Musik


Parma: Die Italienische Kulturhauptstadt in Zeiten der Pandemie  Mailand/Parma – Eine Schriftinstallation des Neonkünstlers Maurizio Nannucci zieht sich seit wenigen Monaten in Parma durch den Hof der ehemaligen Farnese-Residenz, dem Palazzo della Pilotta aus dem 17. Jahrhundert: „Time present and time past are both present in time future.“ Das Thema der Zeit, die vergangen oder gegenwärtig in der Zukunft präsent bleibt, bildet auch den Grundbass für das Programm, das die norditalienische Universitätsstadt für das Jahr 2020 entwickelt hatte, als ihr der Titel einer „italienischen Hauptstadt der Kultur“ zugesprochen worden war.

BRÜCHE ÜBERWINDEN


13 Opern in der neuen Spielzeit, zehn Balletttitel, Preisnachlässe und digitale Aufrüstung – das Teatro alla Scala rüstet sich nach der Pandemiepause für die Zukunft  Mailand – Neustart am Teatro alla Scala. Die Mailänder Oper versucht mit einem bunten – Kritiker reden auch von einem „zusammen gewürfelten“ – Programm, die Scherben der durch die Pandemie verursachten Zwangspause wieder zu einem Ganzen zu kitten. Intendant Dominique Meyer und der musikalische Direktor Riccardo Chailly präsentierten jetzt die Spielzeit 2021/22, die traditionell am 7. Dezember mit Verdis Macbeth (Dirigent Chailly/ Regie Livermore) mit u.a. Anna Netrebko und Luca Salsi eröffnet werden soll. Ihr vorgeschaltet ist eine Art Rossini-Festival in den Monaten September bis November (Il Turco in Italia, Il Barbiere di Siviglia, L’Italiana in Algeri) – der „leichte“ Rossini versteht sich. In der kommenden Spielzeit kommen 13 Opern zur Aufführung (davon neun Neuproduktionen) und zehn Ballett-Titel (fünf Neuproduktionen).

EIN BUNTES PROGRAMM



Mehr als ein Kriminalroman: „Ciros Versteck“ von Roberto Andò zwischen Roadmovie und Kammerspiel im Folio Verlag Mailand/Neapel – Das ist ein spannender Roman, in dem sich Lebensstränge durch einen Zufall verknoten und einen dramatischen Verlauf nehmen. Der Musikprofessor Gabriele Santoro, der am Konservatorium von Neapel unterrichtet, lebt ohne weiteren Kontakt zu den Mitbewohnern in einem Haus mitten in der Stadt. Kultur – die Musik, die Poesie, allen voran die Gedichte des griechischen Lyrikers Konstantinos Kavafis, die er laut bei der Morgentoilette rezitiert – ist ihm alles. Die Welt außerhalb seiner Wohnung bleibt ihm fremd. Eines Tages sieht er sich dem Sohn einer Nachbarfamilie gegenüber. Ein Kind noch, wenig mehr als zehn Jahre alt, und doch schon in die Kleinkriminalität des Viertels verstrickt. Ciro, so heißt der Junge, bittet den Professor, ihn zu verstecken. Und der, ohne nach einem Grund zu fragen, nimmt ihn auf.

DIE UNERTRÄGLICHKEIT DES REALEN


Das Musikdrama von Richard Strauss in einer Inszenierung der Mailänder Scala unter Covidbedingungen nur im Fernsehen (Rai 5, Raiplay) und im Radio (Rai 3, Euroradio) Mailand – So mutieren Spielpläne in Zeiten der Pandemie: ursprünglich sollte die Mailänder Neuinszenierung der Salome von Richard Strauss am 8. März 2020 unter Leitung von Riccardo Chailly (Musik) und Damiano Michieletto (Regie) mit Malin Byström und Michael Volle Premiere haben. Die Proben waren schon weit fortgeschritten, als 23. Februar der Lockdown (nicht nur) den Kulturbetrieb lahm legte. Ein Jahr später wurde die Inszenierung jetzt mit teilweise neuem Cast (Elena Stikhina und Wolfgang Koch) ohne Publikum in der Scala aufgeführt (19.2.) und tags darauf zeitversetzt im Fernsehen und im Radio ausgestrahlt. Die Orchesterleitung sollte eigentlich Zubin Mehta haben, der aber aus gesundheitlichen Gründen passen musste. An seiner Stelle dirigierte (wie bei den Proben vor einem Jahr) Riccardo Chailly.

in der Oper: Salome



Vor 25 Jahren brannte in Venedig das Gran Teatro la Fenice bis auf die Grundmauern ab, nachdem Handwerker Feuer gelegt hatten. Sieben Jahre später konnte das Haus „wo es war und wie es war“ wieder eröffnet werden. Zum Jubiläum spielt die Feuerwehrkapelle Venedigs – wegen Covid-Einschränkungen ohne Publikum Mailand/Venedig – Es ist Montag der 29. Januar 1996. Dunkelheit umhüllt Venedig nach einem kalten Wintertag. Um 20 Uhr 58 geht bei der Feuerwache ein Anruf ein. Eine Frau meldet starke Rauchentwicklung in einem Seitenflügel des Gran Teatro la Fenice, den sie gegenüber von ihrem Arbeitsplatz in einem Hotel sehen kann. Das Opernhaus ist seit einigen Wochen wegen Renovierungsarbeiten geschlossen. Wenige Minuten nach dem Anruf erreicht die erste Feuerwehreinheit das weltberühmte Theater. Durch die Fenster der Fassade leuchten bereits Flammen.

PHOENIX AUS DER ASCHE