Museen


Nuoro Ende Juli – Verlassen liegt unter heißer Vormitagssonne die Piazza Satta mit Skulpturblöcken des Bildhauers Costantino Nivola. Erst langsam öffnet sich die alte Stadt Nuoro (35.000 Einwohner) im Herzen Sardiniens nach dem Lockdown wieder dem kulturellen Leben. Museen wie das MAN (mit der aktuellen Ausstellung „Il regno segreto“ über die Beziehungen zwischen der Insel und dem Piemont) sind wieder zugänglich. In der gut sortierten Buchhandlung „Novecento“ in der Via Manzoni kann man nach Neuerungen der sardischen Literaturszene stöbern. Und zum Beispiel die Autorin Graziella Monni, die in Nuoro lebt, und ihren Roman „Gli amici di Emilio“ (Mondadori Editore) über den sardischen Politiker und Intellektuellen Emilio Lussu entdecken. Eine 400 Kilo schwere Bronzestatue von Grazia Deledda (Literaturnobelpreis 1926) wurde gerade am Monte Ortobene aufgestellt. Ganz traditionell hat sie Pietro Longu in lokaler Tracht gestaltet ( – hier ein Video der Einweihung). Da hätte man sich auch etwas mehr Gegenwartskunst trauen dürfen.

In Nuoro


Massimo Osanna hatte Pompeji reformiert, jetzt soll er im italienischen Kulturministeriums die staatlichen Museen in Schwung bringen Mailand/Rom – „Artpride“ titelte das Giornale dell’Arte, die wichtigste italienische Kunstzeitung, in seiner jüngsten Ausgabe eine Untersuchung über die Strategien der Museen nach dem Lockdown in diesem Frühjahr und einer vorsichtigen Öffnung der Einrichtungen jetzt im Sommer. Überall spürt man eine gleichsam trotzige Aufbruchsstimmung. Die Verantwortlichen suchen nach Innovationen, formulieren Ideen, setzen erste Schritte um. In diesem spannenden Augenblick gibt auch das Kulturministerium ein Signal. Neuer Generaldirektor der Abteilung für staatliche Museen wird der Archäologe Massimo Osanna. Er ersetzt ab dem 1. September den Juristen Antonio Lampis, der auf eine weitere Amtszeit verzichtet hat.

DER MACHER