Rom


In Italien werden mit Kulturfinanzierungen nach der Lockdown Krise Mittel für „Großprojekte der Kulturgüter“ wie die Loggia Isozaki in Florenz freigegeben.  Mailand/Rom – Klappt es jetzt? Im schönen, stolzen Florenz denkt man nun schon seit über 20 Jahren darüber nach, ob auf der Rückseite der Uffizien ein zweiter Zugang gebaut werden soll oder nicht. Arata Isozakis Entwurf (in Zusammenarbeit mit Andrea Maffei Architects) einer hohen Loggia hatte sich 1998 bei einer internationalen Ausschreibung durchgesetzt. Mit toskanischem Sandstein verkleidete Stahlträger würden dabei ein transparentes Oberlicht tragen. Gegenwart (im Entwurf) und Tradition (im Material) geben sich bei Isozaki die Hand. Im Jahr 2001 kam es zu einem ersten Vertrag zwischen dem japanischen Architekten und der Stadt bzw. dem italienischen Kulturministerium. Doch dann begannen immer mehr Stimmen sich gegen den „modernistischen Eingriff“ in das Stadtbild von Florenz zu wehren. Archäologische Ausgraben verzögerten das Projekt und schließlich erklärte die Denkmalschutzbehörde, es habe sowieso keinen Vorrang – das umstrittene Projekt blieb lange in der Schublade.

AUS DER SCHUBLADE GEHOLT


Zwischen Realismus und Groteske: Die Brüder Damiano und Fabio D’Innocenzo frischen das italienischen Kino mit ihrem zweiten Spielfilm auf Mailand (Cinema Palestrina) – Der Film Favolacce („Bittere Märchen“) erzählt vom trostlosen Alltag einer römischen Reihenhaussiedlung der Vorstadt. Der bescheidene Wohlstand und Alltagssorgen bilden den Boden eines eher von Instinkten geprägtem Leben ohne Wertvorstellungen. Im Mittelpunkt stehen die Beziehungen von Eltern und ihren etwa 12jährigen Kindern, die alle die selbe Schulklasse besuchen. Den Heranwachsenden wird zuhause kaum die Möglichkeit zur Entfaltung gegeben. Nur in der Schule durchbricht ein Lehrer die Eintönigkeit der Mittelmäßigkeit, hinter der das Grauen lauert.

im Kino: Favolacce



Vor zehn Jahren bekam Rom das MAXXI geschenkt. Zaha Hadid schuf einen innovativen Museumsbau. Wegen Corona wird die Jubiläumsausstellung  verschoben Rom – Wer nach Rom fährt, sucht erst einmal nicht die Gegenwartskunst. Die Bühnen dafür in Italien sind Venedig, Mailand und Turin. Aber um die Hauptstadt auch museal der Zukunft zu öffnen, beschloss die Italienische Regierung in der zweiten Hälfte der 1990er Jahre, in Rom den Bau eines Museums für die Kunst des 21. Jahrhunderts zu finanzieren. Vor genau zehn Jahren konnte das MAXXI, (Museo nazionale delle arti del XXI secolo) am 27. Mai 2010 mit mehreren Ausstellungen eröffnet werden.  Große Feierlichkeiten fallen nach dem langen Corona-Lockdown erst einmal aus. Immerhin bietet das Museum seit dem 22.Mai mit einem Notprogramm Besuchern wieder Eintritt.

KURVIGE GÄNGE, SCHRÄGE GALERIEN


Die Familie Agnelli kehrt ins Mediengeschäft zurück und übernimmt die Mehrheit der Gedi-Gruppe (la Repubblica, L’Espresso , HuffPost u.a.). Und schon wechseln die Chefredakteure Mailand/Rom –  Stühlerücken in der italienischen Medienlandschaft: Maurizio Molinari, bis vor ein paar Tagen noch Chefredakteur der Turiner Tageszeitung La Stampa, ersetzt Carlo Verdelli auf dem Chefposten der römischen la Repubblica. Wirtschaftsexperte Massimo Giannini, lange Zeit Vizechef der Repubblica und zuletzt Leiter des privaten Radio Capital, wird Chefredakteur der Stampa. Von der Stampa wechselt Mattia Feltri (Leiter der Hauptstadtredaktion Rom) in die Chefetage der italienischen Ausgabe der Huffington Post. Dieses Personenkarussel hat ein Player in Gang gebracht, der sich lange Zeit aus dem italienischen Mediengeschäft rausgehalten hatte: John Elkann,  der 44jährige Enkel des „Avocato“ Giovanni Agnelli, und Vorstandsvorsitzender u.a. von Exor, der Finanzgesellschaft der Familie Agnelli, die (der niedrigen Steuern wegen) in Amsterdam residiert.

SIE SIND WIEDER DA



Vor 500 Jahren starb der „göttliche“ Raffael. Die Jubiläumsausstellung in Rom wird am 2. Juni wieder eröffnet und bleibt bis zum 30. August zu sehen. Rom (Scuderie del Quirinale bis 30.8.) – Am Anfang steht der Tod. Mit einer perfekt nach Originalmaßen errichteten Kopie des Grabmals aus dem Pantheon beginnt die römische Jubiläumsausstellung zum 500. Todestag des Malers, Architekten und Altertumsforschers Raffael Sanzio in den Scuderie del Quirinale (in Zusammenarbeit mit den Uffizien Florenz), die deshalb im Titel die Lebensdaten umdreht: „Raffaello 1520-1483“. Eine Ausstellung mit prächtigen Leihgaben aus aller Welt von den Porträts (etwa des Baldassarre Castiglione aus Paris) bis zu den Madonnenbildern (zum Beispiel die „Madonna Tempi“ aus München), von Historienbildern („Traum eines Ritters“ aus London) bis zu Zeichnungen und Architekturentwürfen. Und am Ende einer Perlenkette von über 200 Exponaten steht das Selbstporträt des jugendlichen Genies im Alter von 23 oder 24 Jahren aus den Uffizien.

DAS GEWISSE ETWAS