Der Spazio Ilisso in Nuoro zeigt Arbeiten der deutschen Fotografin Marianne Sin-Pfältzer über das Leben auf Sardinien zwischen Tradition und Wandel Nuoro (Spazio Ilisso bis 30.April)- Marianne Sin-Pfältzer, 1926 in Hanau geboren, kam 1955 zum ersten Mal nach Sardinien – und fand auf der Insel ihren Lebensmittelpunkt. Sie starb in Nuoro 2015. In ihren Fotos, die jetzt im Spazio Ilisso (Nuoro) präsentiert werden, zeigt sich die „Wucht der Gegensätze zwischen Tradition und Wandel“, wie es einmal der Schriftsteller und Anthropologe Giulio Angioni (1939 – 2017) formuliert hat. Die Arbeiten von Marianne Sin-Pfältzer (s/w wie color) spiegeln das Leben auf Sardinien bis in die 1970er Jahre wieder. In abgelegenen Dörfern oder einsamen Landstrichen, an der Küste oder in Städten wie Cagliari, bei der Arbeit oder bei Feierlichkeiten. Und immer kann man Menschen in die Augen schauen.
Ausstellungen
Was bleibt vom Leonardo-Jahr (2): Die Präsentation der Madonna Litta im Museo Poldi Pezzoli und die neue feste Leonardo-Ausstellung im Mailänder Technik- und Technologiemuseum Mailand – Vom Leonardo Jahr 2019 aus weisen Spuren in die Zukunft. Zum Beispiel mit einer kleinen aber äußerst feinen Ausstellung im Museo Poldi Pezzoli über die Madonna Litta und die Rolle der Werkstatt. Und das Mailänder Technikmuseum, das in seinem Namen Museo Nazionale Scienza e Tecnologia Leonardo da Vinci den Künstler, Ingenieur und Wissenschaftler ehrt, hat gerade seine feste Maschinen- und Dokumentensammlung neu geordnet und präsentiert sie jetzt aufwändig und zeitgemäß mit viel digitaler Technik.
VORBILDLICH
Italien erinnert an den großen Kinoautor und Filmregisseur Federico Fellini (1920-1993), der am 20. Januar 100 Jahre alt geworden wäre. Den Auftakt macht eine Ausstellung in seiner Heimatstadt Rimini. Mailand/Rimini – Der Legende nach wurde Federico Fellini in einem Eisenbahnwaggon erster Klasse eines Zuges geboren, als dieser den Bahnhof von Rimini passierte. Diese originelle Geschichte würde zum vitalen Regisseur und Autor passen, der uns in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts von „La strada“ über „La dolce vita“ bis „Satyrikon“ oder „Orchesterprobe“ rund zwei Dutzend phantasiepralle Kinofilme geschenkt hatte. Doch seine Biographen haben die Legende (leider) widerlegt: ausgerechnet am 20. Januar 1920, als der kleine Federico auf die Welt kam, bestreikten Gewerkschaften die Eisenbahnstrecke längs der Adria vorbei an Rimini durch die Landschaft der Romagna bis nach Bologna: alle Züge standen still.
PRALLE VISIONEN
Urbino, kurz vor Weihnachten – Urbino leuchtet. Die alte Herzogsstadt in den Hügeln unweit der Adriaküste gibt sich kurz vor Weihnachten am Abend verträumt verschlafen. Tagsüber feiern Studenten die glücklich überstanden Abschlussprüfungen. Frisch gekürte Laureati zeigen sich mit Lorbeerkranz. Alle anderen rüsten sich mit großen Koffern zur Abreise. Der Bus, der von Urbino zum Bahnhof von Pesaro fährt, wird belagert. Im Geburtshaus von Raffael bleibt der Besucher allein. Hier kam Raffaello Sanzio 1483 auf die Welt. 1520 starb er auf dem Höhepunkt seines Ruhmes als Maler und Architekt mit nur 37 Jahren in Rom. 500 Jahre danach feiert die Welt „il divin pittor“ mit Ausstellungen, Veranstaltungen, Büchern, Filmen, TV-Serien. In Urbino hängen überall Kalender aus: „Raffaello 2020“.
In Urbino
Die Violinen großer Geigenbauer aus Cremona – zum Beispiel die Arbeiten von Giuseppe Guarneri del Gesù, der vor 275 Jahren starb Mailand/Cremona – Cremona gilt als die Hauptstadt des italienischen Geigenbaus. Neben Antonio Stradivari spielt Giuseppe Guarneri eine Hauptrolle in der Traditionsgeschichte. Die Nachwelt gab ihm den Beinamen „del Gesù“, weil er das Christusmonogramm IHS als Markenzeichen benutzte. Giuseppe Guarneri del Gesù 1698 geboren, starb vor 275 Jahren am 17. Oktober 1744 in Cremona im Alter von 46 Jahren. Im Museo del Violino von Cremona wird u.a. die Violine „Stauffer“ von Guarneri del Gesù aufbewahrt. Zur Zeit ist auch eine Ausstellung über den Musiker Paolo Diana (1799-1834), genannt Spagnoletti, zu sehen, der einer Geige Guarneris seinen Namen gab.
