Ausstellungen


DER HIMMEL IN EINEM ZIMMER

Die Fondazione Trussardi präsentiert eine Installation von Ragnar Kjartansson in der Mailänder Pestkirche San Carl al Lazzaretto

© Cluverius

Kraft der Imagination - Der Gino-Paoli-Song "Il cielo in una stanza" als sechs Stunden loop in der Installation von Ragnar Kjartansson

Mailand (San Carlo al Lazzaretto bis 25.10.) – Die Musikinstallation The Sky in a Room des Isländers Ragnar Kjartansson (1976, Reykjavik), die man in einer kleinen Mailänder Kirche erleben kann, setzt sich auf ganz poetische Art mit der Stimmung in Corona-Zeiten auseinander. Dabei wechseln sich Berufsmusiker ab, die sechs Stunden lang ununterbrochenen ein für Orgel geschriebenes Arrangement des italienischen Chansons Il cielo in una stanza von Gino Paoli (1934, Monfalcone) darbieten. (Hier ein Video Eindruck). 

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DER HOFMANN UND DER MALER

In Urbino setzt sich eine Ausstellung mit Baldassare Castiglione und Raffael Sanzio auseinander

© Cluverius

Baldassare Castiglione wie in sein Freund Raffael um 1515 porträtierte - in Urbino wird eine Kopie des Originals aus dem Louvre gezeigt

Urbino - Anmutig, ausgewogen, geistreich und den schönen Künsten zugeneigt - das sind die idealen Eigenschaften eines Adeligen an italienischen Fürstenhöfen der Renaissance, wie sie Baldassare Castiglione (1478-1529) in seinem berühmten Il libro del cortigiano („Das Buch vom Hofmann)“ beschreibt. In Mantua geboren, in Mailand ausgebildet, war es besonders der Hof von Urbino, der den Humanisten und Diplomaten prägte. In Urbino wurde 1483 auch Raffael Sanzio geboren, der später in Rom Castiglione in einem wundervollen Porträt verewigte. Eine Ausstellung in Urbino versucht nun, die beiden für das italienische Kulturleben im frühen 16. Jahrhundert zentralen Figuren zusammen zu führen.

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IM KERZENLICHT

Der Palazzo Reale in Mailand zeigt eine aufwändige Ausstellung über Georges de La Tour und nordeuropäische Naturalisten der frühen Barockzeit in der Nachfolge von Caravaggio

© MondomostreSkira

"Erziehung der Jungfrau" (um 1650, Öl auf Leinwand, 84 x 100 cm) aus der Frick Collection New York

Mailand (Palazzo Ducale bis 27.9.) – Das sind Gemälde aus der Barockzeit, die lange keinem Künstler richtig zugeordnet werden konnten. Erst vor gut 100 Jahren wurde Georges de La Tour (1593-1652) als Maler vor allem kleinformatiger Arbeiten (wieder) entdeckt. Es sind besonders seine „Nachtbilder“, religiöse aber auch Genredarstellungen, in denen des Licht einer Kerze die Komposition bestimmt. Der Palazzo Reale in Mailand widmet de La Tour – und besonders diesen Nachtbildern – jetzt eine große Ausstellung.

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DAS GEWISSE ETWAS

Vor 500 Jahren starb der „göttliche“ Raffael. Die Jubiläumsausstellung in Rom wird am 2. Juni wieder eröffnet und bleibt bis zum 30. August zu sehen.

© Cluverius

Eine Bäckerstochter aus Trastevere - vielleicht die Geliebte Raffaels. Die "Fornarina" (1518/1520) und Besucher in den Scuderie del Quirinale zur Eröffnung der Ausstellung

Rom (Scuderie del Quirinale bis 30.8.) - Am Anfang steht der Tod. Mit einer perfekt nach Originalmaßen errichteten Kopie des Grabmals aus dem Pantheon beginnt die römische Jubiläumsausstellung zum 500. Todestag des Malers, Architekten und Altertumsforschers Raffael Sanzio in den Scuderie del Quirinale (in Zusammenarbeit mit den Uffizien Florenz), die deshalb im Titel die Lebensdaten umdreht: „Raffaello 1520-1483“. Eine Ausstellung mit prächtigen Leihgaben aus aller Welt von den Porträts (etwa des Baldassarre Castiglione aus Paris) bis zu den Madonnenbildern (zum Beispiel die „Madonna Tempi“ aus München), von Historienbildern („Traum eines Ritters“ aus London) bis zu Zeichnungen und Architekturentwürfen. Und am Ende einer Perlenkette von über 200 Exponaten steht das Selbstporträt des jugendlichen Genies im Alter von 23 oder 24 Jahren aus den Uffizien.

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Heimkehr ins Dorf von gestern

Der Spazio Ilisso in Nuoro zeigt Arbeiten der deutschen Fotografin Marianne Sin-Pfältzer über das Leben auf Sardinien zwischen Tradition und Wandel 

© Ilisso Edizioni

Ein Blick für Kinder - Alghero (1960)

Nuoro (Spazio Ilisso bis 30.April)- Marianne Sin-Pfältzer, 1926 in Hanau geboren, kam 1955 zum ersten Mal nach Sardinien – und fand auf der Insel ihren Lebensmittelpunkt. Sie starb in Nuoro 2015. In ihren Fotos, die jetzt im Spazio Ilisso (Nuoro) präsentiert werden, zeigt sich die "Wucht der Gegensätze zwischen Tradition und Wandel", wie es einmal der Schriftsteller und Anthropologe Giulio Angioni (1939 - 2017) formuliert hat. Die Arbeiten von Marianne Sin-Pfältzer (s/w wie color) spiegeln das Leben auf Sardinien bis in die 1970er Jahre wieder. In abgelegenen Dörfern oder einsamen Landstrichen, an der Küste oder in Städten wie Cagliari, bei der Arbeit oder bei Feierlichkeiten. Und immer kann man Menschen in die Augen schauen.

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Außerdem (eine kleine Auswahl)

© Cluverius
Ein Schrottauto belagert von Hunderten Spielzeugautos – „Perseverance of Regeneration“, so der Titel dieser Arbeit von Chen Zhen (Shanghai 1955 – Paris 2000) aus dem Jahr 1999. Der Mailänder Hangar Bicocca zeigt in seinen weiten Hallen 24 großformatige Installationen aus den letzten Lebensjahren des franko-chinesischen Künstlers. Kurator Vicente Todolì hat vor allem Arbeiten zusammengefasst, in denen Chen Zhen scheinbare Gegensätze wie Tradition/Moderne, Zentrum/Peripherie oder Spiritualität/Konsumismus kreativ nutzt. Chen Zhen Short-Circuits. Pirelli Hangar Bicocca, Mailand. Bis 21.2. Do-So 10.30-20.30 Uhr, Eintritt frei. Katalog Skira (in Vorbereitung). Kontakt: info@hangarbicocca.org oder tel. +39.02.6611.1573. Mehr Info hier.

Einige Ausstellungen sind nur nach Online-Buchung zu besichtigen.

Bergamo: Daniel Buren per Bergamo. Palazzo della Ragione. Bis 1.11.

Bologna: Etruschi. Viaggio nelle terre dei Rasna. Museo Civico Archeologico. Bis 29.11.

Brescia: Raffaello: alle origini del mito. Museo S.Giulia. Bis 6.1.

Brescia: Juan Navarro Baldeweg - Architettura, pittura, scultura. Museo S. Giulia. Bis 5.4.

Ferrara: XVII Biennale Donna Fotografia. Palazzina Marfisa d'Este. Bis 20.11.

Ferrara: Tra simbolismo e futurismo. Gaetano Previati. Castello Estense. Bis 27.12.

Florenz: Tomàs Saraceno. Aria. Palazzo Strozzi. Bis 1.11.

Forlì: Ulisse. L'arte e mito. Musei San Domenico. Bis 31.10.

Genua: Michelangelo - divino artista. Palazzo Ducale. Bis 14.2.

Mailand: Liu Ye. Storytelling. Fondazione Prada. Bis 10.1.

Mailand: Trisha Baga: the eye, the eye and the ear. Hangar Bicocca. Bis 10.1.

Mailand: Chen Zhen - Short Circuite. Hangar Bicocca. Bis 21.2.

Mailand: Frida Kahlo. Il caos dentro. Fabbrica del Vapore. Bis 28.3.

Monte Vidon Corrado (FM): I paesaggi di Osvaldo Licini. Centro Studi/Casa Museo Licini. Bis 8.12.

Neapel: Gli Etruschi e il MANN. Museo Archeologico Nazionale. Bis 31.5.

Nuoro: Il regno segreto. Sardegna-Piemonte: una visione postcoloniale. Man. Bis 15.11.

Padua: Van Gogh. I colori della vita. Centro San Gaetano. Bis 11.4.

Padua: I Macchiaioli. Italia che risorge. Palazzo Zabarella. Bis 18.4.

Parma: Fornasetti. Theatrum Mundi. Palazzo della Pilotta. Bis 14.2.

Rivoli (TO): Giolio Paolini - Le Chef-d'oeuvre inconnu. Castello di Rivoli. Bis 31.1.

Rom: Giambattista Piranesi oggi. Museum Casa di Goethe. Bis 17.1.

Rom: The Torlonia Marbles. Collecting Masterpieces. Palazzo Caffarelli/Villa Caffarelli. Bis 29.6.21

Urbino: Castiglione e Raffaello. Momenti della civiltà di corte. Palazzo Ducale. Bis 1.11.

Venedig: Fabio Plessi / L'età dell'oro. Museo Correr. Bis 15.11.

Venedig: Le Muse Inquiete: La Biennale di fronte alla storia. Giardini/Padiglione Centrale Biennale. Bis 8.12.

Venedig: Untitled 2020. Punta della Dogana. Bis 31.12.

Venedig: Henri Cartier-Bresson: Le Grand Jeu. Außerdem: Youssef Nabil. Once upon a dream. Beide Palazzo Grassi. Bis 10.1.

 

 

Demnächst eröffnen:

 

Divine e Avanguardie. La donna nell'arte russa. Palazzo Reale, Mailand, 28.10. bis 5.4.

Giambattista Tiepolo. Gallerie d'Italie, Mailand, 29.10.bis 21.3.

Antonio Ligabue. Vita d'artista (1899-1965). Palazzo dei Diamanti, Ferrara, 30.10. bis 5.4.

De Chirico. Palazzo Blu, Pisa, 7.11. bis 9.5.

L' Ottocento e il mito di Correggio. La nuova Pilotta, Parma, 14.11. bis 3.10.21

Essere umana. Le grandi fotografe raccontano il mondo. Complesso San Domenico, Forlì, 28.11. bis 20.2.