Ausstellungen


Heimkehr ins Dorf von gestern

Der Spazio Ilisso in Nuoro zeigt Arbeiten der deutschen Fotografin Marianne Sin-Pfältzer über das Leben auf Sardinien zwischen Tradition und Wandel 

© Ilisso Edizioni

Ein Blick für Kinder - Alghero (1960)

Nuoro (Spazio Ilisso bis 30.April)- Marianne Sin-Pfältzer, 1926 in Hanau geboren, kam 1955 zum ersten Mal nach Sardinien – und fand auf der Insel ihren Lebensmittelpunkt. Sie starb in Nuoro 2015. In ihren Fotos, die jetzt im Spazio Ilisso (Nuoro) präsentiert werden, zeigt sich die "Wucht der Gegensätze zwischen Tradition und Wandel", wie es einmal der Schriftsteller und Anthropologe Giulio Angioni (1939 - 2017) formuliert hat. Die Arbeiten von Marianne Sin-Pfältzer (s/w wie color) spiegeln das Leben auf Sardinien bis in die 1970er Jahre wieder. In abgelegenen Dörfern oder einsamen Landstrichen, an der Küste oder in Städten wie Cagliari, bei der Arbeit oder bei Feierlichkeiten. Und immer kann man Menschen in die Augen schauen.

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SIE LIEBTE DIE KUNST UND VIELE KÜNSTLER

© Cluverius

Wiederentdeckt - Grace Hartigan, eine der wenigen Künstlerinnen, die sich in der US-Männerszene durchsetzen konnten, in der Sammlung von Peggy Guggenheim in Venedig mit dem Gemälde "Ireland" ( Öl auf Leinwand, 200 x 271 cm) 1958

Eine Ausstellung in Venedig feiert die Sammelleidenschaft von Peggy Guggenheim als „letzte Dogaressa“

Venedig (Coll. Peggy Guggenheim bis 27.1.2020) – Die erste Biennale von Venedig nach dem zweiten Weltkrieg, an der 1948 nur 14 Nationen teilnahmen, wollte ein Zeichen setzen für die Freiheit der Kulturen und gegen die Barbarei der Diktaturen. Ein weiter Bogen vereinte Werke von Cézanne bis Chagall, von Turner bis Guttuso, von Ensor bis Klimt. Einen deutlichen Akzent von Gegenwartskunst setzte die New Yorker Sammlerin Peggy Guggenheim, die eingeladen war, einen Teil ihrer Kollektion unter anderem mit Kubisten und Surrealisten zu zeigen. Zur Sammlung gehörten auch Werke amerikanischer Künstler des sogenannten abstrakten Impressionismus, die zum ersten Mal nach Europa kamen. Allen voran Jackson Pollock („Jack the Dripper“) mit seiner revolutionären Methode, Farbe auf die am Boden liegende Leinwand zu tröpfeln.

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EIN HELDENHAFTES GESCHENK

Der Werther und Italien – eine Ausstellung in der Casa di Goethe spiegelt die Rezeptionsgeschichte eines europäischen Bestsellers südlich der Alpen

© Cluverius

Gemeinsam den Werther lesen - Aquarell von Heinrich Beck (Ausschnitt)

Rom (Casa di Goethe bis 20.9.2019) - Die Casa di Goethe in Rom, eingerichtet in den Räumen, in denen Goethe bei seinem Romaufenthalt lebte, zeigt eine Ausstellung darüber, „wie Italien den Werther las“. Unter dem Titel Poesia e destino / Poesie und Schicksal illustrieren Gemälde, Skizzen, Buchausgaben, Kultobjekte und Fotografien über 200 Jahre Kulturgeschichte. Maria Gazzetti, Leiterin der Casa di Goethe, hat die kleine aber feine Ausstellung kuratiert, die parallel zur Schau „Goethe. Verwandlung der Welt“ in der Bonner Kunsthalle (17. Mai bis 20. September) stattfindet.

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AZURBLAUE UNENDLICHKEIT

Ein Maler und seine Leidenschaft - Die sizilianischen Meerstudien von Piero Guccione im Museo d’arte Mendrisio

©Museo d'arte, Mendrisio Foto Cosimo Filippini 2019

Blaue Linientreue - Piero Guccione: "La Linea azzurra "(2007), Öl auf Leinwand 81 x 111 cm

Mendrisio (Museo d’arte bis 30.6.) – Der Ort Scicli liegt an der südöstlichen Spitze Sizilien, wo die größte Insel Italiens bei der Punta Corvo über das Mediterraneo nach Afrika weist. Hier kam 1935 Piero Guccione auf die Welt. Das Meer mit all seinen Variationen wurde dem Maler zur ästhetischen Leidenschaft: „Mich fasziniert der absolute Stillstand des Meeres, das jedoch unentwegt in Bewegung bleibt.“ Das Museo d’arte Mendrisio (Tessin) zeigt jetzt das Spätwerk von Piero Guccione, der 2018 im Alter von 83 Jahren in Modica starb. Unter dem Titel La pittura come il mare ("Malerei wie das Meer") sind 56 Arbeiten vorwiegend in Öl- aber auch in Pastell-Technik zu sehen.

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VON PIERMARINI BIS BOTTA

240 Jahre Teatro alla Scala in einer kleinen Ausstellung des Scala-Museums

© Cluverius

"Für mich ist es das erste Theater der Welt" schrieb Stendhal 1816 - Angelo Inganni malte das Teatro alla Scala im Stil der Romantik 1852

Mailand (Museo Teatrale alla Scala bis 30.4.2019) - Nachdem das Teatro Regio Ducale innerhalb des Mailänder Herzogspalast 1776 zum dritten Mal ein Opfer von Flammen geworden war, finanzierten Adelige und Bürger der Stadt den Neubau eines Opernhauses - diesmal aus Stein und als Einzelgebäude. Die Landesherrin – damals die Habsburgerin Maria Theresia – genehmigte dafür den Abriss der Kirche Santa Maria alla Scala. Nach Plänen des Architekten Giuseppe Piermarini wurde das neue Opernhaus in nur 23 Monaten in klassizistischen Formen errichtet und im August 1778 mit Europa riconosciuta von Antonio Salieri eröffnet. In ihrer wechselhaften Geschichte war die Bühne ein Spiegel der kulturellen und politischen Zeitläufe. Zugleich war sie kontinuierlich baulichen und strukturellen Veränderungen unterworfen. Bis hin zu den Erweiterungen des Tessiner Architekten Mario Botta, der gerade mit einem Turmbau die Umbauten von 2002/2004 ergänzt. Eine kleine Ausstellung im Scala-Museum verfolgt jetzt 240 Jahre Geschichte von Piermarini bis Botta.

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WENN ZUFALL METHODE IST

10 Jahre Museion Bozen mit einer erfrischenden Ausstellung von John Armleder

©Foto Luca Meneghel

John Armleder beim Aufbau der Ausstellung

Bozen (Museion bis 6.1.2019) - Es geht tierisch zu. Bär und Gämse sagen sich zwischen blumigen Arrangements gute Nacht. Und über Tannenbäumen schwebt ein Raubvogel. Zehn Jahre nach ihrer Gründung 2008 feiert die Bozener Ausstellungseinrichtung Museion mit einem Auftritt des Schweizer Allroundkünstlers John Armleder (Genf, 1948) sich selbst mit viel Ironie.

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DIE RÖTE DES ROTS

Gerhard Richter macht auf einer Ausstellung in Mantua gemeinsame Sache mit Tizian

copyright Gerhard Richter 2018 / Foto: Cluverius

Vom Blitz getroffen  - Gerhard Richter: Verkündigung nach Tizian - Druck auf Aluminium (2018) nach einer Vermalung von 1972

Mantua (Palazzo Te bis 6.1.2019) - Das ist ein Treffen der besonderen Art: Gerhard Richter, vor 86 Jahren in Dresden geboren, einer der höchst bezahlten lebenden Künstler weltweit, und Tizian Vecellio, 1576 im Alter von 88 Jahren in Venedig gestorben, der Superstar der venezianischen Spätrenaissance im Übergang zum Manierismus. Als Richter 1972 während der Zeit seiner Biennale Beteiligung Tizians Verkündigung in der Scuola di San Rocco gegenüber stand, muss ihn das „wie ein Blitz getroffen haben.“ Das sagt Helmut Friedel, der jetzt im Palazzo Te (Mantua) eine Ausstellung kuratiert, die Richters Beziehung zu Tizian nachspürt und bei der Richter selbst mit Hand angelegt hat.

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Außerdem (eine kleine Auswahl)

VORERST GESCHLOSSEN

© Cluverius

Nach dem jüngsten Regierungsdekret bleiben in Italien alle Museen und Ausstellungen bis zum 3. April geschlossen. Danach wird neu entschieden. Hier die Ankündigung an der Mailänder Pinakothek Brera

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© Cluverius

Mailand und der Pirellone zu Gast in Rom. Im MAXXI ist zur Zeit die schöne Ausstellung „Gio Ponti – amare l’architettura/loving architecture“ zu sehen. Der Titel geht auf die Sammlung von Aphorismen des großen Mailänder Architekten, Designer und Kommunikator Gio Ponti (1891-1979) zum Thema Bauen zurück. Wie hier: „Welche Wege in der Architektur? – Vom Schweren zum Leichten, vom Trüben zum Durchsichtigen, vom Bestechlichen zum Nichtbestechlichen, vom Vielteiligen zum Vereinten.“ Zu sehen sind viele seiner von Leichtigkeit geprägten Projekte in der lombardischen Metropole und in Italien (wie die neue Kathedrale von Taranto). Mit Materialen aus dem Mailänder Ponti-Archiv und der Uni-Parma untersucht die Ausstellung auch sein Verhältnis zur Natur. Ein Plädoyer zur Begrünung nicht nur von Fassaden, sondern von ganzen Stadtteilen -nachzulesen in frühen Texten der von ihm selbst begründeten Zeitschrift „domus“. Gio Ponti – amare l’architettura/ loving architecture. MAXXI, Rom, bis 16. April 2020, Katalog Edition Forma (italienisch/englisch) 42 Euro

Bologna: Etruschi. Viaggio nelle terre dei Rasna. Museo Civico Archeologico. Bis 24.5.

Brescia: Donne nell'arte. Palazzo Martinengo. Bis 7.6.

Chiasso: Alberto Giacometti. Il corpus grafico. Museo Max. Bis 13.9.

Ferrara: De Nittis. La rivoluzione dello sguardo. Palazzo Diamanti. Bis 13.4.

Ferrara: Tra simbolismo e futurismo. Gaetano Previati. Castello Estense. Bis 7.6.

Florenz: Tomàs Saraceno. Aria. Palazzo Strozzi. Bis 19.7.

Forlì: Ulisse. L'arte e mito. Musei San Domenico. Bis 21.6.

Genua: Anni venti in Italia. Palazzo Ducale. Verlängert bis 22.3.

Genua: Il secondo principio di Bansky. Palazzo Ducale. Verlängert bis 13.4.

Mailand: Canova. I volti ideali. Galleria d'Arte Moderna (GAM).Bis 15.3.

Mailand: Canova - Thorvaldsen. La nascita della scultura moderna. Gallerie d'Italia. Bis 15.3.

Mailand: Stile Milano. Storie di Eleganza. Costume, moda, immagine. Palazzo Morando. Bis 29.3.

Mailand: L'atelier di Leonardo e Salvator Mundi. Castello Sforzesco. Bis 19.4.

Mailand: Sotto l'ombra del Moro. La sala delle asse. Castello Sforzesco. Bis 19.4.

Mailand: Nei palchi della Scala. Storie milanesi. Museo Teatro alla Scala. Bis 30.5.

Mailand: Georges de La Tour. L'Europa della luce. Palazzo Reale. Bis 7.6.

Mailand: Liu Ye. Storytelling. Fondazione Prada. Bis 28.9.

Novara: Divisionismo - la rivoluzione della luce. Castello Visconteo Sforzesco. Novara. Bis 5.4.

Nuoro: Marianne Sin-Pfältzer. Paesaggi umani. Spazio Illiso. Bis 30.4.

Rimini: Fellini 100. Genio immortale. Castel Sismondo. Bis 15.3.

Rom: Gio Ponti. Amare l'architettura. MAXXI. Bis 16.4.

Rom: Raffaello. Scuderie del Quirinale. Bis 2.6.

Rovereto: Tuuumultum! Musica e Rumore delle Collezione Mart. Mart. Bis 29.3.

Turin: Andrea Mantegna. Rivivere l'antico costruire il moderno. Palazzo Madama. Bis 4.5.

Ulassai: Maria Lai. Lente sul mondo. Stazione dell'arte. Bis 22.3

Vicenza: Ritratti di donna. Ubaldo Oppi e gli anni 20. Basilica Palladiana. Bis 13.4.

Demnächst eröffnen:

Henri Cartier-Bresson: Le Grand Jeu. Palazzo Grassi, Venedig, 22.3. bis 10.1.21 (NEUE DATEN NOCH UNGEWISS)

The Torlonia Marbles. Collecting Masterpieces. Palazzo Caffarelli, Rom, 25.3. bis 10.1.21 (NEUE DATEN NOCH UNGEWISS)

Michelangelo - divino artista. Palazzo Ducale, Genua, 26.3. bis 19.7 - VERLEGT 8.10. bis 24.1.2021