Mailand


Wie der deutsche Landschaftsarchitekt und Stadtplaner Andreas Kipar von Mailand aus grünes Credo umsetzt. Jetzt wurde sein internationales Studio LAND mit einer Sonderauszeichnung des deutsch-italienischen Wirtschaftspreies Mercurio 2018 geehrt Mailand – „Das war bewegend.“ Andreas Kipar, der Gründer des Mailänder Architekturbüros LAND, zeigt auf seinem Smartphone das Video, das er morgens um 5.30 Uhr auf dem Karstgipfel San Michele bei Gorizia aufgenommen hat. Zwei Trompeter, ein Österreicher und ein Italiener, spielten den militärischen Trauergruß „il Silenzio“. Am 29. Juni 1916 hatten hier österreichische Truppen bei einem Morgenangriff zum ersten Mal in großem Stil Giftgas gegen Stellungen der Italiener eingesetzt. Mehrere Tausend Soldaten ersticken, darunter auch viele Österreicher, denn der Wind hatte sich während des Angriffs gedreht und das Gas blies dann den K&K-Truppen selbst ins Gesicht.

„DU MUSST MAL RAUS!“


Das Theater in Italien zwischen dem „Modell Mailand“, einer lebhaften Provinz und drohender Amateurisierung – ein aktueller Überblick Mailand – Sexy soll das Theater sein, mutig in den Inhalten, spielerisch in den Formen und offen im Umgang mit dem Publikum. Wer wollte Marco Paolini, einem wichtigen Vertreter des teatro narrativo, des Erzähltheaters widersprechen? Der Dramaturg und Schauspieler nahm kürzlich an einem Forum des Corriere della Sera teil, auf dem über den Zustand des italienischen Theaters debattiert wurde. Da konnte man Klagen über Klagen hören: Die Spielpläne würden sich Jahr für Jahr gleichen, Klassiker nicht auf neue Art befragt, Gegenwartsstücke ohne Widerhaken geboten. Man verschließe sich neuen Dramaturgien und Ausdrucksformen. Und Masse ginge vor Klasse.

BÜHNENTIERE UND HANDWERKER



Alberto Bonisoli, der der Fünfsternebewegung nahesteht, wurde zum Kulturminister der italienischen Regierung ernannt Mailand/ Rom – Italien hat eine neue Regierung und damit einen neuen Kulturminister. Auf den Schriftsteller Dario Franceschini von dem PD folgt der Bildungsfachmann Alberto Bonisoli, geboren 1961 in der Nähe von Mantua. Bonisoli, der in Mailand lebt, gilt als Experte für internationalen Erziehungsfragen und Design. Er stand zuletzt der staatlich anerkannten privaten Mailänder Universität der schönen Künste Naba (Nuova accademia di belle arti) vor, die mit ihren 3000 Studenten zum Network des weltweiten Bildungskonzern Galileo Global Education gehört. Galileo unterhält 32 Privatuniversitäten in 12 Staaten – in Deutschland unter anderem in Freiburg und München. Bonisoli hatte bereits in verschiedenen Funktionen dem römischen Kulturminister als Berater gedient und an der Wirtschaftsuniversität Bocconi unterrichtet. Er leitet außerdem seit 2013 eine Plattform zu Ausbildungsfragen im Bereich Mode.

DER NEUE


Der österreichische Künstler Helmut Schober protestiert gegen die Wiederholung eines von ihm erdachten Installation mit Wasserwirbeln durch das japanische Kollektiv TeamLab  Mailand – Der Grad ist schmal zwischen der originalen Schöpfung eines Kunstwerkes zu einem bestimmten Thema und der mehr oder weniger kongenialen Bearbeitung des Themas in einem anderen Werk. Können zwei Originale sich ähneln, wo fängt die Kopie an, wo der Gedankenraub und gibt es ein international einklagbares Recht auf die gleichsam Erstgeburt einer Idee? Der Maler und Performance-Künstler Helmut Schober staunte jedenfalls nicht schlecht, als er vor ein paar Monaten im Internet auf eine Lichtinstallation des japanischen Kollektivs TeamLab stieß, in der er eigene Ideen entdeckte.

IM STRUDEL EINES IDEENRAUBS



Zum 150. Todestag spiegelt das Scala-Museum die Aufführungsgeschichte der Opern des Komponisten aus Pesaro an der Mailänder Bühne wider. Milano (Museo Teatro alla Scala bis 30.9.18) – Vor 150 Jahren starb Gioachino Rossini. Bei den vielen Feierlichkeiten in diesem Jahr darf die Scala natürlich nicht fehlen. Mit rund 100 Exponaten (Gemälde, Kostüme, Schmuckgegenstände, Videos, Fotos, Plakate, Drucke und unterschiedliche Dokumente) erinnert das Museum der Scala an die Aufführungsgeschichte(n) von Rossini-Opern an dem Mailänder Theater. Und an Gesangsstars von Isabella Colbran über Maria Calles bis Juan Diego Flórez. Der Bühnenbildner Pier Luigi Pizzi hat die Ausstellung mit Betonung der Kostüme und der Szenographien eingerichtet. Dabei hat er die Räume der festen Sammlung, die bereits Abbildungen und Erinnerungsstücke zum Leben des großen Komponisten (Pesaro 1792 – Paris 1868) enthalten, mit einbezogen.

ROSSINIS WIEDERGEBURT