Urbanistik


Insolera (1): Peter Kammerer erinnert an den Architekten und Stadtplaner Italo Insolera Roma/Urbino – Italo Insolera (1929-2012) hat im Jahre 1962 mit “Roma moderna” das Standardwerk zur modernen römischen Stadtentwicklung geschrieben, das seither in zahlreichen Auflagen jedes Mal erweitert und aktualisiert erschien, zuletzt im Jahre 2011. Insolera interessierte sich besonders für die Wachstumsgesetze der Stadt. Er setzte sich für eine nachhaltige Wiedergewinnung des historischen Stadtbildes durch Vorschläge etwa zur Begrenzung des Verkehrs und für Restaurierungen ein. Zugleich stellte er das Problem der Peripherie: “Il piano della città comincia fuori della città”. Eine Erinnerung von Peter Kammerer an den Freund ist jetzt in dem Band “Italo Insolera fotografo“ (AA.VV., Palombi Editori) erschienen, der dem (bislang unbekannten) Fotografen Insolera gewidmet ist.

CARO ITALO


Insolera (2): Eine Rezension über „Roma moderna. Un secolo di storia urbanistica“ von Italo Insolera, die 1966 in den „Jahrbücher für Nationalökonomie und Statistik“ veröffentlicht wurde. München/Urbino – Das bei Einaudi  zum ersten Mal 1962 erschienene Standardwerk Insoleras ist seither in zahlreichen Auflagen erweitert und aktualisiert herausgekommen – zuletzt im Jahre 2011. Diese letzte Ausgabe, die derzeit ins Englische übersetzt wird, spannt den Bogen von der Jahrtausendwende zurück bis in die Napoleonische Ära. Hier die Dokumentation der Rezension von Peter Kammerer, geschrieben in München 1966, die außerdem Antonio Cedernas Arbeit „Mirabilia Urbis“ (Einaudi 1965) einbezieht.

EINE FASZINIERENDE STADTGESCHICHTE



  Urbino, Ende August – Italien ist reich an historischen Zentren. Doch wenige Orte lassen in ihrem Stadtbild die Atmosphäre längst vergangener Jahrhunderte so aufleben wie Urbino. Besonders wenn Wolken über die Stadt ziehen und die Reisebusse ausbleiben, kann man sich durch ihren Gassen streifend in den Einsamkeiten des späten Mittelalter und der Renaissance verlaufen. Viele Palazzi aber auch einfache Häuser sind liebevoll restauriert. Erinnerungstafeln, die selbst schon Geschichte scheinen, rufen längst verklungene Namen in die Gegenwart. Wer war der „architetto militare“ Commandino? Zauber verbreiten Kirchen und Kapellen, bleiben geheimnisvoll wie die gotischen Darstellungen im Oratorium des San Giovanni. Sogar wo die Besucher bei gutem Wetter in größeren Gruppen die Spuren eines Raffaels oder eines Federicus Dux aufnehmen, geht es unaufdringlich zu. „Benvenuti a Urbino – welcome to Urbino“ – der Schriftzug der regionalen Verkehrsgesellschaft begrüßt die Ankommenden am neuen Busbahnhof unterhalb der Porta Lucia, dem nach Renzo Piano schönsten Tor der Stadt. Der Bahnhof darunter – ein seelenloses Betonambiente. Zu Füßen von zehn Stockwerken mit Parkdecks und einem Einkaufszentrum, in dem viele Verkaufsflächen unvermietet bleiben. Kälter kann man nicht empfangen werden. Und wenn man von der Busstation mit dem Fahrstuhl hochfährt zur Porta Lucia muss man umsteigen – auf der […]

In Urbino