Bücher


Umberto Eco schlägt in dem Band „Auf den Schultern von Riesen“ weite Bögen durch die Literatur-, Kunst- oder Philosophiegeschichte und legt geistreiche Stolpersteine. Ein Lesevergnügen, das nachdenklich macht  Mailand –  Experten gibt es heute überall und für alles. Und sie spezialisieren sich immer weiter, dass am Ende ihr riesiges Fachwissen auf einen extrem kleinen Gegenstand fixiert ist. Auf der anderen Seite gibt es ein stetig wachsendes Palaver der Besserwisser nicht nur in den sozialen Medien. Ein Gerede, eigentlich nur ein Geraune, über alles und nichts, das inhaltsleer über einen hinwegrauscht. Zwischen diesen Extremen wünscht man sich wieder in eine Art Schule, möchte einem Lehrer zuhören, der das Denken seiner Hörer mit Ideen, Anregungen, Zweifeln und mit ein bisschen Ironie in Bewegung hält. Umberto Eco (1932 -2016) war ein solcher Lehrer und sein Schulhaus war der öffentliche Auftritt.

EIN INTELLEKTUELLES FEUERWERK


Zwischen Trubel und Debatten – die Turiner Buchmesse mit steigenden Besucherzahlen Turin/Mailand – Die Veranstalter des 32. Salone Internazionale del Libro di Torino (9. bis 13. Mai) zeigten sich zufrieden. Zur italienischen Buchmesse kamen diesmal 148.000 Besucher (darunter rund 21.000 Kinder und Jugendliche in einem für sie reservierten Veranstaltungsbereich) – rund 10 Prozent mehr als im Vorjahr. „Wir sind eine Werkstatt für Ideen“, zog der künstlerische Leiter, der Schriftsteller Nicola Lagioa, Bilanz. Auf Veranstaltungen wurden Bücher und Themen einer breiten Themenpalette diskutiert, wobei die gegenwärtige Faschismusdebatte in Italien mit besonderer Aufmerksamkeit verfolgt wurde.

WERKSTATT FÜR IDEEN



Eine Italienerin und ein Deutscher. Die Väter waren im Zweiten Weltkrieg auf entgegengesetzten Seiten der Logik von Hass und Vergeltung zum Opfer gefallen. 60 Jahre später kommt es zu einem Treffen von Guglielmina und Peter Mailand/Gubbio – Das ist die Geschichte einer bemerkenswerten Begegnung zwischen einem Deutschen und einer Italienerin. Er, Peter, Sohn eines Militärarztes, der beim Rückzug der Wehrmacht im Frühsommer 1944 von Partisanen in Gubbio getötet wird. Sie, Guglielmina, Tochter eines der 40 Bürger der Stadt, die als Vergeltung für das Attentat hingerichtet werden. Durch Zufall treten sie 60 Jahre später in Kontakt, schreiben einander Briefe, es kommt zu einem Treffen. Das bleibt für beide (und ihre Familien) eine Privatbeziehung, bis Guglielmina 2012 nach einer schweren Krankheit stirbt. Kurz vor ihrem Tod, übergibt sie den Briefwechsel dem Journalisten Giacomo Marinelli Andreoli, der auf dieser Grundlage eine Erzählung schreibt: Nel segno dei padri. La storia di Guglielmina e Peter – „Im Zeichen der Väter. Die Geschichte von Guglielmina und Peter“ – erschienen 2017 bei Marsilio (Venedig).

WIE ZWEI VERLORENE KINDER


Paolo Rumiz und seine Wanderung über die Via Appia von Rom nach Brindisi zwischen antiken Ruinen, Olivenbäumen und hupenden Lastwagen. Eine Begegnung mit dem Autor zur deutschen Veröffentlichung seines Buches über eine abenteuerliche Fußreise. Itri/Mailand – Die alte Via Appia zeigt südlich von Rom auf der Strecke zwischen Fondi und Itri ein ehrwürdiges Pflaster mit glatten, an den Rändern rund geschliffenen Steinen. Schwarzbraune Steine vulkanischen Ursprungs: „Hier haben die Bourbonen im 18. Jahrhundert die Straße erneuert“, erklärt Paolo Rumiz. Man kann sich unterwegs auf der antiken Römerstraße kaum einen besseren Begleiter als den heute 71jährigen Journalisten und Publizisten aus Triest wünschen.

ALS REBELL UNTERWEGS



Wie das Gemälde Salvator Mundi, das von Christie’s zu einer Rekordsumme versteigert wurde, zu einem Phantombild wurde. Hintergründe liefert auch der Band „Leonardo da Vinci für Eilige“. Mailand – Wo ist der Salvator Mundi abgeblieben, der Leonardo da Vinci zugeschrieben wird? Das teuerste Bild, das bislang bei einer Versteigerung unter den Hammer gekommen ist, sollte im September 2018 im Louvre Abu Dhabi ausgestellt werden. Der angebliche Besitzer, Prinz Mohammed bin Salman aus dem Königreich Saudi Arabien, habe es, so hörte man, den „Brüdern“ in den Vereinigten Arabischen Emiraten ausgeliehen. Doch kurz vor Eröffnung  am 18.9. kam die Ankündigung, die Ausstellung sei verschoben worden. Seitdem herrscht Schweigen. Auch in Paris, wo das Bild – vielleicht – auf der großen Leonardo-Ausstellung ab dem 24. Oktober 2019 im Louvre gezeigt werden könnte.

RETTER DER WELT