Ausstellungen


Cremona feiert den Komponisten Claudio Monteverdi, der vor 450 Jahren in der Stadt der Geigenbauer geboren wurde. Eine Ausstellung will die kulturellen Umbruchstimmungen in Musik- und Kunstgeschichte zu Beginn der Barockzeit aufzeigen Cremona (Museo del Violino bis 23.7.) – Hier hat alles angefangen. Handwerker und Musiker brachten im 16. Jahrhundert und 17.Jahrhundert zwischen Gardasee und Po, zwischen Brescia und Cremona, den Bau von Streichinstrumenten zur Meisterschaft. Cremona, wo die Familie Amati die Grundlagen für die Entwicklung der Violinen legte, wurde bald zu einem Zentrum dieser Kultur, die der Musikgeschichte neue Impulse geben sollte. In Cremona kam 1567 auch Claudio Monteverdi zur Welt. Monteverdis Oper „L’Orfeo“ (1607/1609) ist ein Meilenstein in der Entwicklung dieser Kunstgattung. Anlässlich des 450. Geburtstages des Komponisten zeigt das Museo del Violino von Cremona eine Ausstellung von historischen Orchester-Instrumenten für eine Orfeo-Aufführung. Und setzt sie mit dem Gemälde „Der Lautenspieler“ in Beziehung zur Malerei von Michelangelo Merisi (1571-1620). Der stammte aus dem Nachbarort Caravaggio, von dem er auch seinen Künstlernamen erhielt.

MONTEVERDI UND CARAVAGGIO


Der Mailänder Palazzo Reale zeigt Blätter einer gemalten Lebenserzählung von Charlotte Salomon, die 1943 in Auschwitz ermordet wurde. Ein Gesamtkunstwerk, das erst langsam ins Bewusstsein der Öffentlichkeit dringt. Mailand (Palazzo Reale bis 25. Juni) – Vor genau 100 Jahren wurde am 16. April 1917 Charlotte Salomon in Berlin geboren. Als Jüdin suchte die junge Künstlerin während des Krieges Unterschlupf bei den Großeltern in Südfrankreich. In einem kleinen Ort bei Nizza entstanden aus einer seelischen Krise heraus während nur 18 Monaten zwischen 1940 und 1942 hunderte Gouachen im A4-Format, mit denen sie ihre Geschichte und die ihrer Familie erzählt. „Leben? Oder Theater?“ lautet der Titel. Charlotte Salomon wurde im September 1943 in Nizza verhaftet und nach Auschwitz deportiert, wo man sie vermutlich gleich nach ihrer Ankunft ermordet hat. Kurz vor ihrer Verhaftung hatte sie noch geheiratet und war bei ihrem Tod im fünften Monat schwanger. Wie durch ein Wunder überstand der Koffer mit den Bildern die Kriegswirren. „Leben? Oder Theater?“ wird heute im Joods Historisch Museum von Amsterdam aufbewahrt. Eine breite Auswahl von 270 Arbeiten ist jetzt zusammen mit Fotografien in Mailand im Palazzo Reale zu sehen.

DAS MÄDCHEN UND DER TOD



Mit der Ausstellung „Rinascimento elettronico“ im Palazzo Strozzi kehrt der New Yorker Videokünstler Bill Viola nach Florenz zurück Florenz (Palazzo Strozzi bis 23.7.) – Das ist keine Ausstellung, die man einfach mal so durchlaufen kann. Allein die Videoarbeiten von Bill Viola aus den Jahren von 1995 bis heute, auf die der Besucher im ersten Stock des Palazzo Strozzi stößt, ergeben aneinandergehängt eine Laufzeit von rund zwei Stunden und 20 Minuten. Dazu kommen in der „Strozzina“, im Kellergeschoss des florentinischen Renaissancepalastes, frühe Arbeiten von 1973 an. Die Ausstellung mit dem Titel „Rinascimento elettronico“ möchte mit insgesamt 26 Werken den gesamten Schaffensraum des heute 66jährigen Videokünstlers aus New York widerspiegeln.

ZWISCHEN LIEBEN UND LEIDEN


Arbeiten des von Goethe bewunderten Malers Guercino aus dem Frühbarock sind im Dom und im Palazzo Farnese von Piacenza zu sehen. Piacenza (bis 4.6.2017) – Im Jahr 1626 kam Giovanni Francesco Barbieri, den die Kunstgeschichte wegen eines Augenfehlers „il Guercino“ („den Schieler“) nennt, nach Piacenza. Im Dom der Residenzstadt der Farnese sollte er die kaum begonnen Arbeiten an der Kuppel vollenden, die der frühe Tod eines Vorgängers (Morazzone) unvollendet gelassen hatte. Ein Jahr später war das Werk abgeschlossen. Eine neue Lichtinstallation hat jetzt die farben- und formenprächtigen Fresken der Kuppel, die lange im Dunkel geblieben waren, zu neuem Leben erweckt. Aus Anlass der Einweihung ist zudem in der Capella Ducale des Palazzo Farnese eine Ausstellung mit Arbeiten von Guercino zu sehen. Rund 20 Exponate, die einen kleinen Überblick über sein gesamtes Schaffen geben wollen.

„EINE MORALISCHE GRAZIE“



„Monumenti antichi inediti“ – Die Illustrationen von Winckelmanns einziger Veröffentlichung in italienischer Sprache im Museum m.a.x. von Chiasso Chiasso (m.a.x. museo bis 7.5.2017) – Im Jahr, in dem der 300. Geburtstag von Johann Joachim Winckelmann (Stendal 9.12.1717) gefeiert wird, gibt es eine Reihe von Ausstellungen, die mit seinem Leben oder seinem Werk in Verbindung stehen. Veranstaltet werden sie in Orten wie Weimar oder Rom, Wörlitz oder Neapel, Wien oder Kopenhagen. Aber ausgerechnet Chiasso, die Schweizer Grenzstadt nach Italien, die man weder mit der Person Winckelmanns noch mit der Geschichte des Neoklassizismus in Verbindung bringen kann, macht den Auftakt. Hier wird sein einziges Druckwerk in italienischer Sprache, die Monumenti antichi inediti von 1767 gleichsam wiederentdeckt. Zu sehen sind alle 208 Grafiken der Veröffentlichung, dazu kommen 20 Kupferdruckplatten, Probedrucke, Gemälde, Bücher und andere Objekte.

Antike Schönheiten