Porträt


Wissenschaftler, Literat und engagierter Intellektueller –  Manuskript eines Radio-Feature für NDR-Kultur (Januar 2007) zum 75. Geburtstag von Umberto Eco Anfangsmontage Musik O-Ton Coscia: Mi ero incuriosito, proprio in una viuzza qua vicino lì ho visto questo ragazzino con il violoncello. Zitator Coscia: „In einer Gasse ganz in der Nähe war das, da bin ich auf diesen Jungen aufmerksdam geworden, der ein Cello trug.” O-Ton Renate Eco: „Das war in Franfurt zur Buchmesse, da musste mein Mann sowieso hin, der war da für den Verlag tätig, da haben wir denn eben auch gleichzeitig geheiratet.“ Zitator Eco: „Ich gehe und hinterlasse dies Schreiben, ich weiß nicht für wen, ich weiß auch nicht mehr worüber: Stat rosa pristina nomine, nomine nuda tenemus.“ O-Ton Michael Krüger: „Ich weiß nicht, wer über mehr Sprache verfügt als er.“ O-Ton Furio Colombo: „Il nostro modo di essere di sinistra non aveva legami con il partito comunista che allora era così importante nella vita culturale italiana:“ Zitator Colombo: „Unser Linkssein hatte keine Beziehung zur kommunistischen Partei.“ O-Ton Inge Feltrinelli: „Er ist manchmal ein sehr melancholischer Mensch.“ Die Bibliothek Atmo Bibliothek mit Eco: La biblioteca è organizzata così: qui è la zona donne… Erzählerin: Nicht ohne Ironie führt Umberto Eco […]

EIN PIEMONTESICHES SCHNABELTIER


Helena Janeczek: Lektionen des Verborgenen. Die Generation der Holocaust-Kinder setzt sich mit den Leiden der Eltern auseinander. Eine Begegnung mit der Autorin Mailand (Dezember 1999) – In welcher Sprache spricht man? In der Regel zuhause in der Muttersprache. Anderswo, wo es Not tut, behilft man sich mit einer Fremdsprache. Der 1964 in München geborenen Jüdin Helena Janeczek, die jetzt in Italien lebt, ist ihre Muttersprache fremd. Fremd in dem Sinne, daß sie das Polnisch ihrer Mutter Franziska nicht beherrscht, nur Bruchstücke versteht. Warum sie das Buch „Lektionen des Verborgenen“, in dem sie den Holocaust und das Verhältnis zur Mutter thematisiert, aber zunächst auf Italienisch („Lezioni di tenebra“, Mondadori 1997) veröffentlicht, ist eines dieser Lehrstücke, von denen das Buch handelt.

MUTTER, TOCHTER, SPIEGELBILDER