Ovidio Marras, ein alter Hirte und Kleinbauer kämpft auf Sardinien gegen die Bauspekulation von Großindustriellen Cagliari – Eine der schönsten Straßen Italiens führt in Südsardinien, rund 40 Kilometer von der Regionalhauptstadt Cagliari entfernt, längs der Costa del Sud zum Porto di Teulada. Sanft rollt ein Vorgebirge dem Meer zu. Kleine Buchten mit traumhaften, vom Tourismus weitgehend unberührte Stränden schließen sie ab. Hinter jeder Kurve öffnen sich neue Blicke auf prächtige Landschaftbilder mit buschigem Rosmarin, wilden Olivenbäume und kleinen Wäldern immergrünen Steineichen, die bis an das glasklare Meer heranreichen, das blaugrün in der Herbstsonne blinzelt. Einige alte, in traditioneller Lehmbauweise errichtete Bauernkaten stehen hier und von einer Landzunge bei Capo Malfatano grüßt ein Wachturm aus den Zeiten der aragonischen Besatzung.
Landschaft
Ein Reformationsdenkmal, das in den Himmel wächst Mailand/Wittenberg (Oktober 2009) – Vermutlich hat Martin Luther nie den Satz gesagt, dass selbst „wenn morgen die Welt unterginge“, wir noch heute „unser Apfelbäumchen pflanzen“ wollen. Es ist ebenfalls höchst umstritten, ob er am 31. Oktober 1517 seine 95 Thesen zur Reform des Glaubens wirklich an die Tür der Schlosskirche von Wittenberg geschlagen hat. Wahrscheinlich hat er sie während jener Tage „nur“ übergeben. Dennoch feiert die lutherische Welt den 31. Oktober zu Recht als Reformationstag. Und das falsche Wort vom Apfelbäumchen hat dem Landschaftsarchitekten Andreas Kipar eine richtig gute Idee zu einem Reformationsdenkmal in Wittenberg gegeben, das auf Kommunikation, Internationalität und Ökumene ausgerichtet ist: ein Luthergarten mit 500 Bäumen zum Jubiläumsjahr 2017. Der Geschäftsführers des Lutherische Weltbund (LWB) in Deutschland, Norbert Denecke, hat diese Idee aufgenommen und sie den Wittenbergern schmackhaft gemacht. Wobei jeder Baum von einer christlichen Kirche oder von einer einzelnen Gemeinde – wo auch immer auf der Welt – gepflanzt und adoptiert werden soll, um so die weltweite Verbundenheit der unterschiedlichen Kirchen mit der Reformation zu dokumentieren, die wohl oder übel Spuren im Christentum hinterlassen hat. Die Mailand Connection Wenn jetzt am Reformationssonntag in Wittenberg auf der sogenannten Andreasbreite zwischen […]
LUTHERBÄUME
Wie in Italien der Film „Il vento fa il suo giro“ von Giorgio Diritti durch Mundpropaganda sein Publikum fand Mailand (2008) – Im Cinema Mexico, einem unabhängigen Mailänder Vorstadtkino, wird in diesen Tagen ein Rekord angezeigt. Seit zwölf Monaten steht hier der Film Il vento fa il suo giro (frei übersetzt: „Der Kreis des Windes“) des jungen Regisseurs Giorgio Diritti auf dem Programm. Er erzählt von Chersogno, einem halbverlassen Dorf in den piemontesischen Meeralpen nahe der französischen Grenze, wo noch Okzitanisch gesprochen wird. Als ein französischer Hirte mit seiner Frau, seinen Kindern und seinen Schafen ins Dorf zieht, wird ihnen ein begeisterter Empfang bereitet. Doch nach und nach reiben sich die verschiedenen Kulturen aneinander. Die Neuen werden zu Fremden und die Integration scheitert schließlich. Die Angst vor dem Anderssein Ohne ideologischen Fingerzeig thematisiert der Regisseur die gleichsam archaische Angst vor dem Anderssein und dem Fremden. Giorgio Diritti, ein Schüler von Normanno Olmi, dem bewegende Szenen und großartige Natureindrücke gelingen, erzählt das mit einer fast dokumentarischen Bildersprache. Bis auf die Hauptdarsteller Thierry Toscan und Alessandra Agosti treten Laien aus den okzitanischen Tälern auf. Man redet Okzitanisch und Französisch (jeweils untertitelt) sowie Italienisch. Wenn das deutsche Wort „Heimatfilm“ nicht falsche Assoziationen wecken […]
