Im Film von Jonas Carpignano über das Erwachsenwerden eines jugendlichen Roma durchringen sich Fiktion und Dokumentation Mailand (Cinema Palestrina) – Der Film A Ciambra erzählt die Geschichte des 14jährigen Pio. Pio lebt in einer kleinen Gemeinschaft von Roma in Ciambra, einem berüchtigten Vorstadtviertel der Stadt Gioia Tauro (Kalabrien). Hier treffen Randgruppen der Gesellschaft aufeinander: Immigranten, Mafiosi und eben Roma, „die Zigeuner“. Eigentlich noch Kind will Pio in die Welt der Erwachsenen seiner Volksgruppe mit ihren Verhaltsmustern und Regeln meist jenseits der Legalität so schnell wie möglich hinein wachsen. Zäh verfolgte er sein Ziel, bis er, gleichsam als ein Initiationsritus, Verrat an dem afrikanischen Einwanderer Ayiva begehen soll, der ihm ein Freund geworden ist.
Mailand
Vor zehn Jahren wurde in Mailand der Deutsche Anwalt Verein Italien (DAV Italien) gegründet, der ein Netzwerk zwischen den beiden Ländern gespannt hat. Ein Gespräch mit dem Vorsitzenden Stephan Grigolli über zwei Rechtssysteme und Rechtskulturen Mailand – Europa wächst allen Unkenrufen zum Trotz zusammen, doch bleiben viele nationale Eigenheiten auf unterschiedlichen Gebieten, die nicht alle zu harmonisieren sind. Das gilt besonders für das Rechtsystem. Anwälte versuchen zwischen Deutschland und Italien, zwischen unterschiedlichen Regelwerken und zwischen kulturellen Besonderheiten zu vermitteln. Im Deutschen Anwalt Verein (DAV) – dem größten freiwilligen Zusammenschluss von Anwälten auf der Welt mit rund 67.000 Mitgliedern – gibt es einen Auslandsverein „Italien“, der auf Initiative von Rechtsanwalt und Avvocato Stephan Grigolli aus Mailand im Oktober 2007 gegründet wurde. Aus Anlass des zehnjährigen Bestehens von DAV Italien hier ein Gespräch mit Stephan Grigolli (*).
„WIR SEHEN UNS ALS PARTNER“
70 Jahre Piccolo Teatro: Ein „Theater für alle“ wollte Giorgio Strehler mit der Gründung 1947 schaffen. Heute versucht das Haus unterschiedliche Publikumsgruppen anzusprechen – mit politischen Stücken, experimentellem Theater und einer neuen Hinwendung zu erzählerischen Texten. Mailand – Als die Stadt nach dem Krieg und schwerer Zerstörung durch Bombenangriffe der Alliierten einen neuen Anfang zum alltäglichen Leben suchte, wurden zuerst die Kultureinrichtungen wieder hergestellt, manche wurden sogar erst geboren. Im Mai 1946 eröffnete Arturo Toscanini die Scala und ein Jahr später nahm das von Giorgio Strehler, Paolo Grassi und Nina Vinchi neu gegründete Piccolo Teatro in den umgebauten Räumen eines Kinos sein Programm auf. Es begann im Mai 1947 mit Gorkis „Nachtasyl“, dem im Juni Goldonis „Diener zweier Herren“ folgte. Aber was ist von der Aufbruchstimmung eines „Theaters der Kunst für alle“ geblieben? Wie hat sich die Bühne nach dem Tod von Giorgio Strehler vor fast 19 Jahren entwickelt und welche Rolle möchte sie heute spielen?
AN DEN THEMEN DER WELT MESSEN
Das Archiv der Casa Ricordi geht online. Ein Besuch der weltweit größte Sammlung von Dokumenten zur Musikgeschichte. Mailand – Hinter schweren Panzertüren eines Seitenflügels des Palazzo Brera in Mailand lagert in klimatisierten Räumen eine Welt klangvoller Namen. Handschriftliche Partituren der Werke von Gioachino Rossini bis Giuseppe Verdi, von Giacomo Puccini bis Luigi Nono und Luciano Berio haben die Zeit im Archiv des ehemaligen Ricordi Musikverlages überdauert. Das Archiv der Casa Ricordi, das inzwischen zum internationalen Bertelsmann Imperium gehört, ist das weltweit größte Archiv zur Musikgeschichte überhaupt. Erste Eintragungen gehen auf das Jahr 1808 zurück.
MIT EINEM KLICK ZUR AIDA
Gespräch mit Federico Motta, dem Präsidenten des italienischen Verlegerverbandes AIE, über den italienischen Buchmarkt und die neue Mailänder Buchmesse „Zeit der Bücher“ Mailand – Vom 19. bis zum 23. April findet in Mailand eine nationale Buchmesse unter dem Titel „Tempo di Libri“ („Zeit der Bücher“) als „Messe der italienischen Buchbranche“ (Untertitel) statt. Veranstalter ist der italienische Verlegerverband, die Associazione degli Editori Italiani (AIE). Der Verband hatte sich im Herbst vergangenen Jahres von dem Salone del Libro, der traditionellen Messe, die seit 30 Jahren in Turin organisiert wird, getrennt (siehe Cluverius „Mailand ist eine Messe wert“). Vorausgegangen waren monatelange Auseinandersetzungen mit der Betreibergesellschaft des Salone del Libro über die Leitung und Gestaltung der Veranstaltung, die in diesem Jahr vom 18. bis 22. Mai in Turin durchgeführt wird. Auf der Mailänder Messe werden rund 460 Verlage mit einem eigenen Stand vertreten sein, für Turin haben sich über 700 Aussteller (teilweise an Gemeinschaftsständen) gemeldet. Der italienische Buchmessenstreit war Anlass für ein Gespräch mit dem Präsidenten des Verlegerverbandes Federico Motta.
