Cremona macht mit einer Ausstellung den Renaissancemaler Boccaccio Boccaccino einer breiteren Öffentlichkeit bekannt Mailand – Bedeutende Sammlungen wie herausragende Einzelwerke in den Museen der großen Städte verstellen oft den Blick auf den kulturellen Reichtum des ländlichen Raums und seine Geltung für die italienischen Kunstlandschaften. Das unterstreicht gerade eine Ausstellung im Museo Diocesano der lombardischen Kreisstadt Cremona, die dem Maler Boccaccio Boccaccino (um 1462/66 bis 1525) gewidmet ist. 500 Jahre nach seinem Tod werden sechzehn von insgesamt rund dreißig bekannten Gemälden des Künstlers mit vorwiegend religiösen Motiven gezeigt. Sie belegen, wie der dem großen Publikum eher unbekannte Boccaccino nach einem wechselseitigen Leben zwischen Ferrara, Genua, Milano, Venedig und Rom in Cremona zur Ruhe kam und zwischen den Einflüssen zunächst aus der Emilia und dann der Schulen von Leonardo, Bellini oder Giorgione zu einem eigenen eindrucksvollen Stil fand.
