Coronavirus


Rückgang von Publikumsveranstaltungen bereits vor der Covid-Krise und offen für Neues mit der Pandemie – Untersuchungen des Unternehmerverbandes Federculture und der Bankgruppe Intesa Sanpaolo über das Kulturverhalten der Italiener Mailand – Wie haben die Italiener auf das veränderte Kulturangebot der vergangenen Monate reagiert? Welche Rolle spielen die Kulturfestivals? Und wie wurde Kultur in welchen Sparten in den vergangenen Jahren genutzt? Analysen wurden jetzt in Mailand und Rom vorgestellt. Zusammenfassend kann man feststellen: In Italien sinkt (in den vergangenen zehn Jahren) die Teilnahme an Publikumsveranstaltungen, zugleich steigt die Neugier und Akzeptanz von neuen digitalen Formaten bzw. „hybriden“ (digital/präsent) Veranstaltungen.

DIGITAL ODER PRÄSENT?


Nuoro Ende Juli – Verlassen liegt unter heißer Vormitagssonne die Piazza Satta mit Skulpturblöcken des Bildhauers Costantino Nivola. Erst langsam öffnet sich die alte Stadt Nuoro (35.000 Einwohner) im Herzen Sardiniens nach dem Lockdown wieder dem kulturellen Leben. Museen wie das MAN (mit der aktuellen Ausstellung „Il regno segreto“ über die Beziehungen zwischen der Insel und dem Piemont) sind wieder zugänglich. In der gut sortierten Buchhandlung „Novecento“ in der Via Manzoni kann man nach Neuerungen der sardischen Literaturszene stöbern. Und zum Beispiel die Autorin Graziella Monni, die in Nuoro lebt, und ihren Roman „Gli amici di Emilio“ (Mondadori Editore) über den sardischen Politiker und Intellektuellen Emilio Lussu entdecken. Eine 400 Kilo schwere Bronzestatue von Grazia Deledda (Literaturnobelpreis 1926) wurde gerade am Monte Ortobene aufgestellt. Ganz traditionell hat sie Pietro Longu in lokaler Tracht gestaltet ( – hier ein Video der Einweihung). Da hätte man sich auch etwas mehr Gegenwartskunst trauen dürfen.

In Nuoro



Thesy Kness-Bastaroli über Bewegungen in Italiens Weinwirtschaft zu Coronazeiten: Konsolidierung, Diversifikation im Vertrieb und mehr Mode-Unternehmen als Teilhaber Mailand – Nach einem Rekordjahr 2019  wird die  italienischen Weinwirtschaft im laufenden Jahr erhebliche Einbußen verzeichnen. Doch  Panikstimmung sei falsch am Platz, meint Sandro Sartor, Generaldirektor des toskanischen Winzerbetriebs Ruffino. Von der Krise betroffen sind vor allem jene Firmen, die ihren Vertrieb auf das Gaststättengewerbe fokussierten.  Der Fachverband Federvini schätzt den durch den Lockdown bedingten Schaden in diesem Spezialsektor, der über die Hälfte  des gesamten Vertriebs ausmacht, auf 350 Millionen Euro pro Monat.

ZUM WOHL!


Vor zehn Jahren bekam Rom das MAXXI geschenkt. Zaha Hadid schuf einen innovativen Museumsbau. Wegen Corona wird die Jubiläumsausstellung  verschoben Rom – Wer nach Rom fährt, sucht erst einmal nicht die Gegenwartskunst. Die Bühnen dafür in Italien sind Venedig, Mailand und Turin. Aber um die Hauptstadt auch museal der Zukunft zu öffnen, beschloss die Italienische Regierung in der zweiten Hälfte der 1990er Jahre, in Rom den Bau eines Museums für die Kunst des 21. Jahrhunderts zu finanzieren. Vor genau zehn Jahren konnte das MAXXI, (Museo nazionale delle arti del XXI secolo) am 27. Mai 2010 mit mehreren Ausstellungen eröffnet werden.  Große Feierlichkeiten fallen nach dem langen Corona-Lockdown erst einmal aus. Immerhin bietet das Museum seit dem 22.Mai mit einem Notprogramm Besuchern wieder Eintritt.

KURVIGE GÄNGE, SCHRÄGE GALERIEN



Stadt und Corona (2): Alte Werte, neues Denken – ein Gespräch mit dem Mailänder Landschaftsarchitekten und Urbanisten Andreas Kipar Mailand – In der sogenannten Phase 2 und den Öffnungen nach dem Lockdown erleben wir unsere Städte wie erholt. Die Luft ist sauberer, die Parkanlagen sind grüner, die Schwalben finden reichlich Futter. Die Natur hat sich zurück gemeldet. Wie müssen in Zukunft unsere Städte gestaltet werden, um gleichsam einen „neuen Pakt mit der Natur“ einzugehen? Zugleich fordern Gesundheitsauflagen wie Abstandsregelungen verändertes Verhalten. Was bedeutet das für den Alltag in den Städten? Um solche Themen dreht sich ein Gespräch mit Dr.(I) Arch. Dipl.-Ing. Andreas Kipar.

„NATUR IST EIN SOZIALES MEDIUM “