ZELMIRA UND DIE ANDEREN


In Pesaro wurde Bilanz des Rossini Opera Festivals 2025 gezogen – und ein Ausblick auf 2026 gegeben

© ROF/Foto: Amati Bacciardi
Vielbeachtet: Marina Viotti als Emma in der „Zelmira“ (Dirigent Giacomo Scavolini, Regie Calixto Bieto)

Pesaro – Die Messa per Rossini unter der Leitung von Donato Renzetti bildete den Abschluss der 46. Ausgabe des Rossini Opera Festivals (ROF) im Teatro Rossini. Der Abend war dem Andenken des Gründers und historischen Intendanten des Festivals Gianfranco Mariotti (1933-2024) gewidmet. Insgesamt gab es 42 Programmpunkte. Darunter eine vielbeachtete Neuinszenierung von Zelmira (ein Titel, der seit 2009 beim ROF fehlte) unter der Leitung von Giacomo Sagripanti und inszeniert von Calixto Bieito, der sein Debüt beim Festival gab. Es folgte als weitere Neuproduktion, L’Italiana in Algeri, unter der Leitung von Dmitry Korchak und der Regie von Rosetta Cucchi.

Zwei Wiederaufnahmen rundeten das Opernprogramm ab: La cambiale di matrimonio, konzipiert von Laurence Dale für das ROF 2020 und diesmal unter der Leitung von Christopher Franklin, sowie Il viaggio a Reims in der üblichen Fassung von Emilio Sagi, unter der Leitung von Alessandro Mazzocchetti und interpretiert von den Sängerinnen und Sängern der Accademia Rossiniana „Alberto Zedda”. Zum Konzertprogramm gehörten u.a. die drei Kantaten Il pianto di Armonia sulla morte di Orfeo, La morte di Didone und Il pianto delle Muse in morte di Lord Byron, die in der kritischen Ausgabe der Fondazione Rossini uraufgeführt wurden. Es gab wie in jedem Jahr die ROF Talks in deren Rahmen diesmal die Verleihung des 44. Premio Abbiati stattfand, bei der das ROF mit dem Preis für die beste Aufführung, Ermione, die im vergangenen Sommer in Pesaro aufgeführt worden war, ausgezeichnet wurde.

Insgesamt kamen über 15.000 Besucher, die einen Umsatz von und 840.000 Euro gerierten. Der Anteil der Italiener stieg stark an und erreichte 63 Prozent. Unter den ausländischen Besuchern waren Frankreich, Deutschland, die USA, Österreich, Japan, die Schweiz, das Vereinigte Königreich, Spanien, Belgien und Rumänien am stärksten vertreten. Das Festival wird finanziell vom italienischen Kulturministerium, der Stadt Pesaro und der Bankgruppe Intesa Sanpaolo sowie von lokalen Sponsoren unterstützt.

Das Festival im Jahr 2026

Das 47. Rossini Opera Festival bietet vom 11. bis 23. August 2026 insgesamt 22 Vorstellungen. Eröffnet wird es im Auditorium Scavolini mit einer Neuproduktion von Le Siège de Corinthe unter der Leitung von Carlo Rizzi und inszeniert von Davide Livermore, der zum fünften Mal beim ROF Regie führt. Im Teatro Rossini folgen zwei Wiederaufnahmen von Opern, die die Geschichte des Festivals geprägt haben: L’occasione fa il ladro, inszeniert 1987 von Jean-Pierre Ponnelle, unter der Leitung von Alessandro Bonato. Sowie La scala di seta, unter der Leitung von Iván López-Reynoso. Die Inszenierung, die 2009 von Damiano Michieletto fürs ROF konzipiert worden war, wurde 2013 an der Scala und 2019 am Royal Opera House in Muscat wiederaufgeführt. Das Programm 2026 wird außerdem traditionell durch Il viaggio a Reims der jungen Künstlerinnen und Künstler der Accademia Rossiniana, vier Belcanto-Konzerte, zwei lyrisch-sinfonische Konzerte und das abschließende Stabat Mater unter der Leitung von Domingo Hindoyan abgerundet.

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