Umberto Eco


„Sylvie“ von Gérard de Nerval, Umberto Eco und Burkhart Kroeber Mailand – Anzuzeigen ist ein kleines Buch von europäischem Format. Es enthält die zauberhafte Erzählung „Sylvie. Erinnerungen ans Valois“ von Gérard de Nerval, die 1853 zum ersten Mal erschien, auf Französisch und Deutsch. Dazu den Essay „Der Nebel zwischen den Wörtern“, in dem der Italiener Umberto Eco sich mit dem Text auseinandersetzt. Und versucht, das Faszinosum einer Lektüre zu erklären ( – was allerdings nicht immer möglich ist und vielleicht manchmal nur nachgefühlt werden kann).

LOTTE IM VALOIS


Stühlerücken in der italienische Verlagswelt – wer übernimmt Bompiani? Mailand – Mit einer beeindruckenden „laizistischen“ Trauerfeier hat sich Mailand am Dienstag im Cortile della Rocchetta des Castello Sforzesco von Umberto Eco verabschiedet. Daran nahmen viele Freunde, bekannte Künstler, Intellektuelle und Politiker sowie an die Tausend Bürger Mailands teil. Die Stadt kündigte derweil an, dass die Urne mit seiner Asche im Famedio, dem Ehrenteil des Cimitero Monumentale, beigesetzt wird. Doch damit wird man nicht aufhören, über den großen Gelehrten und Literaten zu diskutierten. Und das auch in einem ganz praktischen Sinn.

UMBERTO ECO UND DAS KARTELLAMT



Zum Tod von Umberto Eco Mailand – Er war ein Philosoph und verschlang Comics. Leidenschaftlich diskutierte er Fragen der Zeichentheorie, und ebenso passioniert mischte er sich in Debatten über Populärkultur ein. Um diese zu verstehen, so sagte er einmal, müsse man sie lieben. Bissig kommentierte er Fragen der politischen und gesellschaftlichen Entwicklung, mit Witz würzte er jede private Unterhaltung und die meisten seiner Reden. Er sammelte alte Bücher, und kurz vor seinem Tod gründete er noch einen neuen Verlag. Posthum erscheint jetzt sein letztes Buch „Pape Satàn Aleppe“. Umberto Eco ist am Abend des 19. Februars im Alter von 84 Jahren in seiner Mailänder Wohnung gestorben. Italien und die ganze kulturelle Welt trauert um einen großen Intellektuellen.

DIE LIEBE ZU LISTEN UND STREICHHOLZBRIEFEN


Mailand. Nach monatelangen Verhandlungen haben sich Mondadori und die RCS Mediengruppe am Sonntag über den Verkauf von RCS Libri geeinigt. Damit übernimmt der Verlag Arnoldo Mondadori Editore, der von der Fininvest Holding (Berlusconi) kontrolliert wird, zum Preis von 127,5 Millionen Euro die Verlagsmarken Rizzoli, Bompiani, Fabbri, Sonzogno und Marsilio. Zum Paket gehören auch die beiden großen Rizzoli-Buchhandlungen in Mailand und New York. Die RCS-Anteile an den Adelphi Edizioni hat Verlagsgründer Roberto Calasso zurück gekauft und das Haus damit wieder unabhängig gemacht. Mondadori, zu dem bereits die Verlage Einaudi, Piemme, Sperling & Kupfer sowie Electa gehören, kontrolliert mit der Übernahme jetzt mehr als 35 Prozent des Buchmarktes (und 25 Prozent des Schulbuchsektors).

Mondadori schluckt die Buchabteilung der RCS Mediengruppe



Umberto Ecos neuester Roman „Nullnummer“ – eine (wenig überzeugende) Mediensatire Colonna fühlt sich verfolgt. Jemand hat sich nachts unbemerkt in der Wohnung des jungen Übersetzers und erfolglosen Autors von Kriminalromanen aufgehalten. Warum? Weil Colonna bei einem zwielichtigen Zeitungsprojekt mitgemacht hat? Weil er dabei Kenntnisse über dunkle Machenschaften der italienischen Geheimdienste gewonnen hat? Oder bildet er sich den nächtlichen Besuch nur ein? Mit Colonnas Ängsten beginnt „Nullnummer“, der neue Roman von Umberto Eco.

MAILÄNDER LÜGENPRESSE