Ausstellungen


LICHT DURCHWIRKTE TABLEAUS

Tiepolo. Venezia, Milano, l’Europa – eine klar strukturierte Ausstellung erzählt, wie italienischer Kunst im 18. Jahrhundert den alten Kontinent erobert. Ihre Wurzeln hat sie in Venedig, das aufstrebende Mailand dient als Sprungbrett.

© Cluverius

Tiepolo in den Gallerie d'Italia in Mailand - ein repräsentativer Rahmen für repräsentative Kunst

Mailand – In Zusammenarbeit mit den Gallerie dell’Accademia di Venezia zeigen die Gallerie d’Italia (Bankgruppe Intesa Sanpaolo) in Mailand die bemerkenswerte Ausstellung Tiepolo - Venezia, Milano, l’Europa. Zu sehen sind rund 70 Exponate überwiegend von Giambattista Tiepolo (Venedig, 1896 – Madrid, 1770), aber auch von seinen Söhnen und von Zeitgenossen wie Canaletto, Piazzetta oder Ricci. Das reicht von Skizzen, Vorstudien für Fresken, bis zu großflächigen Arbeiten, wie der „Trionfo di Aureliano“ aus seiner Jugendzeit oder eine Darstellung San Francescos, vielleicht sein letztes Werk vor dem Tod in Madrid. Wie kein anderer seiner Zeit weiß er abwechselnd historische, mythologische oder religiöse Themen  zu illustrieren.

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DER HIMMEL IN EINEM ZIMMER

Die Fondazione Trussardi präsentiert eine Installation von Ragnar Kjartansson in der Mailänder Pestkirche San Carlo al Lazzaretto

© Cluverius

Kraft der Imagination - Der Gino-Paoli-Song "Il cielo in una stanza" als sechs Stunden loop in der Installation von Ragnar Kjartansson

Mailand (San Carlo al Lazzaretto bis 25.10.) – Die Musikinstallation The Sky in a Room des Isländers Ragnar Kjartansson (1976, Reykjavik), die man in einer kleinen Mailänder Kirche erleben kann, setzt sich auf ganz poetische Art mit der Stimmung in Corona-Zeiten auseinander. Dabei wechseln sich Berufsmusiker ab, die sechs Stunden lang ununterbrochenen ein für Orgel geschriebenes Arrangement des italienischen Chansons Il cielo in una stanza von Gino Paoli (1934, Monfalcone) darbieten. (Hier ein Video Eindruck). 

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DER HOFMANN UND DER MALER

In Urbino setzt sich eine Ausstellung mit Baldassare Castiglione und Raffael Sanzio auseinander

© Cluverius

Baldassare Castiglione wie in sein Freund Raffael um 1515 porträtierte - in Urbino wird eine Kopie des Originals aus dem Louvre gezeigt

Urbino - Anmutig, ausgewogen, geistreich und den schönen Künsten zugeneigt - das sind die idealen Eigenschaften eines Adeligen an italienischen Fürstenhöfen der Renaissance, wie sie Baldassare Castiglione (1478-1529) in seinem berühmten Il libro del cortigiano („Das Buch vom Hofmann)“ beschreibt. In Mantua geboren, in Mailand ausgebildet, war es besonders der Hof von Urbino, der den Humanisten und Diplomaten prägte. In Urbino wurde 1483 auch Raffael Sanzio geboren, der später in Rom Castiglione in einem wundervollen Porträt verewigte. Eine Ausstellung in Urbino versucht nun, die beiden für das italienische Kulturleben im frühen 16. Jahrhundert zentralen Figuren zusammen zu führen.

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IM KERZENLICHT

Der Palazzo Reale in Mailand zeigt eine aufwändige Ausstellung über Georges de La Tour und nordeuropäische Naturalisten der frühen Barockzeit in der Nachfolge von Caravaggio

© MondomostreSkira

"Erziehung der Jungfrau" (um 1650, Öl auf Leinwand, 84 x 100 cm) aus der Frick Collection New York

Mailand (Palazzo Ducale bis 27.9.) – Das sind Gemälde aus der Barockzeit, die lange keinem Künstler richtig zugeordnet werden konnten. Erst vor gut 100 Jahren wurde Georges de La Tour (1593-1652) als Maler vor allem kleinformatiger Arbeiten (wieder) entdeckt. Es sind besonders seine „Nachtbilder“, religiöse aber auch Genredarstellungen, in denen des Licht einer Kerze die Komposition bestimmt. Der Palazzo Reale in Mailand widmet de La Tour – und besonders diesen Nachtbildern – jetzt eine große Ausstellung.

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DAS GEWISSE ETWAS

Vor 500 Jahren starb der „göttliche“ Raffael. Die Jubiläumsausstellung in Rom wird am 2. Juni wieder eröffnet und bleibt bis zum 30. August zu sehen.

© Cluverius

Eine Bäckerstochter aus Trastevere - vielleicht die Geliebte Raffaels. Die "Fornarina" (1518/1520) und Besucher in den Scuderie del Quirinale zur Eröffnung der Ausstellung

Rom (Scuderie del Quirinale bis 30.8.) - Am Anfang steht der Tod. Mit einer perfekt nach Originalmaßen errichteten Kopie des Grabmals aus dem Pantheon beginnt die römische Jubiläumsausstellung zum 500. Todestag des Malers, Architekten und Altertumsforschers Raffael Sanzio in den Scuderie del Quirinale (in Zusammenarbeit mit den Uffizien Florenz), die deshalb im Titel die Lebensdaten umdreht: „Raffaello 1520-1483“. Eine Ausstellung mit prächtigen Leihgaben aus aller Welt von den Porträts (etwa des Baldassarre Castiglione aus Paris) bis zu den Madonnenbildern (zum Beispiel die „Madonna Tempi“ aus München), von Historienbildern („Traum eines Ritters“ aus London) bis zu Zeichnungen und Architekturentwürfen. Und am Ende einer Perlenkette von über 200 Exponaten steht das Selbstporträt des jugendlichen Genies im Alter von 23 oder 24 Jahren aus den Uffizien.

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Außerdem (eine kleine Auswahl)

© Palazzo Reale - mostra Divine...

„Das Kartenhaus“ - Die russische Impressionistin Sinaida Serebrjakova (1884-1967) malt ihre Kinder (1919), hier ein Ausschnitt. Die Arbeit gehört zu den rund 90 Exponaten der gelungenen Mailänder Ausstellung „Divine e Avanguardie. Le donne nell'arte russa“ (Göttinnen und Avantgardistinnen – Frauen in der russischen Kunst), die die Rolle der Frau (als Bildgegenstand wie als Bildschöpferin) von der Ikonenmalerei über die Avantgarde bis zum sozialistischen Realismus untersucht. Arbeiten u.a. von Ilja Repin, Kazimir Malevich oder Aleksandra Ekster. Verlängert bis 12.9. im Palazzo Reale Mailand (Info hier). zurzeit Di-Fr 10-19.30 (Do bis 20.30) Uhr. Eintritt 16 Euro. Katalog Skira (35 Euro). Hier eine Videopräsentation.

neue Covid-Bestimmungen in Italien: MUSEEN UND AUSSTELLUNGEN  SIND ZURZEIT  IN DEN MEISTEN REGIONEN GESCHLOSSEN. ERSTE ÖFFNUNGEN ERST ENDE APRIL MÖGLICH 

 

Ferrara: Antonio Ligabue. Vita d'artista (1899-1965). Palazzo dei Diamanti. Bis 5.4. (?)

Forlì: Dante. La visione dell'Arte. Musei San Domenico. Bis 11.7.

Genua: Michelangelo - divino artista. Palazzo Ducale.  Verlängert bis 2.5.

Mailand: Giambattista Tiepolo. Gallerie d'Italie. Verlängert bis 2.5.

Mailand: Frida Kahlo. Il caos dentro. Fabbrica del Vapore. Verlängert bis 2.5.. 

Mailand: Divine e Avanguardie. La donna nell'arte russa. Palazzo Reale. Verlängert bis 12.9. 

Mailand: Enzo Mari. Triennale. Bis 18.4. 

Mailand: Neil Beloufa: Digital Mourning. Hangar Bicocca. Bis 18.7.

Mailand: Signore dell'Arte. Storie di donne tra '500 e 600. Palazzo Reale. Bis 25.7.

Mailand: Simon Fujiwara: "Who the Baer". Fondazione Prada. Bis 27.9.

Neapel: Gli Etruschi e il MANN. Museo Archeologico Nazionale. Bis 31.5.

Nuoro: Lisetta Carmi. Fotografie in Sardegna 1962-1976. MAN. Bis 20.6.

Padua: Van Gogh. I colori della vita. Centro San Gaetano. Bis 11.4. 

Padua: I Macchiaioli. Italia che risorge. Palazzo Zabarella. Bis 18.4. 

Parma: L' Ottocento e il mito di Correggio. La nuova Pilotta. Bis 30.5.

Pisa: De Chirico. Palazzo Blu. Bis 9.5.

Rom: Savinio. Incanto e mito. Palazzo Altemps. Bis 13.6.

Rom: Quadriennale. Palazzo delle Esposizioni. Bis Frühling 2021 

Rom: The Torlonia Marbles. Collecting Masterpieces. Palazzo Caffarelli/Villa Caffarelli. Bis 29.6. 

Rom: Giambattista Piranesi oggi. Museum Casa di Goethe. Verlängert bis 19.9.

Rom: Aldo Rossi. L'architetto e le città. MAXXI. Bis 17.10.

Rovigo: Gigli, la Callas e Pavarotti. I teatri storici del Polesine. Palazzo Roncale. Bis 4.7.

 

Demnächst eröffnen:

Painting is back. Anni Ottanta, la pittura in Italia. Gallerie d'Italia, Mailand, 2.6. bis 3.10.