Ausstellungen


PUNKT UND KONTRAPUNKT

Bruce Nauman, Dineo Seshee Bopape und der Mailänder Pirelli HangarBicocca

©Courtesy Hangar Bicocca

Bruce Nauman: "Human Nature/Knows Doesn't Know", Installation 1983/1986

 Mailand (Hangar Bicocca bis 26.2.) – Nach Steve McQueen und Anicka Yi in diesem Frühjahr zeigt der Mailänder Pirelli HangerBicocca jetzt im Herbst/Winter als Hauptausstellung Bruce Nauman Neon Corridors Rooms. Für 2023 sind u.a. weitere Ausstellungen von Ann Veronica Janssens, James Lee Byars oder Thao Nguyen Phan geplant. Die monografische Ausstellungen von internationalen Künstlerinnen und Künstlern, die sowohl neue Produktionen als auch Leihgaben aus den wichtigsten Museen der Welt umfassen, belegen die Bedeutung dieser Kultureinrichtung für die Szene der Gegenwartskunst in Italien. Das ist nicht zuletzt ein Verdienst von Vicente Todolí und seinem Team von Kuratorinnen und Kuratoren.

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GÜLDENE DUNKELHEIT

Der amerikanische Künstler Nari Ward verwandelt auf Einladung der Fondazione Trussardi das Schwimmbecken eines Mailänder Freibades in einen goldglänzenden „Emergence Pool“

© Cluverius

Es ist nicht alles Gold, was glänzt - Installation "Emergence Pool" (2022) von Nari Ward

Mailand (Centro Balneare Romano bis 16.10.) – Golden schimmert die Wasseroberfläche des Mailänder Schwimmbads „Centro Balneare Romano“. Hunderte Rettungsdecken, wie man sie etwa von der Bergung von Flüchtlingen aus dem Mittelmeer kennt, bewegen sich sanft auf dem Wasser des Freibads. Manche Decken werden vom Wind angehoben, verschoben, so dass Helfer in Taucheranzügen ins Becken steigen und sie wieder in Position bringen. Emergence Pool nennt der amerikanische Künstler Nari Ward (geboren in Jamaika 1963) seine für die Stadt Mailand projektierte Installation. Sie ist der Höhepunkt einer kleinen, von Massimiliano Gioni kuratierten Ausstellung der Fondazione Nicola Trussardi mit dem Titel Gilded Darkness.

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DAS DENKEN ALS COLLAGE

Italien feiert Louise Nevelson in mehreren Ausstellungen unter anderem in Venedig und in Mailand

© Cluverius

Ein Leben mit Collagen - Arbeiten aus den 1960er- und 1970er-Jahren von Louise Nevelson selbst arrangiert (Galerie Giò Marconi, Mailand)

Mailand/Venedig – In historischen „Kapseln“ erinnert die diesjährige Biennale dell‘Arte u.a. an die US-amerikanische Künstlerin Louise Nevelson (Kiew 1899 – New York 1988). Ihre vom Kubismus beeinflussten und ebenso mit der Arte Povera verwandten Arbeiten kann man aber vor allem auf zwei größeren Ausstellungen in Mailand und in Venedig verfolgen. Dazu kommt eine kleine Initiative in Castelfranco Veneto. In Venedig stehen in den gerade restaurierten und wieder zugänglich gemachten Procuratie Vecchie an der Piazza San Marco die Skulpturen und Wandinstallationen im Mittelpunkt. In Mailand geht es um die Collagen auch im Zusammenhang mit der Buchveröffentlichung „Out of Order. The Collages of Louise Nevelson“ in englischer Sprache.

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NEUE FREUNDLICHKEIT

Die Skulptur „You“ oder Warum Maurizio Cattelan Angela Merkel sein möchte

© Roberto Marossi

"You", Skulptur von Maurizio Cattelan (2021) in der Casa Wassermann (Silikonplatin, Glasfaserepoxid, Edelstahl, echtes Haar, Hanftücher und Hanfseile, Blumen; 140 × 40 × 25 cm; Credits by Roberto Marossi. Courtesy the artist and MASSIMODECARLO)

Mailand (Galleria Massimodecarlo bis 25. 6.)Hier hängt er nun im blauen Anzug mit Krawatte, einen Blumenstrauß in der Hand, barfuß und den Strick um in den Hals im grünen Marmorbad der Mailänder Galerie von Massimo De Carlo: eine der typischen Puppen von Maurizio Cattelan, die sein Antlitz - diesmal mit einem traurigen Lächeln - tragen. You nennt sich diese brandneue Arbeit. Aber was die einen schockiert, lässt andere nur gähnen. Cattelan, einst mit dem betenden Hitler, dem erschlagenen Papst oder dem erhängten Kind ein willkommener Provokateur und Meister der Ironie, so die Kritikerin Alessandra Mammì in der Zeitschrift Artribune, wiederhole sich nur noch müde selbst. Schockierend seien die Zeitläufe, nicht eine erhängte Puppe im Nobelklo.

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DEUTSCH-RÖMISCHES PUZZLE

Casa di Goethe (1):  Friedrich Noack (1858-1930) in Italien. Schreiben, Kunst & Forschung. Eine Ausstellung

© Casa di Goethe/mostra Noack

Friedrich Noack als Aquarellist: Blick auf San Pietro (Ausschnitt)

Mailand/Rom (Casa di Goethe bis 18.9.) - Das 19. Jahrhundert und die Deutschen in Rom: „Mit Vorliebe setzten sich zwei oder drei Landsleute in eine versteckte Weinkneipe zusammen und schimpften auf die anderen.“ So zitiert der Kulturhistoriker Friedrich Noack, der von 1891 bis 1915 als Korrespondent für die Kölnische Zeitung in der Hauptstadt des noch jungen italienischen Einheitsstaates lebte, einen Zeitgenossen. Das Zitat findet man in Noacks monumentalem Werk „Das Deutschtum in Rom seit dem Ausgang des Mittelalters“, in dem der Autor eine ganz andere Haltung einnimmt: die des neugierigen Forschers und Sammlers von Informationen über die Geschichte seiner Landsleute. In mehreren Jahrzehnten legte er eine riesige Namenskartei von Deutschen unterschiedlicher Berufe an, die in der Neuzeit bis zum Beginn des ersten Weltkriegs in Rom Spuren hinterlassen hatten. Die Casa di Goethe Rom, das nach ihrem Selbstverständnis „einzigen deutschen Museum im Ausland“, hat Noack jetzt eine Ausstellung gewidmet.

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Außerdem (eine kleine Auswahl)

© Nicolas Borel / MASI (Lugano)
Das „Duell“ ist eine von rund 70 Arbeiten von Paul Klee aus der Sammlung Sylvie und Jorge Helft. Das MASI in Lugano präsentiert jetzt diese außergewöhnliche Sammlung, die zum ersten Mal in ihrer Gesamtheit in einem Museum ausgestellt wird. Sie umfasst Bleistift- und Federzeichnungen, Pastelle, Aquarelle, Radierungen und Lithografien, die einen breiten Bogen über das Schaffen Paul Klees von 1914 bis zu seinem Tod 1940 spannen. Paul Klee. Die Sammlung Sylvie und Jorge Helft. MASI, Lugano bis 8. Januar 2023, tgl. außer Mo. Info hier

Covid-Bestimmungen in Italien:  In MUSEEN UND AUSSTELLUNGEN wird das Tragen einer chirurgischen Mund/Nasen-Maske empfohlen (ist aber nicht zwingend vorgeschrieben, auch wird kein Green-Pass mehr verlangt).

 

Bassano del Grappa: Io Canova. Genio Europeo. Museo Civico. Bis 26.2..

Bologna: Eselle Blaschke/Armin Linke: Image Capital. MAST. Bis 8.1.

Bologna: I Pittori di Pompei. Museo Civico. Bis 19.3.

Florenz: Tony Cragg. Transfer. Museo 900. Bis 15.1.

Florenz: Olafur Eliasson: Nel tuo tempo. Palazzo Strozzi. Bis 22.1.

Genua: Rubens a Genova. Palazzo Ducale. Bis 22.1.

Lugano: Paul Klee. Die Sammlung Sylvie und Jorge Helft. MASI. Bis 8.1.

Mailand: Unknown Unknowns. An Introduction to Mysteries. 23. int. Triennale. Palazzo dell'Arte. Verlängert bis 8.1.

Mailand: Max Ernst (1891-1976). Palazzo Reale. Bis 26.2.

Mailand: Bruce Nauman. Neon Corridor Rooms. Hangar Bicocca. Bis 26.2.

Mailand: Recycling Beauty. Fondazione Prada. Bis 27.2.

Mailand: Bosch e un altro Rinascimento. Palazzo Reale. Bis 12.3.

Mailand: Robert Capa. Nella Storia. Mudec. Bis 19.3.

Mailand: Mecenati, collezionisti, filantropi. Dai Medici ai Rothschild. Gallerie d'Italia. Bis 26.3.

Mamiano di Traversetolo (PR): Moda e Pubblicità in Italia 1850-1950. Fondaz. Magnani-Rocca. Bis 11.12.

Novara: Milano da Romantica a Scapigliatura. Castello Visconteo Sforzesco. Bis 12.3.

Nuoro: Picasso e Guernica. Contro tutte le guerre. MAN. Bis 19.2.

Padua: Futurismus - La nascita dell'avanguardia 1910-1915. Palazzo Zabarella. Bis 26.2.

Reggio Emilia: L'arte inquieta. Da Paul Klee ad Anselm Kiefer. Palazzo Magnani. Bis 12.3.

Rom: Van Gogh. Palazzo Bonaparte. Bis 26.3.

Rom: Viaggio in Italia/Reise nach Italien. Der Blick auf den anderen. Casa di Goethe. Bis 9.4.

Rom: Pasolini. Tutto è santo. Palazzo Barberini. Bis 12.2.

Rom: Pasolini Pittore. Gam. Bis 16.4.

Rovigo: Roberto Capa. L'Opera 1932-1954. Palazzo Roverella. Bis 29.1.

Venedig: Marlene Dumas - Open-End. Palazzo Grassi. Bis 8.1.

 

 

Demnächst eröffnen:

Giotto e il Novecento. Mart, Rovereto, 8.12. bis 19.3.