Peter Kammerer: Pier Paolo Pasolini und die Rolle der Poesie Pier Paolo Pasolini (1922-1975) ist als Dichter geboren. Zeit seines Lebens gibt er an bestimmten Wendepunkten seinen Lesern Rechenschaft über die Erfüllung dieses Auftrags. Sein erstes Gedicht schreibt er als Zweitklässler im Jahre 1929. Seine Mutter zeigt ihm, wie man ein Gedicht selbst machen und nicht nur in der Schule lesen kann. In einem Sonett erklärt sie dem Kind ihre Liebe. Wenige Tage später verfasst der Siebenjährige Verse, deren Worte „rosignolo“ und „verzura“ er später erinnert. Das erste, mit französischem Anklang, bedeutet „Nachtigall“, das zweite ist ein sehr gewählter Ausdruck für „Grün“. Instinktiv habe er, natürlich ohne Petrarca zu kennen, „den klassizistischen Code von Auslese und Erlesenheit benutzt“. (1) Pasolini wird diesen Code aber auch immer durchbrechen, wie Heiner Müller feststellt: „das ist eine Qualität bei ihm: einerseits ein hoher Ton, der aber immer offen ist auch für ganz niedrige Elemente, für Jargons, Slangs und Alltagssprache“. (2)
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Giuseppe Mazza: Über die Rolle der PR und den Umgang des Papstes mit den Medien Unter den Neuigkeiten, mit denen Bergoglio laufend aufhorchen lässt, ist eine fast untergegangen, obgleich er sie bereits während seines ersten Angelus-Gebets am 17. März 2013 angesprochen hatte. Der Papst erzählte da der Menge der Gläubigen, dass er das Buch eines „guten Theologen“, nämlich von Kardinal Walter Kasper, gelesen habe. Doch fügte er sofort lächelnd hinzu: „aber glaubt bitte nicht, dass ich für die Bücher meiner Kardinäle Werbung mache!“ Die Leute, amüsiert, klatschten. Der Papst hat also von Anfang an diesen so profanen Begriff in seinen Wortschatz aufgenommen. Und ihn öffentlich von jenem Fenster aus benutzt. Unser Erinnerung nach eine absolute Premiere, vor allem zum Auftakt eines Pontifikats. Das ist jedoch ein Thema für ihn, wie man am 7. Juli versteht. Bergolio wendet sich an die Seminaristen in Sankt Peter und beschreibt sie als: „ausgewählt und gesendet von Gott und nicht über Werbekampagnen oder Aufrufe zum Dienen oder zur Selbstlosigkeit.“ Die beiden Nennungen hängen zusammen: Werbung ist das, was wir nicht machen, ein Feld, auf dem wir nicht unterwegs sind.
