Museum, Bibliothek, Treffpunkt, Ort für Lesungen und Debatten – die Casa di Goethe in Rom feiert ihr 20jähriges Bestehen. Rom – Bei Goethens darf gefeiert werden. 1997, vor zwanzig Jahren, wurde in der Via del Corso 18 die Casa di Goethe, das einzige deutsche Museum im Ausland (Träger ist der Arbeitskreis selbständiger Kultur-Institute – AsKI) eröffnet. In den Räumen im ersten Stock des spätbarocken Baus hatte der Maler Johann Heinrich Tischbein am Ende des 18. Jahrhunderts zusammen mit anderen Künstlern in einer geräumigen Atelierwohnung gelebt. Goethe fand hier bei zwei langen Romaufenthalten auf seiner italienischen Reise zwischen 1786 und 1788 Unterkunft. Als Hinweis auf den Genius des Ortes kann man Tischbeins Aquarell mit der Rückenansicht des deutschen Dichters an eben jenem Fenster der Wohnung sehen, neben dem das Bild jetzt hängt.
Ausstellungen
Das Mosaik in Kunst und Design der Gegenwart. Ein Gespräch mit Maurizio Tarantino, dem Leiter des Museo d’Arte von Ravenna, über eine Ausstellung mit Mosaik-Skulpturen und die 5. Biennale „Ravenna Mosaico“ Ravenna – Die frühere Kaiserstadt Ravenna an der Adria ist berühmt für baulichen Zeugnisse aus der Spätantike und dem Frühchristentum mit ihren prächtigen Mosaikwerken. Bis heute hat sich die alte Kulturtechnik im lokalen Kunsthandwerk erhalten. Seit einigen Jahren findet mit „Ravenna Mosaico“ in der Stadt eine Biennale zum Mosaik der Gegenwart statt (in diesem Jahr bis zum 26. November). Diesmal geht der Blick auch über das Handwerk hinaus in die bildende Kunst, die von den 1930er Jahren an die Mosaiktechnik wieder entdeckte. Im Museo d’Arte (MAR) von Ravenna ist noch bis zum 7.Januar unter dem Titel „Montezuma, Fontana, Mirko“ eine Ausstellung über das Mosaik in der Skulptur der Gegenwart zu sehen. Dazu im Gespräch Maurizio Tarantino (*), der seit kurzem das MAR leitet.
VOM STEINCHEN BIS ZUR SCHNECKE
Die Biennale Foto/Industria in Bologna denkt über die Beziehung von Mensch, Maschine und Arbeit nach. Zu entdecken (oder wieder zu treffen) sind 14 Fotografen aus drei Erdteilen, ungewöhnliche Ausstellungsorte sowie eine private Kulturstiftung. Bologna (Fondazione MAST und an anderen Orten bis 19.11.) – Zum dritten Mal wird in Bologna eine Biennale über Fotografie aus Industrie und Arbeitswelt veranstaltet. Zu sehen sind Ausstellungen von 14 Fotografen aus Europa, Amerika und Asien. Ihre Arbeiten werden an unterschiedlichen Orten der Innenstadt sowie in der Foto Gallery der Fondazione MAST präsentiert. Dabei mischen sich Sparten, Zeiten und Herangehensweisen. Der Bogen reicht von einem unbekannten Fotografen, der mit einer Reportage im Jahr 1917 die rasante Entwicklung des Industriestädtchens Lynch im Kohlegebiet von Kentucky dokumentiert, bis zum Italiener Carlo Valsecchi, der mit extrem strukturierten Bildern den Aufbau einer neuen Fabrik von Philip Morris 2016 bei Bologna begeleitet. Vom Amerikaner Lee Friedlander, der 1986 in Bosten Menschen an ihren Arbeitsplätzen beobachtet hat, bis zum Schweden Mårten Lange, der 2007 hochtechnologischen Maschinen der Nuklearforschung eine ganz poetische Dimension gibt.
IDENTITÄT UND ILLUSION
Eine große Ausstellung in Mailand enträtselt die Techniken des Malers – und fasziniert mit Originalen Mailand (Palazzo Reale bis 28. Januar) – Wenn Caravaggio kommt, strömen die Besucher. 85.000 Vorbestellungen waren bereits eingegangen, als Ende September die Ausstellung „Dentro Caravaggio“ eröffnet wurde. Der Titel, den man frei mit „Caravaggio von innen“ übersetzen könnte, weist bereits auf die Besonderheit dieser Ausstellung hin. Zu sehen sind nicht nur 20 prächtige Gemälde von Michelangelo Merisi (Mailand 1571 – Porto Ercole 1610), der sich nach seiner Vaterstadt Caravaggio nannte. Zu jedem einzelnen Werk werden außerdem die Ergebnisse neuester Forschungen unter dem Einsatz auch von naturwissenschaftlichen Methoden mit multimedialen Einspielungen dokumentiert. Die Ausstellung wurde von der Gruppe MondoMostre Skira (Rom/Mailand) produziert, Gesamtkosten rund 3,5 Millionen Euro.
CARAVAGGIO VON INNEN
Eine Ausstellung im Scala-Museum erinnert an Maria Callas 40 Jahre nach ihrem Tod Mailand (Museo Teatrale alla Scala bis 31.3.2018) – Am 16. September 1977 starb Maria Callas in Paris, vereinsamt, an Herzversagen. Bis heute halten sich Gerüchte, die von einem Freitod wissen wollen. Zu Lebzeiten ein Weltstar wurde die Callas nach ihrem Tod zum Mythos. Die Sängerin kam 1923 als Kind griechischer Einwanderer in New York auf die Welt. Ihre Ausbildung erhielt sie in Griechenland und in Italien, wo Ihre Karriere nach einem ersten Auftritt in Verona begann. Als Höhepunkt gelten die Jahre an der Scala (1950-1962). Das Scalamuseum widmet dieser Zeit mit Kostümen, Schmuckstücken, Fotografien, Dokumenten und Videoeinspielungen eine kleine Ausstellung. Die Bühnenbildnerin Margherita Palli hat sie eingerichtet.
