Vor zehn Jahren wurde in Mailand der Deutsche Anwalt Verein Italien (DAV Italien) gegründet, der ein Netzwerk zwischen den beiden Ländern gespannt hat. Ein Gespräch mit dem Vorsitzenden Stephan Grigolli über zwei Rechtssysteme und Rechtskulturen Mailand – Europa wächst allen Unkenrufen zum Trotz zusammen, doch bleiben viele nationale Eigenheiten auf unterschiedlichen Gebieten, die nicht alle zu harmonisieren sind. Das gilt besonders für das Rechtsystem. Anwälte versuchen zwischen Deutschland und Italien, zwischen unterschiedlichen Regelwerken und zwischen kulturellen Besonderheiten zu vermitteln. Im Deutschen Anwalt Verein (DAV) – dem größten freiwilligen Zusammenschluss von Anwälten auf der Welt mit rund 67.000 Mitgliedern – gibt es einen Auslandsverein „Italien“, der auf Initiative von Rechtsanwalt und Avvocato Stephan Grigolli aus Mailand im Oktober 2007 gegründet wurde. Aus Anlass des zehnjährigen Bestehens von DAV Italien hier ein Gespräch mit Stephan Grigolli (*).
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Die Freien Theater spielen heute in Europa eine enorme kulturelle Rolle. Die Szene ist reich und vielfältig, jedoch sind die Arbeitsbedingungen prekär. Die Wissenschaft kann helfen, ihr Standing zu erhöhen. Ein Gespräch mit dem Theaterwissenschaftler Manfred Brauneck auch über einen erstaunlich unbekannten Preis Mailand/Hamburg – Wie unabhängig kann das Freie Theater heute in Europa sein, was ist seine Geschichte, wie sein Verhältnis zu den etablierten Bühnen? Welche Rolle spielt es für die Theaterforschung und wie kann eine wissenschaftliche Untersuchung der Freien Szene auf die Arbeitsbedingungen im Theater selbst zurückwirken? Der Theaterwissenschaftler Manfred Brauneck hat gerade im Rahmen einer Forschungsarbeit für die Balzan Stiftung zusammen mit dem ITI Zentrum Deutschland (Berlin) eine Veröffentlichung über das Freie Theater im Europa der Gegenwart herausgegeben. Sie untersucht, wie es im Untertitel heißt, Strukturen, Ästhetik und Kulturpolitik (*) – siehe Anmerkungen. Manfred Brauneck, geb. 1934, lehrte ab 1973 Neuere Deutsche Literaturwissenschaft und Theaterwissenschaft an der Universität Hamburg. Er war u.a. Leiter des Zentrums für Theaterforschung und des Studiengangs Schauspieltheater-Regie. 2010 wurde er mit dem Balzan Preis für Geschichte des europäischen Theaters ausgezeichnet. Im Gespräch weist der 82jährige darauf hin, dass das Theater allgemein heute in der Medienlandschaft an Boden verloren habe. Zugleich zeigt er sich […]
„EINE SZENE JUNGER MENSCHEN“
70 Jahre Piccolo Teatro: Ein „Theater für alle“ wollte Giorgio Strehler mit der Gründung 1947 schaffen. Heute versucht das Haus unterschiedliche Publikumsgruppen anzusprechen – mit politischen Stücken, experimentellem Theater und einer neuen Hinwendung zu erzählerischen Texten. Mailand – Als die Stadt nach dem Krieg und schwerer Zerstörung durch Bombenangriffe der Alliierten einen neuen Anfang zum alltäglichen Leben suchte, wurden zuerst die Kultureinrichtungen wieder hergestellt, manche wurden sogar erst geboren. Im Mai 1946 eröffnete Arturo Toscanini die Scala und ein Jahr später nahm das von Giorgio Strehler, Paolo Grassi und Nina Vinchi neu gegründete Piccolo Teatro in den umgebauten Räumen eines Kinos sein Programm auf. Es begann im Mai 1947 mit Gorkis „Nachtasyl“, dem im Juni Goldonis „Diener zweier Herren“ folgte. Aber was ist von der Aufbruchstimmung eines „Theaters der Kunst für alle“ geblieben? Wie hat sich die Bühne nach dem Tod von Giorgio Strehler vor fast 19 Jahren entwickelt und welche Rolle möchte sie heute spielen?
AN DEN THEMEN DER WELT MESSEN
Das Archiv der Casa Ricordi geht online. Ein Besuch der weltweit größte Sammlung von Dokumenten zur Musikgeschichte. Mailand – Hinter schweren Panzertüren eines Seitenflügels des Palazzo Brera in Mailand lagert in klimatisierten Räumen eine Welt klangvoller Namen. Handschriftliche Partituren der Werke von Gioachino Rossini bis Giuseppe Verdi, von Giacomo Puccini bis Luigi Nono und Luciano Berio haben die Zeit im Archiv des ehemaligen Ricordi Musikverlages überdauert. Das Archiv der Casa Ricordi, das inzwischen zum internationalen Bertelsmann Imperium gehört, ist das weltweit größte Archiv zur Musikgeschichte überhaupt. Erste Eintragungen gehen auf das Jahr 1808 zurück.
MIT EINEM KLICK ZUR AIDA
Biennale (1): Die 57. Kunstbiennale von Venedig feiert die Kunst der Gegenwart als einen neuen Humanismus. Vertreten sind vor allem junge, oft unbekannte Künstlerinnen und Künstler. Doch ein alter Hase wie Franz Erhard Walther aus Fulda wurde mit dem Goldenen Löwen ausgezeichnet Venedig (bis 26.11.) Wohin geht die Kunst? Sie überquert Abgründe. Eine Videoarbeit von Taus Makhacheva, eine 34jährige Künstlerin aus Dagestan, bringt diese Biennale auf den Punkt. Sie zeigt wie ein Hochseilartist über ein Drahtseil balanciert, das unter freiem Himmel zwischen zwei eng nebeneinander liegenden Gebirgskuppen gespannt ist. Er bringt Gemälde von einem offenen Lager auf der einen Kuppe in eine geschlossene Struktur auf der anderen. Dafür hängt der Artist jeweils ein Bild an die äußeren Enden seiner Balancierstange. So gleichsam mit höchstem Risiko spielerisch transportiert er im Video „Tightrope“ rund 58 Minuten lang die Kunst von einer zu anderen Seite.
