„WIR HABEN AUF DIE RICHTIGEN LEUTE GESETZT“

    Ein Gespräch mit Aleida und Jan Assmann über ihr Balzan Forschungsprojekt „Memory in The City“ zusammen mit einer interdisziplinären Gruppe junger Wissenschaftler

    © Corinna Assmann

    Die Stadt als Erinnerungsraum - Aleida und Jan Assmann, u.a. Balzan Preis 2017 und Friedenspreis des deutschen Buchhandels 2018, leiten ein Projekt zusammen mit jungen Wissenschaftlern aus Frankreich, Polen, Rumänien und Spanien

    Mailand – Die Kulturwissenschaftler Aleida und Jan Assmann wurden 2017 gemeinsam mit dem Balzan Preis für Kollektives Gedächtnis ausgezeichnet. Die Internationalen Balzan Stiftung würdigte damit unter anderem die Bedeutung von zwei individuellen Oeuvres, „die das kollektive Gedächtnis als Voraussetzung von religiösen und politischen Identitätsstiftungen und Gemeinschaften präsentieren“ (- auf Cluverius siehe hier). Zum Preis gehört auch die Verpflichtung, die Hälfte des Preisgeldes von 750.000 Schweizer Franken für die Finanzierung von Forschungsprojekten zusammen mit vornehmlich jungen Wissenschaftlern zu verwenden. Aleida und Jan Assmann berichten in einem Gespräch (aus dem Sommer 2019, das jetzt öffentlich gemacht wurde,) über ihre Erfahrungen mit der Anschlussforschung.

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    DER HIMMEL IN EINEM ZIMMER

    Die Fondazione Trussardi präsentiert eine Installation von Ragnar Kjartansson in der Mailänder Pestkirche San Carl al Lazzaretto

    © Cluverius

    Kraft der Imagination - Der Gino-Paoli-Song "Il cielo in una stanza" als sechs Stunden loop in der Installation von Ragnar Kjartansson

    Mailand (San Carlo al Lazzaretto bis 25.10.) – Die Musikinstallation The Sky in a Room des Isländers Ragnar Kjartansson (1976, Reykjavik), die man in einer kleinen Mailänder Kirche erleben kann, setzt sich auf ganz poetische Art mit der Stimmung in Corona-Zeiten auseinander. Dabei wechseln sich Berufsmusiker ab, die sechs Stunden lang ununterbrochenen ein für Orgel geschriebenes Arrangement des italienischen Chansons Il cielo in una stanza von Gino Paoli (1934, Monfalcone) darbieten. (Hier ein Video Eindruck). 

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    VENEDIG ALS METAPHER

    Eine anregende wissenschaftliche Tagung in der Lagunenstadt am Deutschen Studienzentrum über das Thema Brücke, Literatur und Migration

    © Petra Schäfer

    Blicke, Brücken, Spiegelungen - Wege über reale und metaphorische Brücken in Venedig

    Venedig – Welche Rolle kann Literatur als Brücke spielen? Im Deutschen Studienzentrum Venedig (DSZV) trafen sich jetzt deutschsprachige und italienische Literaturwissenschaftler, um verschiedene Aspekte der Migrationsbewegungen in Texten, Comics oder auch Filmen zu diskutieren. Es ging darum - unter der Organisation von Barbara Kuhn (Uni Eichstätt) und Marita Liebermann (DSZV) -, das Bild der Brücke kritisch zu reflektieren sowie den Begriff der Migrationsliteratur unter die Lupe zu nehmen. Ohne Scheu vor der umfassenden Thematik und dem weit ausufernden Material gelang es den Teilnehmern aus Konstanz oder Berlin, Bologna oder Innsbruck, Graz oder Paderborn, sich in ihren Beiträgen - gleichsam wie bei einer Akupunktur - der Vielseitigkeit der Aspekte zu stellen ( – hier ein pdf mit Programm und Teilnehmern zum runterladen). Wobei Migration in ihrer ganzen Brandweite zwischen Flucht und Tourismus, zwischen ökonomischen und kulturellen Bewegungen verstanden wurde.

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    im Theater: Excelsior

    „Excelsior“ von Salvo Lombardo auf dem Festival des modernen Tanztheaters MilanOltre. Insgesamt bietet das Festival im Teatro Elfo Puccini 13 Produktionen

    © MilanOltre/Carolina Farina

    Kritik der Zivilisation - eine Szene aus "Excelsior" mit den Darstellerinnen und Darstellern der Gruppe Chiasma

    Mailand (Teatro Elfo Puccini) – Das 34. Festival MilanOltre führt endlich nach einer unerträglich langen Zeit des Lockdowns wieder Publikum ins Mailänder Teatro Elfo Puccini. Das Festival zeigt in diesem Jahre 13 Produktionen des gegenwärtigen Tanztheaters in Italien. Es hatte Mitte September mit Cristina Kristal Rizzo (Florenz) begonnen und endet Mitte Oktober mit dem Spellbound Contemporary Ballet (Rom). Zum ersten Mal in Mailand führte jetzt Salvo Lombardo mit seiner römischen Gruppe Chiasma Excelsior auf.

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    im Kino: Assandira

    Salvatore Mereu hat den Roman von Giulio Angioni mit Gavino Ledda in der Hauptrolle (fast) getreu verfilmt

    © Viacolvento/Rai Cinema

    Gavino Ledda als der alte Hirte Costantino

    Mailand (Cinema Arcobaleno) – Es geht um die Verwertung von Traditionen im Wirtschaftstreiben der Gegenwart. Und um schnelle Befriedigung der Sehnsucht nach dem Ursprünglichen durch Folklore. Auf Sardinien lässt sich der alte Hirte Costantino von seinem Sohn und seiner deutschen Schwiegertochter überreden, gemeinsam einen Agritourismus-Betrieb in seinem ehemaligen Schafsstall einzurichten. Besucher besonders aus Nordeuropa sollen „echtes“ Hirtenleben von einst „sinnlich“ erleben. Im Film „Assandira“, der gerade auf der Biennale außerhalb des Wettbewerbs gezeigt wurde, gerät Costantino, der typische Speisen kochen und in alten Trachten die Touristen unterhalten soll, in Konflikt zu den Werten seiner Vergangenheit.

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    JUBEL IN JENA

    Interdisziplinarität hat die Auswahl der Balzanpreisträger 2020 bestimmt. Zum ersten Mal werden zwei Fachbereiche unter einem gemeinsamen Oberthema – Umweltprobleme – prämiert.

    © Balzan.org

    Erhalten je 750.000 Schweizer Franken Preisgeld: (v.l.) Susan Trumbore, Jean-Marie Tarascon, Antonio Auguisto Cancado Trindade,  Joan Martinez Alier

    Mailand – Jubel am Max Planck Institut für Biogeochemie in Jena: Die Direktorin Susan Trumbore wird in diesem Jahr mit dem Balzan Preis 2020 im Fachbereich „Dynamik das Systems Erde“ ausgezeichnet. Die amerikanische Staatsbürgerin, die außerdem als Professorin für Erdsystemwissenschaften an der University of California Irvine unterrichtet, wird u.a. – so die Begründung Jury – „für ihren außergewöhnlichen Beitrag zur Erforschung des Kohlenstoffkreislaufs und dessen Auswirkungen auf das Klima“ geehrt. Weitere Preisträger, die jetzt in Mailand bekannt gegeben wurden, sind Antonio Augusto Cançado Trindade (Brasilien) für „Menschenrechte“ sowie Jean-Marie Tarascon (Frankreich) für „Umweltprobleme: Materialwissenschaft für erneuerbare Energie“ und Joan Martinez Alier (Spanien) für „Umweltprobleme: Antworten aus den Geistes- und Sozialwissenschaften“.

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    AUS DER SCHUBLADE GEHOLT

    In Italien werden mit Kulturfinanzierungen nach der Lockdown Krise Mittel für „Großprojekte der Kulturgüter“ wie die Loggia Isozaki in Florenz freigegeben.

    Ein kühner Entwurf - die Isozaki-Loggia für die Rückseite der Uffizien

     Mailand/Rom - Klappt es jetzt? Im schönen, stolzen Florenz denkt man nun schon seit über 20 Jahren darüber nach, ob auf der Rückseite der Uffizien ein zweiter Zugang gebaut werden soll oder nicht. Arata Isozakis Entwurf (in Zusammenarbeit mit Andrea Maffei Architects) einer hohen Loggia hatte sich 1998 bei einer internationalen Ausschreibung durchgesetzt. Mit toskanischem Sandstein verkleidete Stahlträger würden dabei ein transparentes Oberlicht tragen. Gegenwart (im Entwurf) und Tradition (im Material) geben sich bei Isozaki die Hand. Im Jahr 2001 kam es zu einem ersten Vertrag zwischen dem japanischen Architekten und der Stadt bzw. dem italienischen Kulturministerium. Doch dann begannen immer mehr Stimmen sich gegen den „modernistischen Eingriff“ in das Stadtbild von Florenz zu wehren. Archäologische Ausgraben verzögerten das Projekt und schließlich erklärte die Denkmalschutzbehörde, es habe sowieso keinen Vorrang – das umstrittene Projekt blieb lange in der Schublade.

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    im Kino: Volevo nascondermi

    Giorgio Diritti erzählt vom Leben des Malers und Bildhauers Antonio Ligabue – und vom Umgang der Gesellschaft mit einem Außenseiter

    © Palomar / Rai Cinema

    Meisterhaft - Elio Germano in der Rolle des Antonio Ligabue

     Mailand (Cinema Arcobaleno) - Von klein auf schwer traumatisiert und am Rande der Gesellschaft lebend fand Antonio Ligabue (1899 - 1965) in einer Kleinstadt am Po weitgehend autodidaktisch zur Malerei und Bildhauerei. Mit ausdrucksvollen, bizarren Tier- und Naturschilderungen, aber auch mit vielen Selbstporträts mischte er naive Ansätze mit kunstvoll expressionistischen Elementen. Dem Film Volevo nascondermi ("Ich wollte mich verstecken") geht es dabei weniger um Ligabues künstlerische Entwicklung, sondern um sein Leiden mit sich und seiner Umwelt und wie sich das in seinen Werken niederschlägt.  Wobei sich biographische Fakten und Elemente einer Fabel durchmischen. Großartig Elio Germano, der für seine Darstellung des nervlich zerrissenen und von der Gesellschaft abgestoßenen Künstlers auf der Berlinale 2020 ausgezeichnet wurde.

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    DER DIALOG DER MUSEN

    Das kulturelle Venedig lebt nach langem Lockdown wieder auf. Und in die Lücke der verschobenen Architekturbiennale ist 125 Jahre nach der Gründung der Biennale eine  dokumentarisch geprägte Ausstellung über die gemeinsame Geschichte ihrer sechs Sparten getreten.

    © Cluverius

    Der Präsident und sein Leitungsteam: (v.l.) Roberto Cicutto (Präsident Biennale), Alberto Barbera (Kino), Cecilia Alemani (Kunst), Ivan Fedele (Musik), Antonio Latella (Theater), Hashim Sarkis (Architektur). Es fehlt Marie Chouinard (Tanz), die nicht zur Eröffnung kommen konnte.

    Venedig (bis 8.12.) - Gold fließt in den Fenstern des Museo Correr, die sich der Piazza San Marco zuneigen. Venedig will mit dieser Installation des Videokünstlers Fabio Plessi gegenüber der Markusbasilika spektakulär zeigen, dass es wieder geöffnet hat. Zu besichtigen sind – allerdings meist nur nach einerAnmeldung online  – wieder Museen und Kultureinrichtungen von Peggy Guggenheim bis zum Palazzo Grassi, von der Galleria dell’Accademia bis zur Ca’ Rezzonico. Die einer großen Öffentlichkeit gewidmete Architekturbiennale musste jedoch aufs kommende Jahr und dementsprechend die nächste Kunstbiennale von 2021 auf 2022 verschoben werden. Ausgerechnet jetzt zum Jubiläum, 125 Jahre nachdem die erste Biennale ins Leben gerufen worden war, muss Venedig auf einen solchen Kulturhöhepunkt verzichten. Die Lücke kann man nicht füllen, doch hat man aus der Not eine Tugend gemacht. 

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    EDINAS GESCHICHTE

    Eine Ausstellung in Nuoro untersucht die kulturellen Beziehungen zwischen Sardinien und dem Piemont, nachdem die Insel vor 300 Jahren an des Turiner Herzogtum angegliedert wurde.

    © MAN - Il regno segreto

    Bizarre Bronzegötzen aus Sardinien - eine Fälschung des 19. Jahrhunderts

    Nuoro – Sardinien und Piemont verbindet eine 300jährige Geschichte. Im Jahr 1720 war das damalige Königreich Sardinien den Verträgen von London und Den Haag nach dem Herzogtum Savoyen zugesprochen worden – und hatte damit den Herzog in Turin zu einem König gemacht. Die neuen Herren kümmerte sich jedoch – abgesehen von den Jahren ihres Exils in Cagliari während der napoleonischen Dominanz in Italien – wenig um die Insel. Noch heute werden die Savoyer dort in vielen Veröffentlichungen verächtlich als „Kolonialherrscher“ bezeichnet. Die Ausstellung in Nuoro Il regno segreto. Sardegna-Piemonte: una visione postcoloniale versucht dagegen die Beziehungen, den Austausch und das gegenseitige Durchdringen im kulturellen Bereich mit persönlichen Erfahrungen, Objekten und Ideen bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts zu beschreiben.

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    in der Oper: La Cambiale di Matrimonio

    In Pesaro geht das 41. Rossini Opera Festival - eine Notausgabe unter Pandemie-Bedingungen -  zu Ende. Das ganze Jahr möglich: der Besuch im Museo Nazionale Rossini

    © ROF/Studio Amati Bacciardi

    Auf Abstand - La Cambiale di Matrimonio im Teatro Rossini. Rechts Giuliana Gianfaldoni als Fannì und  dahinter Carlo Lepore als Mill - außerdem von links Davide Giusti (Milfort), Iurii Samoilov (Slook) und Martiniana Antonie (Clarina)

    Pesaro (bis 20. August) – Der englische Kaufmann Mill will Tochter Fannì mit seinem amerikanischen Kolonialkorrespondenten Slook, dem er einen Heiratswechsel ausgestellt hat, verehelichen. Doch Fannì und der (scheinbar) verarmte Milfort sind ineinander verliebt und wollen heiraten, haben ihre Verbindung aber vor dem Vater geheim gehalten. Diese klassische Konstellation der Commedia dell’arte liegt der Oper La Cambiale di Matrimonio zugrunde und sorgt für viel Komik – eine ideale Vorlage für den jungen, 1792 in Pesaro geborenen Gioachino Rossini. Dies ist seine erste Opernkomposition überhaupt, 1810 wurde sie in Venedig uraufgeführt. Jetzt bildet sie in der abgespeckten Ausgabe des 41. Rossini Opera Festivals (ROF) in der Adria-Stadt Pesaro das Hauptereignis.

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    DIE ZEIT IST WEG

    Jürgen Hosemann hat mit „Das Meer am 31. August“ eine wundervolle Erzählung über die Langsamkeit und das Warten auf Veränderungen geschrieben

    © Cluverius

    "Liebe Silke, weißt du, wie lange es dauert, bis vierundzwanzig Stunden vergangen sind?" - Viele Gelegenheiten, um aufs Meer zu gucken.

    Mailand/Grado – Das ist wie Urlaub vom Urlaub. Fast 24 Stunden verbringt der Ich-Erzähler am Meer, lässt die Familie hinter sich. Zwischen dem Morgenlicht, das flackert, „als könnte es jederzeit wieder ausgehen“, bis zur Nacht, als es so dunkel ist, „dass die Erinnerung das Einzige ist, was man sieht.“ Der Erzähler kann spüren, „wie der Tag durch mich hindurch zieht.“ Er beobachtet sich, indem er anderen zusieht. Indem er auf Veränderungen wartet. Im Licht. Im Wind. Im Meer. Indem er vieles notiert, um all das Unaufgeregte nicht zu vergessen. Eine Schwimmerin mit roter Badekappe. Ein Liebespaar auf den Felsen des Wellenbrechers. Einsiedlerkrebse im Priel. Schiffe auf dem Wasser. Und: „15 Uhr 35. Nichts.“

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    "Aber es war schön"

    Atalanta Bergamo und Pisa. Zitiert aus der Piccola Posta von Adriano Sofri (Il Foglio quotidiano, 14/8/2020)

    © Il Foglio quotidiano

    Die "Piccola Posta" - Rubrik von Adriano Sofri

    Mailand - Gelesen und zitiert: „Romeo Anconetani (Triest 1922 – Pisa 1999) war ein legendärer Präsident des Fußballvereins il Pisa Calcio. Er machte und redete Denkwürdiges. Er ließ Salz auf den Platz vor dem Spiel streuen, wie Odysseus, der sich verrückt stellte, weil er nicht als Soldat nach Troia wollte. Er brachte il Pisa in vier Jahren von der Liga C in die Liga A. Er sagte: „Il Pisa bin ich“ mit der gleichen Natürlichkeit, mit der andere das vom französischen Staat oder von der Frau Bovary gesagt hatten. Als er starb, benannte die Stadt das halbe Stadion nach ihm – die andere Hälfte blieb beim vorangegangenen Namensgeber, bei Giuseppe Garibaldi.

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    LABBERIG, KLEBRIG UND SÜSS?

    Massimo Montanari widmet sich mit „Spaghetti al pomodoro. Kurze Geschichte eines Mythos“ genussvoll der Kulturhistorie der Pasta

    © www.cucchiao.it

    Typisch italienisch - Spaghetti al pomodoro

    Mailand – Seit wann kocht man Pasta in Wasser (Genießer nehmen Brühe)? Welche Rolle spielt der Käse? Weich oder bissig – eine Frage der Zeitläufe ebenso wie das Essen mit der Gabel? Wie kam es zur Begegnung von Pasta und Tomate? Massimo Montanari geht in seinem wundervollen kleinen Buch Spaghetti al pomodoro. Kurze Geschichte eines Mythos den Spuren eines typischen italienischen Gerichts nach. Wobei er viele, für Pastaliebhaber überraschende historische Details ausbreitet. So, dass etwa in der Renaissancezeit Pasta über eine halbe Stunde „gar“ gekocht, dann in mehreren Schichten übereinander gelegt und dazwischen geriebener Käse, Zucker und Zimt gestreut und das ganze schließlich bedeckt im Ofen oder in heißer Asche eine weitere Zeit gegart wurde. Raffaels Pasta war wie die von Machiavelli oder Vasari labberig, klebrig und süß.

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    DER HOFMANN UND DER MALER

    In Urbino setzt sich eine Ausstellung mit Baldassare Castiglione und Raffael Sanzio auseinander

    © Cluverius

    Baldassare Castiglione wie in sein Freund Raffael um 1515 porträtierte - in Urbino wird eine Kopie des Originals aus dem Louvre gezeigt

    Urbino - Anmutig, ausgewogen, geistreich und den schönen Künsten zugeneigt - das sind die idealen Eigenschaften eines Adeligen an italienischen Fürstenhöfen der Renaissance, wie sie Baldassare Castiglione (1478-1529) in seinem berühmten Il libro del cortigiano („Das Buch vom Hofmann)“ beschreibt. In Mantua geboren, in Mailand ausgebildet, war es besonders der Hof von Urbino, der den Humanisten und Diplomaten prägte. In Urbino wurde 1483 auch Raffael Sanzio geboren, der später in Rom Castiglione in einem wundervollen Porträt verewigte. Eine Ausstellung in Urbino versucht nun, die beiden für das italienische Kulturleben im frühen 16. Jahrhundert zentralen Figuren zusammen zu führen.

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    In Nuoro

    © Archivio Spazio Ilisso

    Fluchtpunkt Skulpturengarten - Arbeiten von Costantino Nivola und Gavino Tilocca im Spazio Ilisso

    Nuoro Ende Juli - Verlassen liegt unter heißer Vormitagssonne die Piazza Satta mit Skulpturblöcken des Bildhauers Costantino Nivola. Erst langsam öffnet sich die alte Stadt Nuoro (35.000 Einwohner) im Herzen Sardiniens nach dem Lockdown wieder dem kulturellen Leben. Museen wie das MAN (mit der aktuellen Ausstellung "Il regno segreto" über die Beziehungen zwischen der Insel und dem Piemont) sind wieder zugänglich. In der gut sortierten Buchhandlung "Novecento" in der Via Manzoni kann man nach Neuerungen der sardischen Literaturszene stöbern. Und zum Beispiel die Autorin Graziella Monni, die in Nuoro lebt, und ihren Roman "Gli amici di Emilio" (Mondadori Editore) über den sardischen Politiker und Intellektuellen Emilio Lussu entdecken. Eine 400 Kilo schwere Bronzestatue von Grazia Deledda (Literaturnobelpreis 1926) wurde gerade am Monte Ortobene aufgestellt. Ganz traditionell hat sie Pietro Longu in lokaler Tracht gestaltet ( - hier ein Video der Einweihung). Da hätte man sich auch etwas mehr Gegenwartskunst trauen dürfen.

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    LITERATUR UND LANDSCHAFT

    Gesundheit, Umwelt, Ökonomie: Mit dem Tod von Giorgio Todde ist eine kritische Stimme Sardiniens verstummt

    © Italia Nostra

    Giorgio Todde (Cagliari, 17. September 1951 - Cagliari, 29. Juli 2020)

    Milano/Cagliari - Giorgio Todde ist tot. Der Augenarzt, Schriftsteller und engagierte Ambientalist starb am 29. Juli 2020 im Alter von 68 Jahren in Cagliari an einem Krebsleiden. Mit seinen Kriminalromanen um den Arzt und Einbalsamierer Efisio Marini  vom Ende des 19. Jahrhunderts gelang es ihm, dem Sardinien von heute ein historisch-humanes Fundament zu geben. In vielen Sprachen übersetzt - auf Deutsch im Piper Verlag etwa "Die toten Fischer von Cagliari" (2011) - spiegelten seine Romane (Krimis und anderes) den internationalen Erfolg der "Nouvelle vague" der sardischen Literatur wider. Zusammen mit Giulio Angioni und Marcello Fois gründete er das lokal verwurzelte aber global orientierte Literaturfestival von Gavoi. Zuletzt war der Roman "Il mantello del fuggitivo" (Il Maestrale. Nuoro 2019) erschienen.

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    DER MACHER

    Massimo Osanna hatte Pompeji reformiert, jetzt soll er im italienischen Kulturministeriums die staatlichen Museen in Schwung bringen

    © Artribune

    Von Pompeji  nach Rom - Massimo Osanna (57), Archäologe und neuer Generaldirektor im Kulturministerium

    Mailand/Rom - „Artpride“ titelte das Giornale dell’Arte, die wichtigste italienische Kunstzeitung, in seiner jüngsten Ausgabe eine Untersuchung über die Strategien der Museen nach dem Lockdown in diesem Frühjahr und einer vorsichtigen Öffnung der Einrichtungen jetzt im Sommer. Überall spürt man eine gleichsam trotzige Aufbruchsstimmung. Die Verantwortlichen suchen nach Innovationen, formulieren Ideen, setzen erste Schritte um. In diesem spannenden Augenblick gibt auch das Kulturministerium ein Signal. Neuer Generaldirektor der Abteilung für staatliche Museen wird der Archäologe Massimo Osanna. Er ersetzt ab dem 1. September den Juristen Antonio Lampis, der auf eine weitere Amtszeit verzichtet hat.

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    IM KERZENLICHT

    Der Palazzo Reale in Mailand zeigt eine aufwändige Ausstellung über Georges de La Tour und nordeuropäische Naturalisten der frühen Barockzeit in der Nachfolge von Caravaggio

    © MondomostreSkira

    "Erziehung der Jungfrau" (um 1650, Öl auf Leinwand, 84 x 100 cm) aus der Frick Collection New York

    Mailand (Palazzo Ducale bis 27.9.) – Das sind Gemälde aus der Barockzeit, die lange keinem Künstler richtig zugeordnet werden konnten. Erst vor gut 100 Jahren wurde Georges de La Tour (1593-1652) als Maler vor allem kleinformatiger Arbeiten (wieder) entdeckt. Es sind besonders seine „Nachtbilder“, religiöse aber auch Genredarstellungen, in denen des Licht einer Kerze die Komposition bestimmt. Der Palazzo Reale in Mailand widmet de La Tour – und besonders diesen Nachtbildern – jetzt eine große Ausstellung.

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    im Kino: Favolacce

    Zwischen Realismus und Groteske: Die Brüder Damiano und Fabio D’Innocenzo frischen das italienischen Kino mit ihrem zweiten Spielfilm auf

    © Produktion Favolacce

    Hitzestau - Nachbarschaftsmarkt in der Vorstadtsiedlung - Ileana D'Ambra als Vilma

    Mailand (Cinema Palestrina) – Der Film Favolacce („Bittere Märchen“) erzählt vom trostlosen Alltag einer römischen Reihenhaussiedlung der Vorstadt. Der bescheidene Wohlstand und Alltagssorgen bilden den Boden eines eher von Instinkten geprägtem Leben ohne Wertvorstellungen. Im Mittelpunkt stehen die Beziehungen von Eltern und ihren etwa 12jährigen Kindern, die alle die selbe Schulklasse besuchen. Den Heranwachsenden wird zuhause kaum die Möglichkeit zur Entfaltung gegeben. Nur in der Schule durchbricht ein Lehrer die Eintönigkeit der Mittelmäßigkeit, hinter der das Grauen lauert.

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    DESTA’ UND DAS MADAMATO

    Eine Farbanschlag auf das Denkmal für Indro Montanelli in einem Mailänder Stadtpark erinnert Italien an seine koloniale Vergangenheit

    © Cluverius

    Als Rassist und Vergewaltiger angeklagt - Farbanschlag auf das Denkmal für Indro Montanelli in den Giardini Pubblici am Morgen danach

    Mailand – Der Kampf um Statuen im Zusammenhang mit antirassistischen Protesten hat auch Italien erreicht. In Mailand wurde am Sonnabend (13. Juni) Abend das Denkmal für Indro Montanelli (1909-2001) in den Giardini Pubblici mit roter Farbe übergossen. Auf dem Sockel wurde der angesehene Journalist als „razzista“ und „stupratore“ angeklagt. Zur Tat bekannte sich das linke studentische Aktionsnetz „Rete Studenti e Lu.Me (Laboratorio universitario MEtropolitano), das auch ein Video des Einsatzes ins Netz stellte. Bereits vor einigen Tagen hatte die Bewegung der „Sentinelli di Milano“, die sich als „laici e antifascisti“ bezeichnen, in einem Brief Mailands Bürgermeister aufgefordert, das Denkmal für den Journalisten zu entfernen, weil Montanelli während des Abessinienkrieges 1936 „ein zwölfjähriges, eritreisches Mädchen gekauft“ und geheiratet habe, um ihm „als Sexsklavin zu dienen“. Im vergangenen Jahr hatte eine feministische Gruppe mit ähnlicher Begründung das Denkmal am 8. März mit rosa Farbe bespritzt.

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    DAS TOR DER BEFREIUNG

    Vor 50 Jahren schlugen elf „azzurri“ im Halbfinale der Fußball Weltmeisterschaft in Mexiko die „panzer“ aus der Bundesrepublik Deutschland und lösten ein Aufflammen nationalen Stolzes aus

    Der letzte Akt der Resistenza? Nach dem entscheidenden Tor in der 111. Minute: Gianni Rivera und Gigi Riva im Jubel, Torwart Maier im Frust

    Mailand - Wie verhält sich Italien zu Deutschland? In Zahlen ausgedrückt vier zu drei. 4:3 gewann Italien am 17. Juni 1970 – vor 50 Jahren also – das Halbfinalspiel bei der Fußballweltmeisterschaft im Aztekenstadion von Mexiko City nach Verlängerung. Der Schriftsteller Alessandro Baricco war damals gerade zwölf Jahre alt und lag bereits im Bett, als es nach 90 Minuten 1:1 stand und die Verlängerung begann. Sein Großvater, bei dem Baricco gerade die Ferien verbrachte, weckte ihn, ein nationales Ereignis bahnte sich an. Das einzige Mal, erinnert sich der Turiner Erfolgsautor, dass jemand ihn zuvor mitten in der Nacht aus dem Bett geholt und vor den Fernseher geschleppt hatte, war, als der erste Mensch den Mond betrat.

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    IHR ANBLICK VERZAUBERT

    Helena Janeczek macht sich im Roman „Das Mädchen mit der Leica“ auf die Suche nach der Persönlichkeit der Fotografin Gerda Taro hinter einer kurzen, intensiven Lebensgeschichte

    © helenajaneczek.com /  fredstein.com

    Partner und Paar - Gerda Taro und Robert Capa in Paris im April 1936 in einem Foto von Fred Stein

    Mailand – Im Jahr 2007 taucht in New York ein Koffer mit Bildnegativen aus den 1930er Jahren auf. Er enthält vor allem Aufnahmen vom spanischen Bürgerkrieg vom weltberühmten Robert Capa (1913-1954), vom Fotojournalisten David Seymour (1911-1956) und von Capas Partnerin Gerda Taro – der ersten Frau, die als Fotoreporterin von Kriegsereignissen berichtet hatte. Der Fund bringt die fast vergessene Gerda Taro wieder in Erinnerung. Wer war diese wagemutige Frau, die 1910 als Tochter einer jüdischen Familie polnischer Abstammung in Stuttgart geboren wurde, als überzeugte Sozialistin vor den Nazis nach Paris floh, dort den Männern der Emigrantenszene den Kopf verdrehte und bei einem Fotoeinsatz an der spanischen Front mit nur 27 Jahren ums Leben kam? Helena Janeczek hat über sie in Italien einen Roman veröffentlicht, der jetzt unter dem Titel „Das Mädchen mit der Leica“ (Berlin Verlag) auch auf Deutsch vorliegt.

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    DAS SCHICKSAL DER TRÜMMER

    Amatrice vor und nach dem Erdbeben. Fotografien zwischen Erinnerung und Projekt. Eine Online-Ausstellung der Bibliotheca Hertziana

    © Bibliotheca Hertziana

    Amatrice, November 2018. Ansicht mit der Torre Civica und dem Glockenturm von Sant’Emidio, Foto: Enrico Fontolan

    Rom – Im August 2016 beschädigte ein Erdbeben weite Teile der mittelalterlichen Kleinstadt Amatrice im zentralen Apennin (Provinz Rieti). Weitere Erdstöße der folgenden Monate zerstörten sie ganz. 299 Menschen starben, ein Wiederaufbau nach der Formel „wo und wie es war“ blieb illusorisch. Trotzig ragt die Torre Civica (13. Jahrhundert) aus der heute von Trümmern geräumten Ruinenlandschaft. Die Online-Ausstellung Amatrice im Focus der Bibliotheca Hertziana (Max-Planck-Institut für Kunstgeschichte) bereitet Fotomaterial aus verschiedenen Epochen und Quellen auf: historische Fotografien von Stadt- und Gebäudeansichten, von Architekturdetails sowie von einzelnen Kunstwerken werden mit Aufnahmen ergänzt, die unmittelbar nach den Beben bzw. in den Jahren darauf entstanden. Sie wurden von der Hertziana erworben soweit sie nicht aus eigenen Fotokampagnen stammten. Ziel der Ausstellung ist es, „virtuell einen Eindruck der einstigen kulturellen Einheit des Territoriums“ zu vermitteln und „zur Reflexion über Formen, Art und Zielrichtung einer Rekonstruktion“ beizutragen.

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    KURVIGE GÄNGE, SCHRÄGE GALERIEN

    Vor zehn Jahren bekam Rom das MAXXI geschenkt. Zaha Hadid schuf einen innovativen Museumsbau. Wegen Corona wird die Jubiläumsausstellung  verschoben

    © Cluverius

    Schwungvoll - Fassade des MAXXI zum Hof

    Rom - Wer nach Rom fährt, sucht erst einmal nicht die Gegenwartskunst. Die Bühnen dafür in Italien sind Venedig, Mailand und Turin. Aber um die Hauptstadt auch museal der Zukunft zu öffnen, beschloss die Italienische Regierung in der zweiten Hälfte der 1990er Jahre, in Rom den Bau eines Museums für die Kunst des 21. Jahrhunderts zu finanzieren. Vor genau zehn Jahren konnte das MAXXI, (Museo nazionale delle arti del XXI secolo) am 27. Mai 2010 mit mehreren Ausstellungen eröffnet werden.  Große Feierlichkeiten fallen nach dem langen Corona-Lockdown erst einmal aus. Immerhin bietet das Museum seit dem 22.Mai mit einem Notprogramm Besuchern wieder Eintritt.

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    „NATUR IST EIN SOZIALES MEDIUM “

    Stadt und Corona (2): Alte Werte, neues Denken - ein Gespräch mit dem Mailänder Landschaftsarchitekten und Urbanisten Andreas Kipar

    © Cluverius

    Richtung Zukunft - neue Fahrradspur in Mailand

    Mailand – In der sogenannten Phase 2 und den Öffnungen nach dem Lockdown erleben wir unsere Städte wie erholt. Die Luft ist sauberer, die Parkanlagen sind grüner, die Schwalben finden reichlich Futter. Die Natur hat sich zurück gemeldet. Wie müssen in Zukunft unsere Städte gestaltet werden, um gleichsam einen „neuen Pakt mit der Natur“ einzugehen? Zugleich fordern Gesundheitsauflagen wie Abstandsregelungen verändertes Verhalten. Was bedeutet das für den Alltag in den Städten? Um solche Themen dreht sich ein Gespräch mit Dr.(I) Arch. Dipl.-Ing. Andreas Kipar.

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    LEBENSRAUM MIT QUALITÄT

    Stadt und Corona (1): Die Pandemie stellt die Urbanistik vor Herausforderungen, die so neu gar nicht sind. Eine internationale Debatte, die auch in Italien intensiv geführt wird

    © Cluverius

    Die Metropole nach Corona - Mailand, Armani Werbung

     Mailand – Muss die Stadt sich neu erfinden? Der Coronavirus hat in Italien wie anderswo eine breite Debatte über die Zukunft urbaner Räume und das Verhältnis von Stadt und Land ausgelöst. „Basta con le città, tutti in campagna“ überschreibt il Sole 24 Ore  (8. März) einen Beitrag über die New Yorker Ausstellung „Countryside, The Future“, die Rem Koolhaas kuratiert hat. Italien ist besonders vom ländlichen Raum geprägt, es gibt fast 6000 Ortschaften mit weniger als 5000 Einwohnern. Rund 2300 davon sind von der Bevölkerung so gut wie verlassen. Könnten sie gerettet werden und zu neuem Leben erwachen, wenn sich Natur suchende Städter ihrer annehmen? Das jedenfalls schlägt Stefano Boeri in la Repubblica (21. April) vor: „Nei vecchi borghi c’è il nostro futuro“ Oder haben nicht längst die Städte, die sich in den vergangenen 30 Jahren immer mehr verdichtet haben, die Nase vorn, und der Virus wird daran nichts ändern? „Campagna? No, grazie“ kommentiert Carlo Ratti in il Foglio (8. Mai).

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    ROSSINI TROTZT CORONA

    Das traditionelle Opernfestival von Pesaro kann im August stattfinden – allerdings nur in eingeschränkter Form

    © ROF

    In diesem Jahr ein zentraler Veranstaltungsort des ROF - die Piazza del Popolo von Pesaro

    Pesaro/Milano – Das Rossini Opera Festival (ROF) kann auch in diesem Jahr stattfinden. Das ist die gute Nachricht. Die etwas weniger gute: Wegen der Pandemie-Beschränkungen wird nur eine Neuproduktion (La cambiale di matrimonio) zur Aufführung kommen. Die geplanten Inszenierungen von Moise et Pharaon sowie Elisabetta Regina d’Inghilterra werden auf kommende Jahre verschoben. Ausfallen wird auch die Aufführung des Stabat Mater. Weitere Programmpunkte sollen auf der zentralen Piazza del Popolo bei Freilichtaufführungen stattfinden.

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    MUSIKER OHNE MASKEN

    Die Scala öffnet virtuell die Türen – ein Projekt in Zusammenarbeit mit Google Arts & Culture. Musik soll wieder ab Herbst erklingen, der Neustart beginnt mit Verdis Requiem

    © Cluverius

    Warten auf bessere Zeiten - in der Auszeit präsentiert sich die Scala virtuell

    Mailand -  Opernbühnen in aller Welt stellen während der durch die Pandemie erzwungenen Zeit der Schließung Eigenproduktionen vergangener Spielzeiten online. Die Mailänder Scala geht noch einen Schritt weiter und präsentiert sich jetzt digital als ein Haus der offenen Tür – und was für eins! In Zusammenarbeit mit Google Arts & Culture kann man in die Bühnengeschichte der 1778 eröffneten Oper eintauchen:  240 Tausend Fotografien und 16 Tausend Musikdokumente aus dem Archiv sind virtuell abrufbar. Google Arts & Culture gibt seit einigen Jahren die Möglichkeit, mehr als 2000 Einrichtungen der Kunst und der Kultur (Werke, Museen, Ausstellungen, Bühnen etc) aus 80 Ländern online kennen zu lernen. Das Scala-Projekt wurde jetzt bei einer Online-Pressekonferenz vorgestellt.

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    WIRD ALLES GUT?

    Trotz Corona – die Architektur Biennale 2020 sollte Ende August eröffnet werden. Der deutsche Pavillon hat notfalls einen Plan B (NACHTRAG: verschoben ist nicht aufgehoben)

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    Warten auf Eröffnung - der Deutsche Pavillon für die Architekturbiennale unter dem Motto "Rückblick von 2038"

    Mailand/Venedig – Nach dem „Prinzip Hoffnung“ hält die Biennale Venedig im Coronajahr 2020 an ihren Veranstaltungen fest. Italien löst sich gerade nur vorsichtig mit kleinsten Schritten aus dem Lockdown – etwa ab dem 18. Mai dürfen auch wieder Museen und Ausstellungen nach vorheriger Anmeldung besichtigt werden. In der noch wie ausgestorben wirkenden Lagunenstadt plant man dagegen für den Spätsommer/Herbst ein kulturelles Feuerwerk. Die 17. Architektur Biennale soll wie bereits angekündigt in Kurzform vom 29.8. bis 29.11. (Vernissage am 17./28.8.) stattfinden. Vorgesehen ist unverändert der Ablauf der Filmbiennale (2.9. bis 12.9). Aus dem Sommer in den frühen Herbst verschoben werden die Biennalen für das Theater (14. bis 24.9.), die Musik (25.9. bis 4.10.) und den Tanz (13.10. bis 25.10.).

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