernhäuser, die wollen schon von außen zeigen, wie bedeutend sie sind. Palermos Teatro Massimo an der Piazza Verdi gehört dazu. Eine monumentale Freitreppe führt zu einem neoklassizistischen Portikus, der von sechs hoch aufragenden korinthischen Säulen getragen und von zwei bronzenen Löwen bewacht wird. Eine mächtige Kuppel überspannt den Zuschauerraum (für rund 1300 Besucher). Kleinere Gewölbe zieren die Nebentrakte, die wie Apsiden den Hauptbau umspannen. Das ist der Grundfläche von 7700 Quadratmetern nach das größte Opernhaus Italiens und eines der größten in Europa (nach Paris und Wien). Und wenn es abends in das warme Licht der Scheinwerfer getaucht wird, dann leuchtet ganz Palermo vor Stolz.

DIE OPER UND EIN REGENBOGEN



Das Archiv der Casa Ricordi geht online. Ein Besuch der weltweit größte Sammlung von Dokumenten zur Musikgeschichte.  Mailand – Hinter schweren Panzertüren eines Seitenflügels des Palazzo Brera in Mailand lagert in klimatisierten Räumen eine Welt klangvoller Namen. Handschriftliche Partituren der Werke von Gioachino Rossini bis Giuseppe Verdi, von Giacomo Puccini bis Luigi Nono und Luciano Berio haben die Zeit im Archiv des ehemaligen Ricordi Musikverlages überdauert. Das Archiv der Casa Ricordi, das inzwischen zum internationalen Bertelsmann Imperium gehört, ist das weltweit größte Archiv zur Musikgeschichte überhaupt. Erste Eintragungen gehen auf das Jahr 1808 zurück.

MIT EINEM KLICK ZUR AIDA


Palermo, Mitte Mai – Wenn es Abend wird in Palermo, dann strahlt das Teatro Massimo im warmen Licht der Scheinwerfer. Besonders jetzt, weil die Bühne sich selbst feiern kann. Vor 120 Jahren, im Mai 1897, hatte man das Opernhaus (mit Verdis „Falstaff“) eröffnet. Längst ist der Bau mit seinem eklektisch neoklassizistischen Stil als eine Art zivile Basilika das Symbol für Palermo geworden, wie es der Dom für Mailand oder die Rialtobrücke für Venedig sind. Tagsüber flanieren Passanten auf der Piazza Verdi und Touristen sitzen auf der prächtigen Freitreppe, die hoch zu den Säulen des Portikus führt. Abends treffen sich hier Jugendliche. In das von der Grundfläche größte Theater Italiens (und nach den Opern in Paris und Wien das drittgrößte in Europa) strömen außerhalb der Veranstaltungen jährlich rund 100 000 Besucher zu Führungen in seine von Kuppeln gekrönten Räumen, die teilweise in einem pompejanischen Stil ausgemalt wurden. Damit ist das Teatro Massimo nach der Cappella Palatina das meistbesuchte Monument der Stadt.

In Palermo



Cremona feiert den Komponisten Claudio Monteverdi, der vor 450 Jahren in der Stadt der Geigenbauer geboren wurde. Eine Ausstellung will die kulturellen Umbruchstimmungen in Musik- und Kunstgeschichte zu Beginn der Barockzeit aufzeigen Cremona (Museo del Violino bis 23.7.) – Hier hat alles angefangen. Handwerker und Musiker brachten im 16. Jahrhundert und 17.Jahrhundert zwischen Gardasee und Po, zwischen Brescia und Cremona, den Bau von Streichinstrumenten zur Meisterschaft. Cremona, wo die Familie Amati die Grundlagen für die Entwicklung der Violinen legte, wurde bald zu einem Zentrum dieser Kultur, die der Musikgeschichte neue Impulse geben sollte. In Cremona kam 1567 auch Claudio Monteverdi zur Welt. Monteverdis Oper „L’Orfeo“ (1607/1609) ist ein Meilenstein in der Entwicklung dieser Kunstgattung. Anlässlich des 450. Geburtstages des Komponisten zeigt das Museo del Violino von Cremona eine Ausstellung von historischen Orchester-Instrumenten für eine Orfeo-Aufführung. Und setzt sie mit dem Gemälde „Der Lautenspieler“ in Beziehung zur Malerei von Michelangelo Merisi (1571-1620). Der stammte aus dem Nachbarort Caravaggio, von dem er auch seinen Künstlernamen erhielt.

MONTEVERDI UND CARAVAGGIO