Vage Erinnerungen bei einem Tötungsdelikt und die Lebenskrise eines Anwalts in dem Roman „Der Horizont der Nacht“ von Gianrico Carofiglio. Im Gespräch unterstreicht der Autor die Bedeutung des Zweifels Mailand/Bari – Eigentlich ist das Fall von Anfang an klar, der sich in Bari, der Regionalhauptstadt Apuliens, abgespielt hat. Täterin und Opfer sind bekannt. Eine Frau, Elvira, hat den gewalttätigen Liebhaber ihrer Zwillingsschwester erschossen, die wenig zuvor aus Verzweiflung den Freitod gesucht hatte. Doch für den Anwalt Guido Guerrieri ist es nicht klar, ob Elvira vorsätzlich getötet hat oder ob sie, wie sie später behauptet, im Laufe einer Auseinandersetzung aus Notwehr gehandelt habe. Zeit und Erinnerung werfen Fragen auf. Ihre Beantwortung wird in einem Prozess über das Strafmaß und damit über die zukünftigen Lebensumstände von Elvira entscheiden. Das ist der kriminalistische Spannungsbogen in dem Roman „Der Horizont der Nacht“ von Gianrico Carofiglio, den Verena von Koskull im Folio Verlag aus dem Italienischen übersetzt hat.
