Florenz


Spitzenköche kommentieren Gemälde der Uffizien und lassen sich von ihnen zu Kochtipps inspirieren Mailand/Florenz – Das ist eine Idee, die man sich auf der Zunge zergehen lassen kann: unter dem hashtag „#uffizidamangiare“ stellt das Florentiner Museum neuerdings jeden Sonntag ein kurzes Video auf seine Facebookseite, in dem eine bekannte Küchenchefin oder ein bekannter Küchenchef Gemälde mit gastronomischen Motiven der Sammlung der Uffizien oder des Palazzo Pitti kommentiert und Tipps zur Zubereitung der abgebildeten Lebensmittel gibt. Direktor Eike Schmidt hofft so, „eine stärke Anbindung an die Werke des Museums zu schaffen, sie in einen aktuellen und lebendigen Kontext zu stellen.“

WOHL BEKOMMS!


In Italien werden mit Kulturfinanzierungen nach der Lockdown Krise Mittel für „Großprojekte der Kulturgüter“ wie die Loggia Isozaki in Florenz freigegeben.  Mailand/Rom – Klappt es jetzt? Im schönen, stolzen Florenz denkt man nun schon seit über 20 Jahren darüber nach, ob auf der Rückseite der Uffizien ein zweiter Zugang gebaut werden soll oder nicht. Arata Isozakis Entwurf (in Zusammenarbeit mit Andrea Maffei Architects) einer hohen Loggia hatte sich 1998 bei einer internationalen Ausschreibung durchgesetzt. Mit toskanischem Sandstein verkleidete Stahlträger würden dabei ein transparentes Oberlicht tragen. Gegenwart (im Entwurf) und Tradition (im Material) geben sich bei Isozaki die Hand. Im Jahr 2001 kam es zu einem ersten Vertrag zwischen dem japanischen Architekten und der Stadt bzw. dem italienischen Kulturministerium. Doch dann begannen immer mehr Stimmen sich gegen den „modernistischen Eingriff“ in das Stadtbild von Florenz zu wehren. Archäologische Ausgraben verzögerten das Projekt und schließlich erklärte die Denkmalschutzbehörde, es habe sowieso keinen Vorrang – das umstrittene Projekt blieb lange in der Schublade.

AUS DER SCHUBLADE GEHOLT



Das Kunsthistorische Institut in Florenz versteht sich 120 Jahre nach seiner Gründung als ein Labor für global vernetzte Wissenschaft. Zugleich führt der digitale Umbruch in Photothek und Bibliothek zu einer überraschenden Neubewertung analoger Medien. Florenz – Welche Aufgaben hat eine moderne Kunstgeschichte? Der Kunsthistoriker Gerhard Wolf sieht sein Fach „in der Verantwortung von großen Fragen“. Dazu gehören: Das kulturelle Erbe, das kollektive Gedächtnis, die visuelle und die materielle Kultur im weitesten Sinne. Der Wissenschaftler leitet zusammen mit Alessandro Nova das Kunsthistorische Institut in Florenz (KHI), das seit 2002 zur Familie der Max-Planck-Gesellschaft gehört. Das Institut, eine der ältesten kunsthistorischen Forschungseinrichtungen weltweit, feiert jetzt am 12. Dezember sein 120jähriges Bestehen.

„EIN EXTREM SPANNENDER ORT“


Italien diskutiert über die Ankündigung von Eike Schmidt, von den Uffizien an das Kunsthistorische Museum Wien zu wechseln Florenz/Mailand – Für die italienische Kulturwelt war die Ankündigung ein Schock: Der deutsche Kunsthistoriker Eike Schmidt wird die Uffizien am Ende seiner vertraglich vereinbarten Amtsperiode Ende 2019 verlassen und dann die Nachfolge von Sabine Haag bei der Leitung des Kunsthistorischen Museums Wien antreten. Das sei kein gutes Zeichen, kommentierte der Architekt und ehemalige Kulturpolitiker Stefano Boeri. Man habe den Eindruck, Schmidt habe die Uffizien nur als Sprungbrett für einen Karrieresprung genutzt.

„WIE AUF EINEM MARKT FÜR FUSSBALLER“



Das bedeutendste Kunstmuseum Italiens revolutioniert die Eintrittspreise Florenz/Mailand – Unter den großen europäischen Museen kann man die Uffizien bislang zum Schnäppchenpreis besichtigen. Zwischen 17 und 20 Euro kosten die Tickets fürs Louvre (Paris), den Prado (Madrid), das Belvedere (Wien) oder das Rijksmuseum (Amsterdam) – die Uffizien, Italiens bedeutendstes Kunstmuseum (2,9 Besucher im Jahr 2016) gibt sich bislang mit 8 Euro (plus 4 Euro Gebühr bei Vorbuchung) zufrieden. Einen Aufpreis (zusätzlich 4,50 Euro) wird nur bei Sonderausstellungen wie gerade bei der über Sangallo verlangt. Doch das wird sich bald ändern.

SCHNELL NOCH IN DIE UFFIZIEN