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Lebensqualität (1): Mailand an erster Stelle im Ranking der Zeitung il sole 24 ore Mailand – Im Index, mit dem das Wirtschaftsblatt il Sole 24 ore jedes Jahr die Lebensqualität in den gegenwärtig 107 Stadtkreisen (Provinzen) Italiens misst, lagen bislang immer kleinere oder mittlere Städte wie zuletzt Belluno oder früher Ravenna ganz vorne. Jetzt ist es zum ersten Mal einer Großstadt gelungen, an die erste Stelle zu rücken: Mailand. Es folgen Bozen, Aosta, Belluno und Trento. Rom liegt auf dem 21. Platz vor Florenz (22.). Venedig findet man an Stelle 34, Turin an 38, Neapel an 94. Am Ende stehen Taranto und Foggia (beide Apulien) und schließlich Vibo Valentia (Kalabrien).

EIN BUNTES BILD VON ITALIEN


Lebensqualität (2): Was Mailand so attraktiv macht – und wo es sich schwer tut Mailand – Die lombardische Großstadt und ihr Umkreis (3,5 Millionen Einwohner) haben sich in den vergangenen Jahren stark verändert. Mailand hat das Image einer eher hässlichen, kalten, allein auf Arbeit und Profit zugeschnittenen Stadt abgeschüttelt und sich zu einer international ausgerichteten quicklebendigen Metropole voller kultureller und sozialer Initiativen entwickelt. Aus wirtschaftlichen Grundlagen heraus (Mode- und Designunternehmen, Verlage und Zulieferer) haben sich Großveranstaltungen vom Fuori Salone bis zu Book City (1400 Gratis-Veranstaltungen) und Piano City (450 Konzerte) entwickelt, an denen weite Teile der Bevölkerung teilhaben. Die Stadt ist im Vergleich zu anderen Großstädten von der Fläche her relativ klein, was die Wege kurz und das Leben intensiv macht

QUCIKLEBENDIG UND INTERNATIONAL



Gianni Zanasi erzählt eine Parabel über den Konflikt zwischen Vernunft und Irrationalität mit der glänzend aufgelegten Alba Rohrwacher Milano (Cinema Anteo) – Troppa grazia („Zuviel Gnade“, oder: „Zuviel des Guten“) ist ein Film passend zur Advents- und Weihnachtszeit. Lucia (Alba Rohrwacher), eine Vermessungstechnikerin, schlägt sich mit Gelegenheitsjobs durch. Sie hat sich von ihrem Partner Arturo (Elio Germano) getrennt und lebt mit der Tochter Rosa (Rosa Vannucci) im ländlichen Raum Mittelitaliens. Sie bekommt von einem lokalen Unternehmer (Giuseppe Battiston) den Auftrag die Kartierung für ein großes Imobilienprojekt mitten in bislang unberührter Landschaft zu erstellen. Bei den Arbeiten erscheint ihr die Madonna (Hadas Yaron). Lucia soll „den Menschen“ die Botschaft überbringen statt des geplanten Projektes dort eine Kirche zu errichten.

im Kino: Troppa grazia


Francesca Melandri legt mit dem Roman „Alle, außer mir“ Italiens Verbrechen während der Kolonialzeit in Äthiopien bloß, beschreibt Probleme der Emigration heute, aber sie erzählt vor allem eine spannende Familiengeschichte Mailand/Rom – Francesca Melandri hat einen Roman geschrieben, den alle Italienliebhaber im deutschen Sprachraum gelesen haben sollten: Alle, außer mir (Wagenbach Verlag). Die Autorin aus Rom erzählt von Ilaria, Lehrerin in der italienischen Hauptstadt, die an einem Sommertag vor ihrer Wohnungstür auf einen dunkelhäutigen jungen Mann stößt, der behauptet, dass sie seine Tante sei. Wie bitte? Tante eines Afrikaners? Ilaria will den Besucher mit einem Almosen schnell wieder los werden.

DER NEFFE AUS AFRIKA



Mit der patriotischen Oper des jungen Verdi eröffnet die Mailänder Scala unter großem Applaus ihre neue Spielzeit Mailand (Teatro alla Scala bis 8.1.2019) – Kein Opernhaus der Welt feiert so festlich und so selbstbewusst seine Saisoneröffnung, wie es das Teatro alla Scala regelmäßig am 7. Dezember unternimmt. In diesem Jahr war das „Attila“ von Giuseppe Verdi. Riccardo Chailly dirigierte, Davide Livermore führte Regie und es sangen und spielten u.a. Saioa Hernández, Ildar Abdrazakov, Fabio Sartori und George Petean. 15 Minuten Applaus am Ende belohnten ihren Einsatz. Millionen  verfolgten die „Inaugurazione“ im Fernsehen, in Kinosälen, am Radio oder bei Übertragungen in Sozialeinrichtungen und öffentlichen Anlagen.

in der Oper: Attila