Vor einhundert Jahren kam Andrea Camilleri auf die Welt, der im Alter zum Erfolgsautor und unermüdlichen Erzähler seiner sizilianischen Heimat wurde. Am Anfang stand dabei der kleine Roman „Der Lauf der Dinge“ – eine Kriminalgroteske, die den Ton für viele weitere Bücher vorgab Mailand/Berlin – Der unglaubliche Erfolg, den Andrea Camilleri (1925-2019) mit seinen Romanen über den Commissario Montalbano hatte, stempelt ihn bis heute als Krimiautor ab. In Italien begann das 1994, im deutschen Sprachraum 1999. Aber der Autor, der nach dem Ende einer Karriere mit Arbeiten bei Rundfunk, Fernsehen und Theater erst im Alter zum literarischen Schreiben kam, hatte auch eine Reihe historischer Romane hervorgebracht. Daran erinnert Wagenbachs Verlegerin Susanne Schüssler im Vorwort des jetzt wieder veröffentlichten kleinen Romans „Der Lauf der Dinge“ (Il corso delle cose), denn der Berliner Verlag hatte keinen geringen Anteil an der Verbreitung des „anderen“ Camilleri nördlich der Alpen. Wobei es in diesen historischen Erzählungen nicht an kriminalistischer Entdeckerfreude mangelt, wie die Montalbano-Reihe ebenso immer wieder Geschichte widerspiegelt und hier wie dort liebevolle Ironie eine Hauptrolle spielt.
