Verona


Der italienische und der internationale Verlegerverband protestieren gegen das Verbot von Büchern über Gender-Familien in den kommunalen Bibliotheken von Verona Mailand/Verona – Kaum als Spitzenkandidat einer Mitte-Rechts-Koalition gewählt hat der neue Bürgermeister von Verona Federico Sboarina angekündigt, sein Wahlprogramm zügig umzusetzen und wie gefordert alle Veröffentlichungen aus den kommunalen Bibliotheken, Schulen, Kindergärten und Institutionen zu entfernen, die Familien gleichen Geschlechts mit traditionellen, „natürlichen“ Ehebünden auf eine Stufe stellen. Dagegen hat jetzt der Niederländer Michiel Kolman, Präsident der International Publisher Association (IPA) in einem Schreiben an den Bürgermeister protestiert.

„ZENSUR IST INAKZEPTABEL“


Die hochverschuldete Oper von Verona will die Ballettsparte einsparen. Drohen jetzt Streiks? Verona – Die traditionellen Opernfestspiele in der Arena von Verona, die im Juni mit einer Wiederaufnahme der „Carmen“ in der ziemlich angestaubten Regie von Franco Zeffirelli begonnen hatten, neigen sich ihrem Ende zu (bis 28.8.). Ob der Spielplan aber überhaupt wie vorgesehen erfüllt werden kann, ist ungewiss. Zumindest am kommenden Sonntag könnte die „Aida“ ohne Balletteinlagen über die Freilichtbühne in der Arena gehen. Die Tänzerinnen und Tänzer wollen die Aufführung bestreiken, nachdem bekannt geworden war, dass die Opernstiftung Verona ihre Ballettsparte in Zukunft ganz einsparen will.

OHNE LIEBE ZUR MUSIK



Meisterwerke aus dem Kunstmuseum von Verona geraubt Verona. Ein dreister Bilderraub hat in Italien wieder einmal eine Diskussion über den Zustand und den Schutz der Kulturgüter des Landes ausgelöst. Am Donnerstag Abend (19.11.) waren Diebe kurz vor Schließung in das Museo di Castelvecchio von Verona eingedrungen und hatten die Kassiererin, den einzigen Wachmann und die letzten zwei Besucher überwältigt und handlungsunfähig gemacht. In aller Ruhe haben sie dann 17 Gemälde ihrer Wahl – darunter Arbeiten von Bellini, Pisanello, Mantegna, Tintoretto und Rubens aber auch eher unbedeutende Werke – von den Wänden des kommunalen Museums genommen.

17 AUF EINEN STREICH


Veronas Opernfestival wird erneut von Schulden erdrückt Im vergangenen Jahr hatte das schlechte Sommerwetter die Spielzeit der Arena von Verona bei minus 20 Prozent Einnahmen regelrecht im Regen stehen lassen. Jetzt ballen sich erneut Wolken über Italiens populärsten Opernfestival zusammen: Schulden in Höhe von rund 7 Millionen Euro, die sich zusätzlich zu den bereits bestehenden Verpflichtungen von über 17 Millionen Euro angehäuft haben. Die Spielzeit 2015, die mit den Klassikern „Nabucco“ und „Aida“ begonnen hat, sollte eigentlich einen Neubeginn des chronisch verschuldeten Opernbetriebes bringen. Doch die enge Finanzlage lässt keine kostspielige Neuinszenierung zu. So stehen in diesem Jahr nur Wiederaufnahmen auf dem Programm. Intendant Francesco Girondini beklagt fehlende Einnahmen, seitdem etwa die Provinz als Geldgeber ausgefallen ist. In ganz Italien sind die Provinzen aufgelöst und ihre Aufgaben meist den Regionen übertragen worden, ohne deren Finanzmittel wesentlich zu erhöhen. Zugleich sind die staatlichen Zuwendungen zum Opernbetrieb teilweise an ein Punktsystem gekoppelt, das die Qualität der Aufführungen ebenso berücksichtigt wie die Fähigkeit, weitere Geldgeber zu finden. Und auf beiden Feldern hat die Opernstiftung Verona das Nachsehen. Ihr droht jetzt, wie zuletzt vor fünf Jahren, eine kommissarische Leitung durch das Ministerium.

Wolken über der Arena