Dicke Luft in Mailand. Am 27. März wurde der Neubau eines „Museums der Kulturen“, den David Chipperfield projektiert hat, mit einer Ausstellung über Kunst und Kultur Afrikas vom Mittelalter bis heute eröffnet. Doch fand die Feier ohne den Architekten statt, der im Streit mit der Stadt als Auftraggeber sogar die Autorenschaft zurück gezogen hatte. Anlass war die schlampige Verlegung des Steinfußbodens auf einer Fläche von 5000 Quadratmetern. Die Mailänder Stadtverwaltung wollte den Bau (Kosten 60 Millionen Euro), dessen Fertigstellung sich bereits 15 quälend lange Jahre hingezogen hatte, unbedingt noch im Vorfeld der Weltausstellung (1.Mai – 31.Oktober) eröffnen, nachdem frühere Termine nicht eingehalten werden konnten.
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Mailand. Das Piccolo Teatro trägt Trauer und die Fahnen vor dem Teatro alla Scala sind auf Halbmast geflaggt. Luca Ronconi ist tot. Der wohl bedeutendste italienische Theater- und Opernregisseur der vergangenen Jahrzehnte kam 1933 in Susa (Tunesien) auf die Welt. Nach einer Ausbildung als Schauspieler übernahm er erste Regiearbeiten ab 1963 mit einer Theatergruppe um Gianmaria Volonté . International machte er durch die Regie des „Orlando furiosio“ von Ariost in der Bearbeitung von Edoardo Sanguineti (1963) auf sich aufmerksam. In Prato gründete er 1977 eine Theaterwerkstatt, die mit erfrischenden Inszenierungen griechischer Klassiker prägend auf die italienische Szene wirkte. Spätestens in jenen Jahren wurde er neben Giorgio Strehler zur wichtigsten Regiepersönlichkeit des Landes. Es folgten Jahre, in denen er Bühnen wie das Stabile in Turin und das Teatro di Roma leitete. In der Nachfolge von Strehler Nach dem Tod von Giorgio Strehler übernahm er 1999 die künstlerische Leitung des Mailänder Piccolo, wo er mit seinen strengen Inszenierungen von Klassikern bis zur Gegenwart, von Aristophanes bis Henry James und Edward Bond Maßstäbe setzte. Dabei zeigte er ein großes Interesse am deutschsprachigen Theater und brachte etwa Schnitzlers „Professor Bernhardi“, Brechts „Heilige Johanna“ oder Botho Strauß „Ithaka“ auf die Bühne des Piccolo. Zusammen mit […]
Zum Tod des Regisseurs Luca Ronconi
VAF-Preis am Maria Elisabetta Novello Perugia (30.11.2014) Vor 14 Jahren gründete der in Mailand ansässige deutsche Textil-Unternehmer Volker Feierabend die VAF-Stiftung, die sich Aufgabe gemacht hat, italienische Kunst des 20. und des 21. Jahrhunderts in Deutschland zu fördern. Zum Sammlungsbestand der Stiftung, die ihren Sitz in Frankfurt hat, gehören rund 2500 Werke. Viele davon sind als Leihgaben in deutschen Museen, darunter auch im ZKM Karlsruhe oder im Sprengelmuseum Hannover zu sehen. Zu den Aktivitäten der Stiftung gehört ein mit 15.000 Euro dotierter Preis für junge italienische Künstlerinnen und Künstler unter 40 Jahren. Er wurde jetzt im Rahmen einer Ausstellung von 15 Preiskandidaten in Perugia an Maria Elisabetta Novello verliehen. Die Künstlerin, die in Udine lebt, wurde für ihre fragilen, mit Asche realisierten Gestaltungen ausgezeichnet. Daneben vergab die Stiftung zwei Förderpreise zu je 5000 Euro. Die Werke der 15 Preiskandidaten waren zuvor in mehreren Ausstellungen unter anderem auch im Schauwerk Sindelfingen vorgestellt worden. Die VAF-Stiftung unter der Leitung des Kunsthistorikers Klaus Wolbert möchte mit dem Preis, der jetzt zum sechsten Mal verliehen wurde, den Dialog zwischen Deutschland und Italien anregen. Siehe auch das Porträt von Volker Feierabend
