Ausstellungen


DAS GEWISSE ETWAS

Vor 500 Jahren starb der „göttliche“ Raffael. Die Jubiläumsausstellung in Rom wird am 2. Juni wieder eröffnet und bleibt bis zum 30. August zu sehen.

© Cluverius

Eine Bäckerstochter aus Trastevere - vielleicht die Geliebte Raffaels. Die "Fornarina" (1518/1520) und Besucher in den Scuderie del Quirinale zur Eröffnung der Ausstellung

Rom (Scuderie del Quirinale bis 30.8.) - Am Anfang steht der Tod. Mit einer perfekt nach Originalmaßen errichteten Kopie des Grabmals aus dem Pantheon beginnt die römische Jubiläumsausstellung zum 500. Todestag des Malers, Architekten und Altertumsforschers Raffael Sanzio in den Scuderie del Quirinale (in Zusammenarbeit mit den Uffizien Florenz), die deshalb im Titel die Lebensdaten umdreht: „Raffaello 1520-1483“. Eine Ausstellung mit prächtigen Leihgaben aus aller Welt von den Porträts (etwa des Baldassarre Castiglione aus Paris) bis zu den Madonnenbildern (zum Beispiel die „Madonna Tempi“ aus München), von Historienbildern („Traum eines Ritters“ aus London) bis zu Zeichnungen und Architekturentwürfen. Und am Ende einer Perlenkette von über 200 Exponaten steht das Selbstporträt des jugendlichen Genies im Alter von 23 oder 24 Jahren aus den Uffizien.

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Heimkehr ins Dorf von gestern

Der Spazio Ilisso in Nuoro zeigt Arbeiten der deutschen Fotografin Marianne Sin-Pfältzer über das Leben auf Sardinien zwischen Tradition und Wandel 

© Ilisso Edizioni

Ein Blick für Kinder - Alghero (1960)

Nuoro (Spazio Ilisso bis 30.April)- Marianne Sin-Pfältzer, 1926 in Hanau geboren, kam 1955 zum ersten Mal nach Sardinien – und fand auf der Insel ihren Lebensmittelpunkt. Sie starb in Nuoro 2015. In ihren Fotos, die jetzt im Spazio Ilisso (Nuoro) präsentiert werden, zeigt sich die "Wucht der Gegensätze zwischen Tradition und Wandel", wie es einmal der Schriftsteller und Anthropologe Giulio Angioni (1939 - 2017) formuliert hat. Die Arbeiten von Marianne Sin-Pfältzer (s/w wie color) spiegeln das Leben auf Sardinien bis in die 1970er Jahre wieder. In abgelegenen Dörfern oder einsamen Landstrichen, an der Küste oder in Städten wie Cagliari, bei der Arbeit oder bei Feierlichkeiten. Und immer kann man Menschen in die Augen schauen.

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SIE LIEBTE DIE KUNST UND VIELE KÜNSTLER

© Cluverius

Wiederentdeckt - Grace Hartigan, eine der wenigen Künstlerinnen, die sich in der US-Männerszene durchsetzen konnten, in der Sammlung von Peggy Guggenheim in Venedig mit dem Gemälde "Ireland" ( Öl auf Leinwand, 200 x 271 cm) 1958

Eine Ausstellung in Venedig feiert die Sammelleidenschaft von Peggy Guggenheim als „letzte Dogaressa“

Venedig (Coll. Peggy Guggenheim bis 27.1.2020) – Die erste Biennale von Venedig nach dem zweiten Weltkrieg, an der 1948 nur 14 Nationen teilnahmen, wollte ein Zeichen setzen für die Freiheit der Kulturen und gegen die Barbarei der Diktaturen. Ein weiter Bogen vereinte Werke von Cézanne bis Chagall, von Turner bis Guttuso, von Ensor bis Klimt. Einen deutlichen Akzent von Gegenwartskunst setzte die New Yorker Sammlerin Peggy Guggenheim, die eingeladen war, einen Teil ihrer Kollektion unter anderem mit Kubisten und Surrealisten zu zeigen. Zur Sammlung gehörten auch Werke amerikanischer Künstler des sogenannten abstrakten Impressionismus, die zum ersten Mal nach Europa kamen. Allen voran Jackson Pollock („Jack the Dripper“) mit seiner revolutionären Methode, Farbe auf die am Boden liegende Leinwand zu tröpfeln.

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EIN HELDENHAFTES GESCHENK

Der Werther und Italien – eine Ausstellung in der Casa di Goethe spiegelt die Rezeptionsgeschichte eines europäischen Bestsellers südlich der Alpen

© Cluverius

Gemeinsam den Werther lesen - Aquarell von Heinrich Beck (Ausschnitt)

Rom (Casa di Goethe bis 20.9.2019) - Die Casa di Goethe in Rom, eingerichtet in den Räumen, in denen Goethe bei seinem Romaufenthalt lebte, zeigt eine Ausstellung darüber, „wie Italien den Werther las“. Unter dem Titel Poesia e destino / Poesie und Schicksal illustrieren Gemälde, Skizzen, Buchausgaben, Kultobjekte und Fotografien über 200 Jahre Kulturgeschichte. Maria Gazzetti, Leiterin der Casa di Goethe, hat die kleine aber feine Ausstellung kuratiert, die parallel zur Schau „Goethe. Verwandlung der Welt“ in der Bonner Kunsthalle (17. Mai bis 20. September) stattfindet.

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AZURBLAUE UNENDLICHKEIT

Ein Maler und seine Leidenschaft - Die sizilianischen Meerstudien von Piero Guccione im Museo d’arte Mendrisio

©Museo d'arte, Mendrisio Foto Cosimo Filippini 2019

Blaue Linientreue - Piero Guccione: "La Linea azzurra "(2007), Öl auf Leinwand 81 x 111 cm

Mendrisio (Museo d’arte bis 30.6.) – Der Ort Scicli liegt an der südöstlichen Spitze Sizilien, wo die größte Insel Italiens bei der Punta Corvo über das Mediterraneo nach Afrika weist. Hier kam 1935 Piero Guccione auf die Welt. Das Meer mit all seinen Variationen wurde dem Maler zur ästhetischen Leidenschaft: „Mich fasziniert der absolute Stillstand des Meeres, das jedoch unentwegt in Bewegung bleibt.“ Das Museo d’arte Mendrisio (Tessin) zeigt jetzt das Spätwerk von Piero Guccione, der 2018 im Alter von 83 Jahren in Modica starb. Unter dem Titel La pittura come il mare ("Malerei wie das Meer") sind 56 Arbeiten vorwiegend in Öl- aber auch in Pastell-Technik zu sehen.

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Außerdem (eine kleine Auswahl)

VORERST GESCHLOSSEN

© Cluverius

Nach dem jüngsten Regierungsdekret bleiben in Italien alle Museen und Ausstellungen geschlossen. Anfang Mai wird neu entschieden. Hier die Ankündigung an der Mailänder Pinakothek Brera

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Bologna: Etruschi. Viaggio nelle terre dei Rasna. Museo Civico Archeologico. Bis 24.5.

Brescia: Donne nell'arte. Palazzo Martinengo. Bis 7.6.

Chiasso: Alberto Giacometti. Il corpus grafico. Museo Max. Bis 13.9.

Ferrara: Tra simbolismo e futurismo. Gaetano Previati. Castello Estense. Bis 7.6.

Florenz: Tomàs Saraceno. Aria. Palazzo Strozzi. Bis 19.7.

Forlì: Ulisse. L'arte e mito. Musei San Domenico. Bis 21.6.

Mailand: Nei palchi della Scala. Storie milanesi. Museo Teatro alla Scala. Bis 30.5.

Mailand: Georges de La Tour. L'Europa della luce. Palazzo Reale. Verlängert bis 27.9.

Mailand: Liu Ye. Storytelling. Fondazione Prada. Bis 28.9.

Rom: Raffaello. Scuderie del Quirinale. Verlängert bis 30.8.

Turin: Andrea Mantegna. Rivivere l'antico costruire il moderno. Palazzo Madama. Bis 4.5.

Demnächst eröffnen:

Henri Cartier-Bresson: Le Grand Jeu. Palazzo Grassi, Venedig, 22.3. bis 10.1.21 (NEUE DATEN NOCH UNGEWISS)

The Torlonia Marbles. Collecting Masterpieces. Palazzo Caffarelli, Rom, 25.3. bis 10.1.21 (NEUE DATEN NOCH UNGEWISS)

Michelangelo - divino artista. Palazzo Ducale, Genua, VERLEGT 8.10. bis 24.1.2021