Fotoarbeiten der Fondazione MAST in Bologna erzählen Geschichten aus der Arbeitswelt vom Ende des 19. Jahrhunderts bis heute Bologna (Mast bis 22.5.) – Die Stiftung MAST präsentiert in Bologna eine außergewöhnliche Auswahl von über 500 Fotografien, Fotoalben und Videos von rund 200 Autorinnen und Autoren aus ihrer eigenen Sammlung. Ikonische Fotografien von weltberühmten Autoren wie Man Ray oder Herbert List, Dorothea Lange oder Gabriele Basilico, aber auch Arbeiten weniger bekannter oder unbekannter Fotografen und Künstler erzählen von der Welt der Arbeit vom Ende des 19. Jahrhunderts bis heute. Die Ausstellung, die Urs Stahel (Universität Zürich) kuratiert hat, schlängelt sich die Form eines Alphabets an den Wänden der drei Ausstellungsräume entlang und reicht mit 53 Kapiteln von A wie „Abandoned“ bis W wie „Waste“, „Water“ und „Wealth“.
homepage
„Eine Privatsache“, der große Roman von Beppe Fenoglio über den italienischen Widerstand, ist endlich wieder in deutscher Übersetzung (bei Wagenbach) greifbar. Der Autor wäre jetzt 100 Jahre alt geworden. Mailand/Alba – Der Roman „Una questione privata“ von Beppe Fenoglio (1922-1963) erzählt eine Begebenheit aus der Zeit des italienischen Widerstands kurz vor Ende des zweiten Weltkrieges. Es sei schwer, schreibt Nicola Lagioia in einem Beitrag (hier) für die Turiner Tageszeitung La Stampa, „in der italienischen Literatur der vergangenen hundert Jahre einen Roman zu finden, in dem sich Liebe und Krieg, Jugend und Tod auf solch magische Art verknüpfen.“ Der Roman wurde posthum einige Monate nach dem Tod des Autors veröffentlicht. Was bis heute Spekulationen über das dramatische und zugleich offene Ende des Protagonisten Milton nährt – wollte Fenoglio etwa noch ein Schlusskapitel schreiben? Der Wagenbach Verlag hat nun die deutsche Ausgabe „Eine Privatsache“ in der Übersetzung von Heinz Riedt aus dem Jahr 1968 – ursprünglich bei Benziger (Zürich) erschienen – zusammen mit einem aktuellen Nachwort von Francesca Melandri wieder aufgelegt.
DURCH NACHT UND NEBEL
30 Jahre „mani pulite“: unter den juristischen Untersuchungen gegen Korruption und illegale Parteienfinanzierung zerbrach das traditionelle Parteiensystem Italiens Mailand – Am 17. Februar 1992 wurde in Mailand Mario Chiesa, der Direktor einer kommunalen Sozialeinrichtung und führendes Mitglied der Sozialistischen Partei Mailands, auf frischer Tat ertappt, als er ein Bestechungsgeld einkassierte. In dem Augenblick konnte niemand ahnen, dass die Festnahme Chiesas eine Lawine lostreten würde, die das politische Italien überrollen und von Grund aus verändern sollte. Denn Chiesa war, wie sich bald herausstellte, kein Einzelfall. Korruption war längst ein Mittel zur illegalen Parteienfinanzierung, von der mehr oder weniger alle politischen Organisationen Italiens profitierten. Unter dem Schlagwort „mani pulite“ – „saubere Hände“ wurde das betrügerische Finanzierungssystem jetzt von der Justiz öffentlich gemacht und zum Skandal.
EIN STURM DER ENTRÜSTUNG
Mailand: Wie die Grand Tour die Kunstszene in Italien belebte. Eine prächtige Ausstellung in den Gallerie d’Italia Mailand (Gallerie d’Italia bis 27.3.) – Landschaften, die verzaubern, Städte, die faszinieren, Kunstschätze ohnegleichen und ein mildes Klima – die „Marke“ Italien beherrscht den Tourismusmarkt weltweit. Ihre Form prägte sich in der Zeit vom Ende des 17. bis Mitte des 19. Jahrhunderts aus, als Bildungsreisende sich in der „Grand Tour“ zwischen Venedig und Sizilien auf die Suche nach den Zeugen aus Antike und Renaissance machten und es zum guten Ton meist junger Vertreter der oberen Gesellschaftsschichten gehörte, es ihnen gleich zu tun. Während die einen vor allem literarisch Zeugnis ablegten, suchten die kaufkräftigen anderen, künstlerische Zeugnisse als Erinnerungsstücke mit nach Hause zu nehmen. Die prächtige Ausstellung „Grand Tour. Sogno d’Italia da Venezia a Pompei“ in den Gallerie d’Italia-Piazza Scala belegt wie die Kunst – vor allem die Malerei mit Ansichten von Landschaften und Städten aber auch mit Porträts der Reisenden – aufblühte.
KAUFHAUS DER SCHÖNHEIT
Das Kulturministerium will gezielt Veranstaltungen von darstellenden Künsten in den Vorstädten fördern Mailand/Rom – Das italienische Kulturministerium hat mit 22,2 Millionen Euro ein Förderprogramm aufgelegt, mit dem Kultureinrichtungen in den Stadtrandbereichen der 14 Metropolzonen des Landes unterstützt werden sollen. Im Vordergrund stehen öffentliche Musik-, Theater-, Tanz- und Kunstveranstaltungen. Die Unterstützung soll die soziale Eingliederung, die territoriale Wiederherstellung und den Schutz von Arbeitsplätzen sowie die Aufwertung des materiellen und immateriellen Erbes durch die darstellenden Künste gewährleisten.
