50 Jahre Premio Nonino: Mit dem angesehenen Kulturpreis werden in diesem Jahr Michael Krüger sowie Germaine Acogny, Dominique de Villepin und Ben Little geehrt
Mailand/Ronchi di Percoto (UD) – Der Premio Nonino, der regionale Weinkultur mit internationaler Kultur und Wissenschaft verbindet, feiert in diesem Jahr sein 50-jähriges Bestehen. Mit dem „Premio Internazionale Nonino 2025“ wird jetzt der Münchener Schriftsteller Michael Krüger für sein Gesamtwerk ausgezeichnet. In weitere Sparten des Nonino-Kulturpreises werden die Choreografin Germaine Acogny (Senegal), der Politologe und Essayist Dominique de Villepin (Frankreich) sowie der Weinproduzent Ben Little (Irland aber im Friaul beheimatet) geehrt. Die Auszeichnungen, die mit 10.000 Euro dotiert sind, werden am 25. Januar 2025 bei einer Festveranstaltung in der 1897 gegründeten Destillerie Nonino in Ronchi di Percoto bei Udine übergeben. Die Preisverleihung ist dem im Juli 2024 im Alter von 90 Jahren verstorbenen Winzer Benito Nonino, dem „Vater der italienischen Grappa“ gewidmet. Der hat, so die Londoner Times, „mit seinem Familienunternehmen den armen Verwandten des Weins in ein edles Getränk verwandelt“.
Der Premio Nonino, zur „Aufwertung der bäuerlichen Kultur“ 1975 ins Leben gerufen, hat von Anfang an die kulturellen Werte der Landwirtschaft (und besonders die Pflege regionaler autochthoner Rebsorten des Friauls) mit internationaler Kunst, Literatur, Musik und Wissenschaften in Beziehung gesetzt . Dabei wurden Persönlichkeiten geehrt, die später etwa den Nobelpreis erhielten. Unter anderen Rigoberta Menchù (Nonino 1988/Nobel 1992), Tomas Tranströmer (2004/2011) oder Giorgio Parisi (2005/2021). Wer weiß also, was Michael Krüger demnächst erwartet. Die Preisjury gehören unter der Leitung des Neurowissenschaftlers Antonio Damasio einige frühere Nonino Preisträger an, darunter der Architekt Suad Amiry, der Romancier John Banville, die Lyrikerin Jorie Graham, der Germanist und Schriftsteller Claudio Magris oder der Soziologe Edgar Morin.
Chor der Manos Blancas
Zum 25. Bestehen im Jahr 2000 gastierte Claudio Abbado mit dem Mahler Chamber Orchestra bei der Preisverleihung. 2010 wurde auf Vorschlag von Abbado der vom Dirigenten gegründete Chor „Manos Blancas“ aus Venezuela ausgezeichnet, der aus Kindern und Jugendlichen mit einer Behinderung zusammen gesetzt ist. Zum Andenken an Claudio Abbado richtete dann die Familie Nonino den Chor „Manos Blancas“ des Friauls ein. Der Premio Nonino ehrt also nicht nur Persönlichkeiten der Kultur, sondern ist selbst eine Kulturleistung.
Info: premio.grappanonino.it, Kontakt: [email protected]

