Kino


Das Piccolo Teatro holt das Kino auf die Bühne und inszeniert den Filmklassiker „Miracolo a Milano“ aus den 1950er-Jahren für das Theaterpublikum von heute – und spiegelt zugleich die gegenwertige Stadtentwicklung in jener der Vergangenheit Mailand – Als der Film „Miracolo a Milano“ von Vittorio De Sica und Cesare Zavattini 1951 in die Kinos kam, reagierte die Kritik gespalten. Einerseits war der fabelhafte Charakter dieses „Wunders von Mailand“ verdächtig und wurde als sozial vertröstend kritisiert. Anderseits wurde das Märchenhafte als Überwindung eines inzwischen steril empfunden Neorealismus gefeiert und die „favola bella“ als der Traum einer besseren Welt. 75 Jahre danach holt das Piccolo Teatro das Kino von einst in einer theatralischen Bearbeitung auf die Bühne. Mit vielen Einspielungen von Filmsequenzen, aber auch mit Videobildern der Metropole von heute, möchte die Inszenierung von Claudio Longhi eine Hommage an Mailand sein und zugleich einen kritischen Blick auf die Gegenwart bieten.

BUONGIORNO!


Im Kino: Der Film „La vita va così” zeigt, wie sich ein Hirte auf Sardinien gegen Bauspekulanten aus Mailand wehrt. Eine Komödie von Riccardo Milani, in der sich Realität und Fabel mischen Mailand (Cinema Palestrina) – Der Film La vita va così („So ist das Leben“) erzählt die Geschichte eines halsstarrigen Kleinbauern, der an der Küste Sardiniens eine groß angelegte Immobilienspekulation scheitern lässt. Die Handlung geht auf einen Fall zurück, der sich vor rund 15 Jahren an der Südküste Sardiniens unweit von Teulada abgespielt hat (- siehe unten den Hintergrund). Der römische Regisseur Riccardo Milani hat sie jetzt fürs Kino komödienhaft umgesetzt. In den Hauptrollen agieren Virginia Raffaele als Tochter des Hirten, Diego Abatantuono als Immobilienunternehmer und vor allem der Laiendarsteller Giuseppe Ignazio Loi, ein 84-jähriger sardischer Hirte ohne Schulabschluss, der zum ersten Mal vor der Kamera stand, in der Rolle des Efisio Mulas.

LEICHT UND MÄRCHENHAFT



Pasolini 1: Kunst und Leben durchdringen sich. Notizen zur Aufnahme Pasolinis im deutschen Sprachraum. Ein Gastbeitrag von Peter Kammerer Rom/Wien – Aus Anlass des 50. Todestages von Pier Paolo Pasolini (2. November) zeigt das Istituto Italiano di Cultura Wien die Ausstellung „Pier Paolo Pasolini (1922-1975) – Fotografie di Dino Pedriali”. Organisiert in Zusammenarbeit mit der Fondazione Luigi Rovati in Mailand und bis zum 2. November zu Gast im Metro Kinokulturhaus Wien werden 25 Fotografien von Dino Pedriali präsentiert, die Pasolini in seinem Haus in Chia und auf den Straßen von Sabaudia im Oktober 1975 abbilden. Unter den Stichworten Tod, Kino, Freibeuter, Dichter hat Peter Kammerer für den Katalog der Ausstellung einen Essay über die Aufnahme Pasolinis im deutschen Sprachraum geschrieben, den wir hier auf Cluverius dokumentieren:

DER DICHTER ALS FREIBEUTER


„A Kind of Language“ – unter diesem Titel widmet sich die Fondazione Prada mit einer Ausstellung im Mailänder Osservatorio der Rolle des Storyboards in der Filmgeschichte mit Beispielen von den 1920er-Jahren bis heute Mailand (Osservatorio Prada) – Die Ausstellung „A Kind of Language“ untersucht den kreativen Prozess im Vorfeld des Filmemachens, indem sie Storyboards und andere Materialien wie Moodboards, Zeichnungen und Skizzen, Sammelalben und Notizbücher, kommentierte Drehbücher und Fotografien aus Filmen von Chaplin bis Anderson, von Pasolini bis Wenders präsentiert. Gezeigt werden Beispiele von den 1920er-Jahren bis heute von mehr als 50 Autoren, darunter Regisseure, Kameraleute, Künstler, Grafikdesigner, Animatoren, Choreografen und andere Personen aus dem Bereich der Film- und Videoproduktion.

EINE ART SPRACHE



Fiktion und Realität vermischen sich in dem Kinofilm „Anna“ von Marco Amenta über einen Bauskandal an der Südküste Sardiniens. Erinnerungen an einen alten Bauern und Hirten, der am Capo Malfatano ein Konsortium von Großunternehmern herausforderte, werden wach Mailand (Cinema Palestrina)/Cagliari – Als eines Tages Baumaschinen vor ihrer Haus- und Stallanlage unweit des Meeres an der Küste Sardiniens auftauchen, versteht Anna die Welt die mehr. Auf einem Grundstück, das , so glaubt sie, einst ihrem verstorbenen Vater gehört hat, soll ein luxuriöser Hotelkomplex entstehen. Die junge Hirtin und Bäuerin, die sich nach einer gescheiterten Ehe in Mailand aufs Land ihrer Heimat zurückgezogen hat, um mit einer kleinen Ziegenherde und einer Kuh Käse für den lokalen Markt zu produzieren, beginnt einen schier aussichtslosen Kampf um ihre Existenz und den Schutz der Natur ihrer Heimat. Das ist die dramatische Ausgangssituation im Spielfilm „Anna“ von Marco Amenta, der in den italienischen Kinos angelaufen ist. Die Protagonistin – großartig interpretiert von Rose Aste – mag eine cineastische Erfindung sein, doch ruft der Film wirkliche Vorgänge wach.

IN DER SCHWEBE