Arbeiten von Per Kirkeby im Tessiner Kunstmuseum von Mendrisio Mendrisio (bis 29.1.2017) – Der dänische Altmeister Per Kirkeby ist über die Alpen gestiegen. Das Museo d’arte von Mendrisio (Tessin) zeigt eine große Retrospektive des 1938 in Kopenhagen geborenen Künstlers und Geologen. Zum ersten Mal im italienischen Sprachraum sind so rund 80 vorwiegend malerische Arbeiten zu sehen. Dazu kommt eine kleine Auswahl von Skulpturen. Kirkeby hatte in den 1960er Jahren mit Beuys zusammen gearbeitet und als Unabhängiger zur Fluxus-Szene gehört. Später wandte er sich dann eher traditioneller Malerei und Skulptur zu. Er wurde mehrfach zur Kunstbiennale Venedig und zur Documenta Kassel geladen und unterrichtete an der Akademie der Bildenden Künste in Karlsruhe und an der Städelschule in Frankfurt. Die vielseitig Interessierte beschäftigte sich außerdem mit Lyrik und Architektur, schuf Bühnenbilder, realisierte Filme und machte sich auch einen Namen als Kunstkritiker.
Ausstellungen
In Genua zeigt die Villa Croce das Lebenswerk von Aldo Mondino Genua (verlängert bis 8.1.2017) – Die Villa Croce, das lebhafte Museum für Gegenwartskunst auf dem Carignano-Hügel, präsentiert Arbeiten von Aldo Mondino (Turin 1938 – 2005). Zu entdecken ist ein rastloser Künstler, der immer auf der Suche nach neuen Formen und Techniken Gegenwart aufnahm und verarbeitete. Abstrakte Arbeiten wechseln mit Gegenständlichen, Gemälde mit Skulpturen und Installationen. „Moderno, Post-Moderno, Contemporaneo“ lautet der Untertitel der Ausstellung, der den Spannungsbogen im Leben des Künstlers nachzeichnet.
SCHWALBEN AM HIMMEL
Cagliari: Arbeiten von Rosanna Rossi in der Galleria d’Arte Moderna Cagliari (bis 30. Oktober) – In der zweiten Hälfte der 1950er Jahre schlossen sich in Cagliari Künstler in verschiedenen Gruppen zusammen. Sie wollten sich von der traditionellen Kunst Sardiniens oder Formen der klassischen Moderne auf der Insel lösen. Dazu gehörte Rosanna Rossi, die Mitbegründerin der Gruppe Studio 58. Der 1937 geborenen Künstlerin widmen jetzt die Galleria Comunale d’Arte und das neu eingerichtete Ausstellungszentrum C.Arte.C eine Retrospektive. Zu sehen sind Arbeiten aus unterschiedlichen Schaffensperioden, die von expressionistischen Anfängen bis zu jüngsten, geometrisch aufgebauten Bildern in Pastellfarben reichen.
WIE GEWEBT
Ein Gespräch mit Shaul Bassi über Shakespeare, die Juden und den „Kaufmann von Venedig“ Venedig – Er ist der venezianische Jude schlechthin, auch wenn er nie existiert hat: Shylock aus Shakespeares Drama „Der Kaufmann von Venedig“. In der Ausstellung „Venezia, gli Ebrei e l’Europa 1516 – 2016“, die im Palazzo Ducale an die Gründung des Ghettos vor 500 Jahren erinnert ist, darf er nicht fehlen. Der Anglist Shaul Bassi von der Universität Ca’ Foscari, ein Mitglied der jüdischen Gemeinschaft Venedigs, ist für diesen Teil der Ausstellung verantwortlich. Im Interview äußert sich der 46jährige Wissenschaftler zum Thema.
„MAN KANN EINEN SHYLOCK NICHT AUSSCHLIESSEN“
„Venedig, die Juden und Europa“- eine Ausstellung im Palazzo Ducale Venedig (Palazzo Ducale bis 11. November) – Es ist heute als Historiker nicht leicht, sich mit der Gründung des ersten jüdischen Ghettos der Geschichte auseinander zu setzen. Vor 500 Jahren richtete die Republik Venedig ein Stadtviertel ein, in dem die Angehörigen einer religiösen und kulturellen Minderheit zwangsweise siedeln mussten und in dem sie einer Reihe von Restriktionen unterworfen waren. „So schrecklich das klingt in unseren Ohren,“ sagt der Leiter des Deutschen Studienzentrums Venedig Romedio Schmitz Esser, „ist dieser Abschluss auch ein Bekenntnis zum Zusammenleben.“ Die Stadt stellt einen Ort bereit, an dem die jüdische Minderheit leben muss – und kann. Einerseits ein Abschluss, andererseits „integriert man die jüdische Gemeinschaft in die venezianische Gesellschaft.“ Während Juden aus anderen Ländern vertrieben oder verfolgt wurden.
