Prada


Thomas Demands „ L’Image Volée“ und Edward Kienholz – zwei Ausstellungen bei der Fondazione Prada Mailand – (Fondazione Prada bis 28. August bzw. 31. Dezember) Mit zwei Ausstellungen unterstreicht die Fondazione Prada in Mailand ihren Anspruch, unterschiedliche Strömungen der Gegenwartskunst und der Moderne zu dokumentieren wie zu interpretieren. Auf eine höchst anregende Art zeigt Thomas Demand, der sich selbst als „Illusionist“ versteht, wie Künstler sich im Verlauf der jüngeren Geschichte an Modellen bestehender Arbeiten und Techniken orientierten, sie benutzten, kopierten, ausbeuteten. Unter dem Titel L’Image Volée („Das beraubte Bild“) hat er 90 Arbeiten von rund 60 Künstlern zusammengestellt.

UNSICHTBAR, BESTOHLEN, LEBENSGROSS


Zwei Mailänder Ausstellungen: „Imago non fugit“ und „Recto Verso“  Mailand – Unter den Mailänder Kultureinrichtungen kann man sich kaum einen größeren Gegensatz vorstellen als zwischen der Fondazione Prada am südlichen Stadtrand und dem Museo Bagatti Valsecchi im Zentrum. Die für Prada von Rem Koolhaas kürzlich umgebaute ehemalige Industrieanlage, ist – gleichsam mit einem minimalistischen Grundton – ganz auf die öffentliche, zumal elegante Präsentation von Kunst und Kultur Gegenwart ausgerichtet. Der von den Brüdern Fausto e Giuseppe Bagatti Valsecchi in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts im historistischen Stil ausgebaut Stadtpalast ist mit Kunstwerken, Einrichtungsgegenständen und Sammlungsstücken vorwiegend aus der Renaissance vollgestopft und versteht sich als Museum einer privaten, antiquarisch orientierten  Wohnidee. Und doch verbindet jetzt etwas die beiden Pole der Mailänder Kultur. Zwei Ausstellungen, die hinter die Dinge gucken lassen.

HINTER DEN DINGEN



Rem Koolhaas hat in Mailand für die Fondazione Prada eine ehemalige Industrieanlage eindrucksvoll umgebaut Mailand: Hellgraue Außenmauern einer typischen Industriearchitektur vom Anfang des 20. Jahrhunderts umziehen ein etwa zwei Hektar großes Areal im Süden Mailand. Hier und da werden sie von Fenstern durchbrochen. Elegant zurückhaltend leuchtet der Name des Hausherren in dünner Neonschrift neben dem Einfahrtstor an einer sonst eher gesichtslosen Straße: Fondazione Prada. Mehrere Baukörper ragen heraus, alte wie neue, darunter ein geheimnisvoll goldglänzendes Haus. Wenn man die Anlage der Kulturstiftung am Largo Isarco betritt, glaubt man sich in einer kleinen Stadt mit gepflasterten Wegen, Höfen und Plätzen. Im Hintergrund wächst ein weißer Turm 60 Meter in die Höhe, der einzige Teil des Komplexes, der noch im Bau ist. Das niederländische Architekturstudio OMA hat unter der Leitung von Rem Koolhaas für Prada die ehemalige Fabrikationsanlage einer Groß-Destillerie umgebaut. „Wir haben nicht die Gegensätze betont“, erläutert der Architekt bei einem Rundgang. Er und seine Mitarbeiter haben vielmehr versucht, Situationen zu schaffen, „in denen alt wie neu zusammen stehen.“ Das gilt für Baukörper ebenso wie für die Materialien von typisch lombardischen Backsteinen bis zu hochtechnologischen Wandstrukturen aus Aluminiumschaum, die silbergrau glitzern. Obgleich die Fabrikarchitektur nicht zu den Höhepunkten der Industriearchäologie Mailands […]

KULTUR KOMMT IN MODE