Oper


Die Scala bringt Giacomo Puccinis erste große Erfolgsoper in einer Urfassung heraus Mailand (Teatro alla Scala bis 27.4.2019) – Großer Bahnhof für Manon an der Scala: Der britische Regisseur David Pountney verlegt die Handlung der Oper von einer Taverne des 18. Jahrhunderts in einen Bahnhof zur Puccini-Zeit an die Wende zum 20. Jahrhundert. Und läst mächtige Züge über die Bühne (Leslie Travers) rollen. Was durchaus einleuchtet, wollte einem der Tradition verhafteten Teil des Mailänder Publikums nicht gefallen. Und so gab es nach der Premiere der Manon Lescaut im Saal eine Schlacht zwischen stürmischen Beifall und kräftigem Buh-Rufen. Gefeiert wurden auch bei den Wiederaufführungen dagegen unisono Riccardo Chailly und die Stimmen – allen voran Maria José Siri (Manon) und Massimo Cavalletti (Lescaut), etwas weniger Roberto Aronica (Des Grieux).

in der Oper: Manon Lescaut


Scala verzichtet auf Saudi-Gelder (vorerst) Mailand – Der Verwaltungsrat der Stiftung des Teatro alla Scala hat am Montag (18.3.) das Angebot der Saudi, die Mailänder Oper finanziell zu unterstützen (siehe Cluverius), dankend abgelehnt. Ein Vorschuss von etwas über 3 Mio Euro wird zurück überwiesen. Tourneen der Scala und der Scala-Akademie  2019/2020 nach Saudi Arabien werden bestätigt. Intendant Alexander Pereira, dessen Rücktritt von verschiedenen Seiten gefordert wurde, bleibt bis 2020 im Amt.

VIEL LÄRM UM NICHTS?



Aufregung in Mailand um eine Beteiligung des Ölstaates am Opernhaus. Intendant Alexander Pereira möchte seinen Vertrag verlängern. Mögliche Nachfolger stehen schon Schlange Mailand – Strecken die Saudi ihre Hände nach der Mailänder Scala aus? Sollen Ölgelder den Bühnenbetrieb schmieren? Die Rede ist von 15 Millionen Euro, die dem saudischen Königshaus oder dem von ihm kontrollierten Ölriesen Aramco einen Sitz im Verwaltungsrat der Bühne gleichberechtigt mit Vertretern des italienischen Staates und privaten Stiftungsmitgliedern wie Pirelli, Tod’s oder Allianz sichern würde. Schon gibt es eine parlamentarische Anfrage in der römischen Abgeordnetenkammer wegen der Beteiligung eines Landes, „das keine Garantien der fundamentalen Menschenrechte“ liefere.

DIE SCALA UND DIE SAUDI


Mit der patriotischen Oper des jungen Verdi eröffnet die Mailänder Scala unter großem Applaus ihre neue Spielzeit Mailand (Teatro alla Scala bis 8.1.2019) – Kein Opernhaus der Welt feiert so festlich und so selbstbewusst seine Saisoneröffnung, wie es das Teatro alla Scala regelmäßig am 7. Dezember unternimmt. In diesem Jahr war das „Attila“ von Giuseppe Verdi. Riccardo Chailly dirigierte, Davide Livermore führte Regie und es sangen und spielten u.a. Saioa Hernández, Ildar Abdrazakov, Fabio Sartori und George Petean. 15 Minuten Applaus am Ende belohnten ihren Einsatz. Millionen  verfolgten die „Inaugurazione“ im Fernsehen, in Kinosälen, am Radio oder bei Übertragungen in Sozialeinrichtungen und öffentlichen Anlagen.

in der Oper: Attila



240 Jahre Teatro alla Scala in einer kleinen Ausstellung des Scala-Museums Mailand (Museo Teatrale alla Scala bis 30.4.2019) – Nachdem das Teatro Regio Ducale innerhalb des Mailänder Herzogspalast 1776 zum dritten Mal ein Opfer von Flammen geworden war, finanzierten Adelige und Bürger der Stadt den Neubau eines Opernhauses – diesmal aus Stein und als Einzelgebäude. Die Landesherrin – damals die Habsburgerin Maria Theresia – genehmigte dafür den Abriss der Kirche Santa Maria alla Scala. Nach Plänen des Architekten Giuseppe Piermarini wurde das neue Opernhaus in nur 23 Monaten in klassizistischen Formen errichtet und im August 1778 mit Europa riconosciuta von Antonio Salieri eröffnet. In ihrer wechselhaften Geschichte war die Bühne ein Spiegel der kulturellen und politischen Zeitläufe. Zugleich war sie kontinuierlich baulichen und strukturellen Veränderungen unterworfen. Bis hin zu den Erweiterungen des Tessiner Architekten Mario Botta, der gerade mit einem Turmbau die Umbauten von 2002/2004 ergänzt. Eine kleine Ausstellung im Scala-Museum verfolgt jetzt 240 Jahre Geschichte von Piermarini bis Botta.

VON PIERMARINI BIS BOTTA