News – Kuerze


Rom.Italiens Kulturminister Dario Franceschini bringt frischen Wind in die Museenlandschaft seines Landes. Unter anderem wurden die Leitungsposten von 20 bedeutenden staatlichen Einrichtungen neu ausgeschrieben – und zwar international. Jetzt wurden in Rom die Namen bekannt gegeben, die eine Findungskommission unter insgesamt 1200 Bewerbungen ausgefiltert hatte. Darunter auch drei Deutsche für drei Top-Adressen.

Deutsche werden italienische Top-Museen (wie die Uffizien) leiten


Casoria bei Neapel. Das war ein gewichtiges Werk. Rund 2 Tonnen wog die Eisenskulptur des japanischen Künstlers Kaori Kawakami. Sie zeigte dornenartige Äste, die den Kopf einer umgestürzten Stange umranken. Das Kunstmuseum CAM der süditalienischen Stadt Casoria hatte die Arbeit der Gemeinde als Leihgabe zur Ausstellung im kommunalen Park überlassen. Doch die Skulptur ist aus dem kleinen, heruntergekommenen Stadtpark verschwunden, wo es zuletzt vollkommen an Pflege und Aufsicht durch die Behörden mangelte.

Kunstwerk als Alteisen verkauft



Venedig. In der Lagunenstadt hat am Donnerstag (30. Juli) die Theater-Biennale 2015 begonnen. Den Auftakt machte die Basler Inszenierung „Das Weiße vom Ei“ von Christoph Marthaler nach einer Vorlage von Eugène Labiche. Der Schweizer Regisseur wurde außerdem mit einem Goldenen Löwen für sein Lebenswerk ausgezeichnet. Die Theater-Biennale gehört bereits seit 1934 zu den Sparten der venezianischen Kulturstiftung, die allerdings in der Öffentlichkeit vorwiegend mit der Kunst (bzw. Architektur) und dem Film verbunden wird. Kaum wahrgenommen werden ebenso die Biennalen zur Gegenwartsmusik (seit 1930) und zum Tanz (seit 1999). Die diesjährige internationale Theater-Biennale, die der Spanier Alex Rigola leitet, steht dabei ganz im Zeichen deutschsprachiger Aufführungen. Darunter auch Fassbinders „Die Ehe der Maria Braun“ in der Regie von Thomas Ostermeier (Schaubühne Berlin / Kammerspiele München) sowie Arbeiten des Berners Milo Rauch („Hate Radio“) oder des Hamburgers Falk Richter („Never Forever“). Bis zum 9. August ergänzen Inszenierungen aus Spanien (zum Beispiel von Llius Pasqual), Litauen (Oskaras Korsunovas) oder Italien (Antonio Latella) das Programm. Die Regisseure halten zudem Workshops ab. Dass dabei auch politische Untertöne hörbar werden, zeigt ein Interview von Thomas Ostermeier mit dem Corriere della Sera. Darin beklagt Ostermeier etwa die „Hegemonie“ Deutschlands in Europa, durch die „ganzen Generationen besonders in Griechenland, […]

Theaterbiennale im Zeichen deutschsprachiger Inszenierungen


Mailand. Nie hat er sich als Designer verstanden, schon gar nicht als Stylist. Er sah sich eher schlicht als „creativo“, als ein Kreativer, der Tendenzen in Mode und Lebensstilen aufspürte und seinerseits prägte. Mit Miniröcken und zerschlissenen Jeans, mit bunten bedruckten T-Shirts, die Pin-up-Girls oder pausbäckige Engel zierten, oder mit Blumenmuster auf Tischlampen. Und alles zu erschwinglichen Preisen. Elio Fiorucci wurde 1935 in Mailand geboren, als Twen bereiste er die Welt. Er freundete sich in New York mit Künstlern wie Roy Lichtenstein oder Andy Warhol an, um gleich darauf ins Swinging London einzutauchen. Mit 32 Jahren machte er in seiner Heimatstadt an der Piazza San Babila einen Laden auf – halb Times Square, halb Carnaby Street mit einer Prise italienischer Fröhlichkeit und mediterraner Eleganz. Ein Mailänder Souk des Pops mit Klamotten, Kitsch und Krimskrams. Zur Eröffnung fuhr Adriano Celentano in einem rosaroten Cadillac vor. „Ci vediamo da Fiorucci – Wir treffen uns bei Fiorucci“ – hieß es bei jungen Mailändern, jedenfalls bei denen, die sich Ende der 1960er Jahre nicht gerade Straßenschlachten mit der Polizei lieferten.

Elio Fiorucci gestorben



Mailand. An Ehrungen fehlt es einem Umberto Eco sicher nicht. Dennoch hat er mit sichtbarem Vergnügen die Verleihung des Titels eines Ehrendoktors der Universität Turin angenommen. Von der Universität, an der er 1954 mit einer Dissertation über Thomas von Aquin seine wissenschaftliche Laufbahn begonnen hatte. Es ist wohl insgesamt der 40. (oder bereits schon der 41.?) Ehrendoktor für den 83jährigen Wissenschaftler und Literaten. Der erste wurde ihm 1985 von der Katholischen Universität Löwen (Belgien) verliehen. In Turin bekam er den „h.c.“ jetzt für seine Verdienste um die „Kommunikation und Medienkultur der Universität“.

Umberto Eco gegen Twitter