Prada


Biennale (3): Die Preise, der Präsident und die Bühne Venedig Venedig – Eine internationale Jury unter der Leitung von Stephanie Rosenthal (Direktorin des Gropius Bau Berlin) hat die Preise vergeben. Den goldenen Löwe für das Lebenswerk erhielt der us-amerikanische Konzeptkünstler, Poet und politische Aktivist Jimmie Durham (geboren 1950 in Houston/Texas). Als beste Länderbeitrag wurde Litauen – hier ein Videoausschnitt – mit einem goldenen Löwen geehrt. Besonders erwähnt wurde auch der von Belgien. Der goldene Löwen für den besten künstlerischen Beitrag ging an Arthur Jafa (USA). Der silberne Löwen für einen jungen Künstler fiel der 39jährigen Zypriotin Haris Epaminonda zu, die in Berlin lebt und arbeitet. Besonders erwähnt wurden außerdem die Arbeiten von Teresa Margolles (Mexiko) und Otobong Nkanga (Nigeria).

UNBEQUEMER STREITER


Fondazione Prada (1): Die Kulturstiftung des Mailänder Modehauses wurde 1993 gegründet. Ein Gespräch mit der Programmleiterin Astrid Welter Mailand – Vor 25 Jahren riefen Miuccia Prada und ihr Ehemann Patrizio Bertelli in Mailand die Fondazione Prada ins Leben. Die Kulturstiftung des Modehauses könnte also jetzt ein kleines Jubiläum begehen. Doch, so die Programmdirektorin Astrid Welter: „Wir feiern nicht.“ Gefeiert wird dagegen etwas anderes, nämlich die Fertigstellung eines 60 Meter hohen Turms („Torre“) aus weißem Beton und Glas auf der Ausstellungsanlage der Fondazione nach Plänen von Rem Koolhaas, „den wir Ende April einweihen wollen.“ Ein Gespräch mit Astrid Welter am Rande der Ausstellung „Post Zang Tumb Tuum – Art Life Politics Italia 1918-1943“ (Zur Ausstellung siehe hier auf Cluverius).

„WIR FEIERN NICHT“



Fondazione Prada (2): Eine Ausstellung lässt unterschiedliche Kunstströmungen und kulturelle Tendenzen in Italien zwischen den beiden Weltkriegen wieder aufleben. Dabei ist ein überraschend pluralistisches Bild der Zeit entstanden.  Mailand (Fondazione Prada bis 25. Juni) – Italien diskutiert über alten und neuen Faschismus. Rechtsradikale Gruppen wie die Casa Pound drängen in die Politik. Sie solidarisieren sich mit Gewalttaten von Einzeltätern gegen Ausländer. In wirtschaftlich unsicheren Zeiten wünschen sich viele Italiener Umfragen nach einen starken Mann an der Spitze. In diesem Klima zeigt die Fondazione Prada eine seit langem vorbereitete Ausstellung über Kunst und Kultur in Italien zwischen 1918 und 1943. Im Mittelpunkt stehen rund 500 Arbeiten vorwiegend der Malerei, der Skulptur und der Architektur aus einer Periode, die von 1922 an politisch wie gesellschaftlich vom Faschismus beherrscht wurde.

HISTORISCHES BLOW UP


Thomas Demands „ L’Image Volée“ und Edward Kienholz – zwei Ausstellungen bei der Fondazione Prada Mailand – (Fondazione Prada bis 28. August bzw. 31. Dezember) Mit zwei Ausstellungen unterstreicht die Fondazione Prada in Mailand ihren Anspruch, unterschiedliche Strömungen der Gegenwartskunst und der Moderne zu dokumentieren wie zu interpretieren. Auf eine höchst anregende Art zeigt Thomas Demand, der sich selbst als „Illusionist“ versteht, wie Künstler sich im Verlauf der jüngeren Geschichte an Modellen bestehender Arbeiten und Techniken orientierten, sie benutzten, kopierten, ausbeuteten. Unter dem Titel L’Image Volée („Das beraubte Bild“) hat er 90 Arbeiten von rund 60 Künstlern zusammengestellt.

UNSICHTBAR, BESTOHLEN, LEBENSGROSS



Zwei Mailänder Ausstellungen: „Imago non fugit“ und „Recto Verso“  Mailand – Unter den Mailänder Kultureinrichtungen kann man sich kaum einen größeren Gegensatz vorstellen als zwischen der Fondazione Prada am südlichen Stadtrand und dem Museo Bagatti Valsecchi im Zentrum. Die für Prada von Rem Koolhaas kürzlich umgebaute ehemalige Industrieanlage, ist – gleichsam mit einem minimalistischen Grundton – ganz auf die öffentliche, zumal elegante Präsentation von Kunst und Kultur Gegenwart ausgerichtet. Der von den Brüdern Fausto e Giuseppe Bagatti Valsecchi in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts im historistischen Stil ausgebaut Stadtpalast ist mit Kunstwerken, Einrichtungsgegenständen und Sammlungsstücken vorwiegend aus der Renaissance vollgestopft und versteht sich als Museum einer privaten, antiquarisch orientierten  Wohnidee. Und doch verbindet jetzt etwas die beiden Pole der Mailänder Kultur. Zwei Ausstellungen, die hinter die Dinge gucken lassen.

HINTER DEN DINGEN