Ausstellungen


EIN ENDE OHNE ENDE

Die immer wieder aufflammende Debatte über den Tot der Malerei in der anregenden Ausstellung „Stop Painting“ in der Fondazione Prada (Venedig), die Peter Fischli kuratiert hat.

© Cluverius

Politik statt Elfenbeinturm? Arbeit von Jörg Immendorf (Acryl auf Leinwand, 1973), Musée d'Art Moderne de Paris

Venedig/Mailand - Ein Gespenst geht um in der Welt. Das Gespenst, das regelmäßig das Ende der Gemäldekunst verkündet. Bereits um 1840 rief Paul Delaroche angesichts erster Fotografien aus: „Von nun an ist die Malerei tot.“ Wir wissen, dass er nicht recht behielt. Aber die bis heute nicht abbrechende Folge von Todesmeldungen hat den Schweizer Peter Fischli animiert, in der Ausstellung Stop Painting  der Fondazione Prada Venedig darüber nachzudenken, ob diese Debatte nicht ein Gespenst, eben ein „Phantom-Problem“ sein könnte. Und so findet sich der Künstler nach dem Tod seines langjährigen Partners David Weiss in der ungewohnten Rolle des Kurators wieder.

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DIE LANDSCHAFT UND IHR ZAUBER

In einer Mailänder Wunderkammer präsentiert das Architekturbüro LAND seine 30jährige Unternehmensgeschichte – und schafft Raum für Zukunftsdebatten

© Ca' Corniani / Generali

Artenvielfalt und Produktivität - grüne Zukunft im LAND-Projekt Ca' Corniani für Generali

Mailand – In großen Zusammenhängen denken, aber klein und auf den Punkt genau handeln. Das gehört zur Philosophie des Landschaftsarchitekten und Urbanisten Andreas Kipar und des von ihm vor 30 Jahren mitbegründeten internationalen Büro LAND (Mailand, Düsseldorf, Lugano). Unter den aktuellen Herausforderungen durch den Klimawandel, den Naturabbau und das Bevölkerungswachstum konnten in den vergangenen Jahren anhand vieler Planungen „Denkweisen erarbeitet werden“, die, so der 61jährige Architekt, „den Umweltbegriff weiten und die Zusammenhänge von Menschen, Pflanzen, Tieren und dazu auch von Luft und Böden erkennen und in den Vordergrund stellen.“ Eine Ausstellung in Mailand mit rund 80 Projekten von LAND schreibt jetzt in der schlaglichtartigen Präsentation einer eklektischen Wunderkammer nicht nur eine spannende Unternehmensgeschichte, sondern weist auch ideell in die Zukunft.

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DER PRIVATE BLICK

Ein Buch und eine lohnende Ausstellung in Padua zum Leben von Vincent van Gogh, mit der ein Kritiker wie Marco Goldin seine langjährige Auseinandersetzung mit dem Künstler auf den Punkt bringt

© Linea d'ombra

Gegen Ende eines Lebens - Landschaft bei Saint-Rémy 1889 (Öl auf Leinwand 70,5 x 88,5 cm) aus der Ny Carlsberg Glyptotek Kopenhagen

Mailand/Padua (bis 6. Juni) – Seit über 20 Jahren beschäftigt sich der Kunsthistoriker Marco Goldin mit dem Maler Vincent van Gogh (1853-1890). Der inzwischen 60jährige Goldin, der aus Treviso stammt, hat sich in Norditalien einen Namen mit Blockbusterausstellungen zu Künstlern der zweiten Hälfte des 19. Jahrhundert gemacht, also vor allem über Impressionisten, Spätimpressionisten und Expressionisten nicht nur aus Frankreich. In diesem Rahmen hat er konsequent seine Annäherung an van Gogh auch mit literarischen Texten vorangetrieben. Parallel zu der im vergangenen Herbst in Padua eröffneten – und dann wegen der Pandemie lange geschlossenen – Ausstellung Van Gogh. I colori della vita, veröffentlichte er beim Mailänder Verlag La nave di Teseo eine Art Biographie des Künstlers. Genauer gesagt auf Basis der umfangreichen Briefwechsel van Goghs eine autobiografia mai scritta („nie geschriebene Autobiographie“), wie es im Untertitel heißt. Das ist nun nicht das Buch zur Ausstellung, sondern man könnte eher umgekehrt von einer Ausstellung zum Buch sprechen.

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LICHT DURCHWIRKTE TABLEAUS

Tiepolo. Venezia, Milano, l’Europa – eine klar strukturierte Ausstellung erzählt, wie italienischer Kunst im 18. Jahrhundert den alten Kontinent erobert. Ihre Wurzeln hat sie in Venedig, das aufstrebende Mailand dient als Sprungbrett.

© Cluverius

Tiepolo in den Gallerie d'Italia in Mailand - ein repräsentativer Rahmen für repräsentative Kunst

Mailand – In Zusammenarbeit mit den Gallerie dell’Accademia di Venezia zeigen die Gallerie d’Italia (Bankgruppe Intesa Sanpaolo) in Mailand die bemerkenswerte Ausstellung Tiepolo - Venezia, Milano, l’Europa. Zu sehen sind rund 70 Exponate überwiegend von Giambattista Tiepolo (Venedig, 1896 – Madrid, 1770), aber auch von seinen Söhnen und von Zeitgenossen wie Canaletto, Piazzetta oder Ricci. Das reicht von Skizzen, Vorstudien für Fresken, bis zu großflächigen Arbeiten, wie der „Trionfo di Aureliano“ aus seiner Jugendzeit oder eine Darstellung San Francescos, vielleicht sein letztes Werk vor dem Tod in Madrid. Wie kein anderer seiner Zeit weiß er abwechselnd historische, mythologische oder religiöse Themen  zu illustrieren.

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DER HIMMEL IN EINEM ZIMMER

Die Fondazione Trussardi präsentiert eine Installation von Ragnar Kjartansson in der Mailänder Pestkirche San Carlo al Lazzaretto

© Cluverius

Kraft der Imagination - Der Gino-Paoli-Song "Il cielo in una stanza" als sechs Stunden loop in der Installation von Ragnar Kjartansson

Mailand (San Carlo al Lazzaretto bis 25.10.) – Die Musikinstallation The Sky in a Room des Isländers Ragnar Kjartansson (1976, Reykjavik), die man in einer kleinen Mailänder Kirche erleben kann, setzt sich auf ganz poetische Art mit der Stimmung in Corona-Zeiten auseinander. Dabei wechseln sich Berufsmusiker ab, die sechs Stunden lang ununterbrochenen ein für Orgel geschriebenes Arrangement des italienischen Chansons Il cielo in una stanza von Gino Paoli (1934, Monfalcone) darbieten. (Hier ein Video Eindruck). 

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Außerdem (eine kleine Auswahl)

© Mostra Monet Milano

Mit Monets Segelboot  aus dem Jahr 1885 begibt sich der Mailänder Palazzo Reale auf Reisen durch die diesjährige Herbst-/Wintersaison. Eine Ausstellung über Claude Monet (1840-1926) in Zusammenarbeit mit dem Musée Marmottan (Paris) präsentiert 53 Exponate vor allem aus der impressionistischen Zeit des Künstlers sowie aus dem Spätwerk: Monet. Palazzo Reale, Mailand. Bis 30. Januar, tgl. außer Mo 10 bis 19.30 Uhr (Do bis 22.30 Uhr), Eintritt 14 Euro, Katalog Skira. Info: www.monetmilano.it

Covid-Bestimmungen in Italien:  In MUSEEN UND AUSSTELLUNGEN gilt ab dem 6. Dezember die 2G-Regel.

 

Bozen: Techno. Museion. Bis 16.3.

Cagliari: Viaggio in Sardegna. Paolo Ventura  Fotografo. Fondazione di Sardegna. Bis 31.3.

Florenz: Jeff Koons. Shine. Palazzo Strozzi. Bis 3.1.

Florenz: Monte Verità. Back to nature. Museo Novecento Firenze. Bis 10.4.

Loveno di Menaggio (Co): Tanja Nittka - Nunc Stans. Villa Vigoni. Bis 28.2.

Mailand: Sturm & Drang. Computer-generated imagery (CGI). Osservatorio Prada. Bis 22.1.

Mailand: Monet. Reflection. Palazzo Reale. Bis 30.1.

Mailand: Corpus Domini. Dal corpo glorioso alle rovine dell'anima. Palazzo Reale. Bis 30.1.

Mailand: Tania Bruguera. PAC. Bis 13.2.

Mailand: Maurizio Cattelan: Breath Ghosts Blind. Pirelli Hangar Bicocca. Bis 20.2.

Mailand: Realismo Magico. Uno stile italiano. Palazzo Reale. Bis 27.2.

Mailand: Domenico Gnoli. Fondazione Prada. Bis 27.2.

Mailand: Saul Steinberg. Milano New York. Triennale. Bis 13.3.

Mailand: Mario Sironi. Sintesi e grandiosità. Museo del Novecento. Bis 27.3.

Mailand: Grand Tour. Sogno d'Italia da Venezia a Pompei. Gallerie d'Italia. Bis 27.3.

Mendrisio: A.R. Penck (1939-2017). Museo d'Arte. Bis 13.2.

Meran: The Poetry of Translation. KunstMeran MeranoArte. Bis 13.2.

Prato: Hi Woman! La notizia del futuro. Palazzo Pretorio. Bis 27.2.

Ravenna: Dante. Gli occhi e la mente. UnEpopeaPOP. MAR (Museo d'Arte della città). Bis 9.1.

Rom: The Torlonia Marbles. Collecting Masterpieces. Palazzo Caffarelli/Villa Caffarelli. Verlängert bis 9.1.

Rom: Raffaello e la Domus Aurea. L'invenzione delle grottesche. Domus Aurea. Bis 7.1.

Rom: Schreiben. Kunst. Forschung. Friedrich Noack (1858-1930) in Italien. Casa di Goethe. Bis 18.4.

Rom: Supernova. Cao Fei. MaXXI. Bis 21.5.

Rovereto: Canova tra innocenza e peccato. Mart. Bis 18.4.

Rovigo: La Grande Alluvione. Palazzo Roncale. Bis 31.1.

Sassari: Antonio Marras: Sulle Tracce di Clemente. Tradizione e attualità. Museo Sanna. Bis 16.6.

Venedig: Georg Baselitz. Archinto. Palazzo Grimani. Bis 27.11.

Venedig: Bruce Nauman: Contrapposto studies. Punta della Dogana. Bis 9.1.

Venedig: Venetia 1600. Nascite e Rinascite. Palazzo Ducale. Bis 25.3.

Vercelli: Francesco Messina. Prodigi di bellezza. Pal. Arcivescovile. Bis 28.2.

 

Demnächst eröffnen:

Dai Romantici a Segantini (Arbeiten Fond. Oskar Reinhart). Centro San Gaetano, Padua, 29.1. - 5.6.

Useless Bodies? Elmgreen & Dragset. Fondazione Prada, Mailand, 31.3. bis 22.8.