Tessin


Arbeiten von Per Kirkeby im Tessiner Kunstmuseum von Mendrisio Mendrisio (bis 29.1.2017) – Der dänische Altmeister Per Kirkeby ist über die Alpen gestiegen. Das Museo d’arte von Mendrisio (Tessin) zeigt eine große Retrospektive des 1938 in Kopenhagen geborenen Künstlers und Geologen. Zum ersten Mal im italienischen Sprachraum sind so rund 80 vorwiegend malerische Arbeiten zu sehen. Dazu kommt eine kleine Auswahl von Skulpturen. Kirkeby hatte in den 1960er Jahren mit Beuys zusammen gearbeitet und als Unabhängiger zur Fluxus-Szene gehört. Später wandte er sich dann eher traditioneller Malerei und Skulptur zu. Er wurde mehrfach zur Kunstbiennale Venedig und zur Documenta Kassel geladen und unterrichtete an der Akademie der Bildenden Künste in Karlsruhe und an der Städelschule in Frankfurt. Die vielseitig Interessierte beschäftigte sich außerdem mit Lyrik und Architektur, schuf Bühnenbilder, realisierte Filme und machte sich auch einen Namen als Kunstkritiker.

LICHT ALS MATERIE


Wie das Hesse-Museum in Montagnola ein dickes Loch bei den Betriebskosten stopft Montagnola (Tessin) – Nicht alle Aktionen zum Fundraising zeigen sich so stilvoll und unaufdringlich, wie die des Hesse-Museums in Montagnola oberhalb von Lugano. Um ein dramatisches Defizit bei den Betriebskosten der kleinen kulturellen Einrichtung zu decken, hat man sich zusammen mit dem Architekten Mario Botta, der dem Haus freundschaftlich verbunden ist, auf die Suche nach Unterstützern gemacht. Sie sollen eine inkognito bleibende Gemeinschaft von gleichsam „Glasperlenspieler“ bilden. So haben sich zehn Personen und drei Institutionen zusammengefunden, die jetzt Ende des Monats in einer privaten Veranstaltung zusammen kommen werden.

MARIO BOTTA UND DIE GLASPERLENSPIELER



Die Bankenstadt Lugano gönnt sich mit dem LAC ein anspruchsvolles Kulturzentrum Lugano. In herrlicher Lage zieht sich die Stadt Lugano, das wirtschaftliche und kulturelle Zentrum des Tessins, um eine Buchtung des gleichnamigen Lago hin und klettert mit ihren Ausläufern die umgebenen Hügel hinauf. Weniger herrlich zeigen sich die vielen Gebäude, die den Blick zum See suchen. In den vergangenen Jahrzehnten sind vornehmlich banale Betonarchitekturen gewachsen ohne Beziehung zur langen Geschichte des Ortes am kulturellen Schnittpunkt zwischen der Schweiz und Norditalien, wie man sie etwa in der Kirche S. Maria degli Angioli mit den prächtigen Renaissancefresken eines Bernardino Luini entdecken kann. Und genau neben dieser Kirche und dem ehemaligen Kloster, das bereits in der Gründerzeit einem Hotelbau weichen musste, stößt man jetzt auf das neue Kulturzentrum LAC (Lugano Arte Cultura) der Stadt. Am Samstag wurde es nach einer zehnjährigen Planungs- und Bauzeit (Kosten umgerechnet 190 Millionen Euro) mit mehreren Ausstellungen sowie einem Musik- und Theaterprogramm eröffnet.

GRÜNER MARMOR AUS GUATEMALA