MilanLomb


Zu Besuch in Paderno Dugnano im Weichbild Mailand, wo der FIFA World Cup herstellt  wurde und wo man ihn öfter restaurieren muss  Mailand (Juli 2014) – Das Objekt der Begierde stammt aus Italien, aus Mailand, der Welthauptstadt des Designs. Es ist innen hohl, 36,8 Zentimeter hoch und wiegt 6,1 Kilogramm, davon sind rund 5,5 Kilo 18karätiges Gold. An der Basis, wo es von zwei grünen Malachit-Ringen geziert wird, hat es einen Durchmesser von 13 Zentimetern. Seit 1974 tut es seinen Dienst. Der Vorgänger, der Jules-Rimet-Pokal, war den FIFA-Statuten nach vier Jahre zuvor ganz in den Besitz des brasilianischen Fußballverbandes gekommen, nachdem die Celeção zum dritten Mal den Titel gewonnen hatte. Franz Beckenbauer durfte dann als erster Spieler der Welt in München am 7. Juli 1974 nach dem gewonnenen Endspiel gegen die Niederlande Hand an die neue Trophäe legen. Auch das Regelwerk wurde geändert. Der neue WM-Pokal sollte solange im Rennen bleiben, bis sich Platz fand, den Namen des Gewinnerlandes auf die Basis und die Unterseite zu gravieren – mindestens bis zum Jahr 2038. Wer ihn am 13. Juli nach gewonnenem Spiel in Rios versmogten Himmel reckt, hat einen Materialwert von rund 160 000 Euro in der Hand. Doch das wird den […]

EIN POKAL, AUS DEM MAN NICHT TRINKEN KANN


Ein Gespräch mit der Sopranistin Nino Machaidze über ihre Kindheit in Georgien, die Ausbildung an der Akademie der Scala, Angelina Jolie sowie die Liebe zu Mailand (zu Italien) und zu einem Bariton Mailand (2009) – Nino Machaidze, geboren 1983 in Tiblis, lebt seit vier Jahren in Mailand. Nach ihrem sensationellen Auftritt in Salzburg im vergangenen Jahr als Juliette in Gounods „Romeo et Juliette“ als Partner von Rolando Villazón ist die sympathische Georgierin auf dem besten Weg, ein internationalen Star zu werden. Beim Treffen in der Halle eines großen Hotels unweit ihrer Mailänder Wohnung wirkt sie selbstbewusst und zugleich locker wie eine Studentin nach bestandenem Examen. Es ist Mitte August, die Stadt kocht vor Hitze und sie trägt Jeans und eine kurzärmelige braune Bluse, die von der Taille glockenhaft über die Hosen fällt. Am Tag darauf wird sie nach Los Angeles fliegen. Sie lacht gerne und viel. Auch in diesem Gespräch.

„DAS IST BEI MIR NATUR“



Umberto Eco, Bücher und anderen Leidenschaften   Mailand (Januar 2007) – Ein Besuch bei Umberto Eco, der durch seine Bibliothek in der Mailänder Wohnung führt. Mit Wortmeldungen von Renate Eco, Mario Scognamiglio und Michael Krüger – Manuskript eines Beitrags für den Bayrischen Rundfunk (BR 2 Journal). *** O-Ton Eco:„La biblioteca è organizzata così: qui è la zona donne.“ Autor:Nicht ohne Ironie führt Umberto Eco durch die Bibliothek seiner Wohnung in Mailand. Es beginnt mit der sogenannten Frauenzone, weil hier Bücher über Kunst und Architektur stehen, die auch seine deutsche Frau Renate und seine Tochter Carlotta interessieren. Dann gibt es einen geheimnisvollen braunen Schrank, in dem neben anderen Objekten, Mitbringseln aus Reisen und einer kleinen Sammlung von Zifferblätter alter Uhren nur braune Bücher stehen. Und wenn ein Buch nicht braun ist, steht es nicht hier. O-Ton Eco:„Quindi se un libro non è marrone, lì non c’è… Questo è il corridoio della letteratura, delle letterature, della critica letteraria.“ Autor:Es folgt ein langer Korridor mit literarischen Büchern in vielen Sprachen, und mit Büchern zur Literaturkritik. Rund 30.000 Titel sind in dieser Bibliothek versammelt. O-Ton Eco:„E questo è lo studio con i libri di saggistica.“ Autor:Sachbücher, Titel unter anderem zu Themen der Philosophie und […]

IN DER BIBLIOTHEK


Helena Janeczek: Lektionen des Verborgenen. Die Generation der Holocaust-Kinder setzt sich mit den Leiden der Eltern auseinander. Eine Begegnung mit der Autorin Mailand (Dezember 1999) – In welcher Sprache spricht man? In der Regel zuhause in der Muttersprache. Anderswo, wo es Not tut, behilft man sich mit einer Fremdsprache. Der 1964 in München geborenen Jüdin Helena Janeczek, die jetzt in Italien lebt, ist ihre Muttersprache fremd. Fremd in dem Sinne, daß sie das Polnisch ihrer Mutter Franziska nicht beherrscht, nur Bruchstücke versteht. Warum sie das Buch „Lektionen des Verborgenen“, in dem sie den Holocaust und das Verhältnis zur Mutter thematisiert, aber zunächst auf Italienisch („Lezioni di tenebra“, Mondadori 1997) veröffentlicht, ist eines dieser Lehrstücke, von denen das Buch handelt.

MUTTER, TOCHTER, SPIEGELBILDER