Bücher-Kuerze


Die römisch-jüdische Küche der Familie von Luciano Valabrega Rom. Die römische Art zu kochen, ist sicher nicht die kunstvollste unter den italienischen Küchen aber immer schmackhaft und zugleich eine höchst gesellige Angelenheit. Man genießt sie um so mehr, wenn die Gerichte mit Geschichten gewürzt sind, wie sie Luciano Valabrega von seiner jüdischen Familie zu erzählen weiß. Schließlich reicht die Tradition der jüdischen Küche viele Jahrhunderte zurück. Ein Bodensatz für heitere Geschichten aber auch für bittere etwa aus der Zeit Mussolinis und später unter der deutschen Besatzung, als die Familie sich verstecken musste.

NICHT AUF NÜCHTEREN MAGEN


Mailand. Noch immer sind Natur- und Geisteswissenschaften zwei von einander getrennte Welten. Und die Bewohner der einen kümmern sich in der Regel wenig um das, was auf dem anderen Planeten geschieht. Naturwissenschaft und Technik, obwohl sie im Zeitalter der Informatik und der digitalen Revolution Gesellschaft und Umwelt radikal verändern, bleiben vielen Menschen fremd. Die theoretische Physik etwa erscheint als ein Buch mit sieben Siegeln. Einsteins Relativitätstheorie ist bereits einhundert Jahre alt, aber was sagt sie genau aus? Und was will eigentlich die Quantentheorie belegen mit welchen Folgen? Was sind denn nun Quarks? Und welchen Gesetzen folgt die Architektur des Kosmos? Der Italiener Carlo Rovelli, Professor für Theoretische Physik an der Universität Marseille, hat in einer Artikelfolge für das Mailänder Wirtschaftsblatt „il Sole 24 ore“ sieben kurze allgemeinverständliche Lektionen über Physik geschrieben, die im vergangenen Jahr als schmales Buch erschienen sind, das noch heute ein Bestseller in Italien ist.

Carlo Rovellis Lektionen über Physik



Drei Erzählungen, die am Stadtrand von Palermo rund um die Ausfallstraße Viale Michelangelo angesiedelt sind. Es geht um Leute aus einfachsten Verhältnissen und ihr armseliges Leben – Verlierertypen eben. Doch Nino Vetri, 51jähriger Musiker und Buchhändler aus Palermo, erzählt von ihnen mit Sympathie, Witz und viel Sprachgefühl.

Nino Vetri ueber Palermo


Im deutschen Sprachraum ist Nanni Balestrini vor allem als Autor politischer Romane wie „Wir wollen Alles“ über die Fiat-Kämpfe (1971) bekannt. Doch der vor 80 Jahren in Mailand geborene Balestrini ist ein kultureller Tausendsassa, der als Lyriker, Essayist, Übersetzer (etwa von Ingeborg Bachmann), Lektor (bei Feltrinelli), Herausgeber, Organisator und bildender Künstler die italienische Szene seit den späten 1950er Jahren nachhaltig beeinflusst hat.

Die Wortlandschaften eines Nanni Balestrini



Die Gedichte von Antonia Pozzi endlich auch auf Deutsch Es war für die Antonia Pozzi, die 1912 in Mailand auf die Welt kam, ein Leben „unter herbstlichen Farben“ und in schwierigen Zeiten. Vor dem Hintergrund des Faschismus und belastet mit einer Liebe, die zu schwer war für sie. 1938, als auch Italien Rassengesetze erließ, hat sie ihr Leben, obgleich Nichtjüdin, nicht mehr tragen können und wählte mit 26 Jahren den Tod. Die aus einer wohlhabenden Familie stammende Literatin (und Fotografin) Antonia Pozzi, die über Flaubert promovierte und Rilke im Original las, hinterließ mehre Hundert Gedichte. Ihr Vater gab nach ihrem Tod nur einen kleinen und von ihm stark bearbeiten Teil zum Druck frei. Viel später, in den 1980er-Jahren, wurde dann Antonia Pozzis gesamtes lyrisches Werk mit seinem Montale verwandten existenzialistischen Grundton sichtbar. Und erst jetzt kann man es durch die von Gabriella Rovagnati einfühlsam übersetzt und herausgegebene Auswahl auch im deutschen Sprachraum kennen lernen. Es war ein Schreiben gegen das Aufgeben, ein Dichten gegen den Todesdrang. Und dann, wie „Vögel,/ die ihre Flügel nicht mehr tragen“, blieb die Kraft des Schreibens aus. Antonia Pozzi, Parole/Worte. Gedichte. Italienisch/Deutsch. Herausgegeben und übersetzt von Gabriella Rovagnati. Wallstein Verlag Göttingen 2008. 336 Seiten, 24 […]

FLÜGEL, DIE NICHT TRAGEN