Traditionell wird die italienische Buchmesse, der Salone del Libro, jeweils Mitte Mai in Turin veranstaltet. Nun plant der Verlegerverband ab Mitte April kommenden Jahres eine eigene Messe in Mailand abzuhalten. Turin will jedoch nicht zurückstecken. Mailand – In Italien streitet man sich um die nationale Buchmesse. Bislang gibt es eine Hauptmesse, veranstaltet von einer regionalen Kulturstiftung jeweils Mitte Mai in Turin. Neben diesem Salone del Libro organisiert der Verlegerverband jährlich Anfang Dezember eine Messe für kleinere und mittlere Verlage in Rom, die größte Veranstaltung dieser Art in Europa. Im kommenden Jahr wird eine dritte nationale Messe dazu kommen, die jetzt in Mailand unter dem Titel Tempo di Libri – „Bücherzeit“ – vorgestellt wurde. Sie wird wie die römische Veranstaltung vom Verlegerverband organisiert, der sich bei der Durchführung des Turiner Salone nicht ausreichend repräsentiert fühlt. Tempo di Libri soll das erste Mal Mitte April kommenden Jahres in Mailand nur vier Wochen vor dem Salone in Turin abgehalten werde.
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Wie in Italien über die Entschlüsselung eines Pseudonyms debattiert wird Mailand – Ist sie es, oder ist sie es nicht? Das Rätsel um die Identität der neapolitanische Autorin Elena Ferrante scheint gelöst. Unter dem Pseudonym Ferrante hatte die Autorin vor allem die vierteilige Romanserie „L’amica geniale“ („Meine geniale Freundin“) ab 2011 veröffentlicht, die nicht nur in Italien (1 Million verkaufte Exemplare), sondern vor allem im englischen Sprachraum (2,6 Millionen Exemplare) ein Bestseller ist. Bei einer investigativen Recherche verfolgte Italiens bedeutendstes Wirtschaftsblatt Il Sole 24 Ore die Spur des Geldes und stieß, den Honorarzahlungen folgend, auf die Übersetzerin Anita Raja.
TRAUER UM ELENA FERRANTE
Die Reise von Johann Sebastian Bach nach Rom und sein Tod daselbst Im Jahre 1778 „Die Seele musiziert, indem sie zeichnet.“ Goethe im Gespräch mit Johann Daniel Falk am 14.6.1809 An dem Tag, an dem Bach Hamburg verließ, lag der Himmel flach und grauflockig über der Heide. Der Wind zerrte am Verschlag der Postkutsche, Regen war zu erwarten. So könnte man sich das vorstellen. Es war Herbst, man schrieb das Jahr 1776, warum sollte ausgerechnet an jenem Tag in Hamburg die Sonne scheinen? Sicher wird Bach der Abschied von seinen Eltern und Geschwistern nicht leicht gefallen sein. Alle wussten um seine gesundheitliche Schwäche. Die geplante Reise über Dresden, Wien nach Rom war zudem nicht ungefährlich. Ob man sich wiedersehen würde?
EIN NEUER PHÖNIX IN DER KUNST
Vor 100 Jahren wurde Aldo Moro geboren. Ein christdemokratischer Politiker, der den Schulterschluss mit den Kommunisten suchte Rom – Aldo Moro war ein Politiker, der die Geschichte seines Landes nach dem zweiten Weltkrieg nachhaltig geprägt hat. Als junger Mann gehörte Moro zu den Gründern der christdemokratischen Partei. In unterschiedlichen Funktionen – etwa als Ministerpräsident, Außenminister und Parteisekretär der Democrazia Cristiana – begleitete er maßgebend die rasante Entwicklung, mit der Italien sich von einem Agrar- in ein Industrieland verwandelte. Und dazu eine wichtige politische Rolle auf der europäischen und internationalen Bühne spielen konnte. Neben der Friedenspolitik lag ihm besonders die Überwindung innenpolitischer Gegensätze am Herzen, um in einer übergreifenden Zusammenarbeit mit den Linksparteien Reformen durchzusetzen. Auf dem Höhepunkt dieser, auch in seiner eigenen Partei umstrittenen Strategie, wurde er von einem Terrorkommando der Roten Brigaden im Frühjahr 1978 entführt und wenige Wochen später ermordet.
DENKEN IN HISTORISCHEN ZUSAMMENHÄNGEN
Notizen zum 37. Rossini Opera Festival in Pesaro Pesaro – Das 37. Rossini Opera Festival geht in diesen Tagen zu Ende. Im Mittelpunkt stand eine vielumjubelte, von der Kritik etwas zurückhaltend aufgenommene Neuaufführung der „Donna del Lago“. Michele MariottI dirigierte, Italiens Regiestar Damiano Michieletto hat sie auf die Bühne gestellt. Daneben sah man einen von Davide Livermore erfrischend inszenierten „Il Turco in Italia“ unter der musikalischen Leitung von Speranza Scapucci, der ersten weiblichen Dirigentin des Festivals. „Ciro in Babilonia„, eine Wiederaufnahme aus dem Jahr 2012 (Regie: Davide Livermore, Dirigent: Jader Bignamini) bildete das ernste Gegenstück gegen so viel unterhaltsames Musiktheater.
