Rossini


Das 40. Rossini Opera Festival in Pesaro überzeugt mit einer Inszenierung der „Semiramide“, der letzten „italienischen“ Oper des Komponisten Pesaro – Die innere Logik des Rossini Opera Festivals (ROF) beruht auf einer einfachen Formel: Das Festival führt die Werke von Gioachino Rossini (1792 – 1868) nach der von der Fondazione Rossini erarbeiteten kritischen Werkausgabe integral auf. Der grösstmöglichsten musikalischen Treue steht eine weitgehende Freiheit in der Interpretation durch Regie und Bühnenbild gegenüber. Diese Dialektik garantiert dem Festival auch 40 Jahre nach seiner Gründung eine Frische, die sich in diesem Jahr mit der Aufführung der „Semiramide“ wieder einmal einstellte.

in der Oper: Semiramide


Zum 150. Todestag spiegelt das Scala-Museum die Aufführungsgeschichte der Opern des Komponisten aus Pesaro an der Mailänder Bühne wider. Milano (Museo Teatro alla Scala bis 30.9.18) – Vor 150 Jahren starb Gioachino Rossini. Bei den vielen Feierlichkeiten in diesem Jahr darf die Scala natürlich nicht fehlen. Mit rund 100 Exponaten (Gemälde, Kostüme, Schmuckgegenstände, Videos, Fotos, Plakate, Drucke und unterschiedliche Dokumente) erinnert das Museum der Scala an die Aufführungsgeschichte(n) von Rossini-Opern an dem Mailänder Theater. Und an Gesangsstars von Isabella Colbran über Maria Calles bis Juan Diego Flórez. Der Bühnenbildner Pier Luigi Pizzi hat die Ausstellung mit Betonung der Kostüme und der Szenographien eingerichtet. Dabei hat er die Räume der festen Sammlung, die bereits Abbildungen und Erinnerungsstücke zum Leben des großen Komponisten (Pesaro 1792 – Paris 1868) enthalten, mit einbezogen.

ROSSINIS WIEDERGEBURT



Beim Rossini Festival in Pesaro thematisiert die Inszenierung der „Belagerung von Korinth“ durch La Fura dels Baus einen möglichen Krieg um die Wasservorräte der Erde. Pesaro (Adratic Arena) – Eine Hitzewelle überzieht Südeuropa. Wälder verbrennen, Flüsse und Seen trocknen aus und Wasser wird zu einer Kostbarkeit. Während die USA und Nordkorea aus vergleichsweise nichtigen Gründen ihre Atomwaffen in Stellung bringen, rückt so ein anderes Szenarium ins Bewusstsein – dass nämlich der nächste Weltkonflikt ein Krieg um die Ressource Wasser sein könnte. Wie sensibel Kunst und Kultur mögliche Problematiken vorweg nehmen können, kann man beim Rossini Opera Festival (ROF) in Pesaro an der Adriaküste erleben. Hier steht Oper „Le siège de Corinthe“ (Die Belagerung von Korinth) im Mittelpunkt. Roberto Abbado dirigiert das Italienische Rundfunkorchester der RAI und Carlus Padrissa vom katalanischen Kollektiv La Fura dels Baus inszeniert die Handlung um einen türkisch-griechischen Konflikt eben als einen Krieg ums Wasser.

in der Oper: Le siège de Corinthe


Notizen zum 37. Rossini Opera Festival in Pesaro Pesaro – Das 37. Rossini Opera Festival geht in diesen Tagen zu Ende. Im Mittelpunkt stand eine vielumjubelte, von der Kritik etwas zurückhaltend aufgenommene Neuaufführung der „Donna del Lago“. Michele MariottI dirigierte, Italiens Regiestar Damiano Michieletto hat sie auf die Bühne gestellt. Daneben sah man einen von Davide Livermore erfrischend inszenierten „Il Turco in Italia“ unter der musikalischen Leitung von Speranza Scapucci, der ersten weiblichen Dirigentin des Festivals. „Ciro in Babilonia„, eine Wiederaufnahme aus dem Jahr 2012 (Regie: Davide Livermore, Dirigent: Jader Bignamini) bildete das ernste Gegenstück gegen so viel unterhaltsames Musiktheater.

SCHWUNGVOLL UND GEGENWÄRTIG



Doch das Rossini Opera Festival steht an einem Scheideweg Pesaro. Das Rossini-Festival in der Adria-Stadt Pesaro erfreut sich einer ungebrochenen Beliebtheit. Am letzten August-Wochenende ist es mit einer Aufführung des „Stabat Mater“ zu Ende gegangen. In diesem Jahre kamen bei über 15.000 verkauften Karten mehr Besucher als jeweils in den Vorjahren – fast zwei Drittel davon aus dem Ausland – zu der dreiwöchigen Veranstaltung. Und das obgleich mit der „La gazzetta“ nur eine Neuinszenierung neben zwei Wiederaufnahmen („La gazza ladra“ und „L’inganno felice“) auf dem Programm standen. Die „Gazzetta“, eine eher selten gespielte Oper Rossinis aus seiner neapolitanischen Zeit von 1816, überzeugte in einer schwungvollen Inszenierung von Marco Carniti. Der Spanier Enrique Mazzola dirigierte das Orchester der Oper Bologna. Und der Beifall für Sänger und Sängerinnen wie die armenische Sopranistin Hasmik Torosyan oder den Bariton Nicolai Alaimo wollte kein Ende nehmen.

VIEL BEIFALL IN PESARO