News – Kuerze


Veronas Opernfestival wird erneut von Schulden erdrückt Im vergangenen Jahr hatte das schlechte Sommerwetter die Spielzeit der Arena von Verona bei minus 20 Prozent Einnahmen regelrecht im Regen stehen lassen. Jetzt ballen sich erneut Wolken über Italiens populärsten Opernfestival zusammen: Schulden in Höhe von rund 7 Millionen Euro, die sich zusätzlich zu den bereits bestehenden Verpflichtungen von über 17 Millionen Euro angehäuft haben. Die Spielzeit 2015, die mit den Klassikern „Nabucco“ und „Aida“ begonnen hat, sollte eigentlich einen Neubeginn des chronisch verschuldeten Opernbetriebes bringen. Doch die enge Finanzlage lässt keine kostspielige Neuinszenierung zu. So stehen in diesem Jahr nur Wiederaufnahmen auf dem Programm. Intendant Francesco Girondini beklagt fehlende Einnahmen, seitdem etwa die Provinz als Geldgeber ausgefallen ist. In ganz Italien sind die Provinzen aufgelöst und ihre Aufgaben meist den Regionen übertragen worden, ohne deren Finanzmittel wesentlich zu erhöhen. Zugleich sind die staatlichen Zuwendungen zum Opernbetrieb teilweise an ein Punktsystem gekoppelt, das die Qualität der Aufführungen ebenso berücksichtigt wie die Fähigkeit, weitere Geldgeber zu finden. Und auf beiden Feldern hat die Opernstiftung Verona das Nachsehen. Ihr droht jetzt, wie zuletzt vor fünf Jahren, eine kommissarische Leitung durch das Ministerium.

Wolken über der Arena


Dicke Luft in Mailand. Am 27. März wurde der Neubau eines „Museums der Kulturen“, den David Chipperfield projektiert hat, mit einer Ausstellung über Kunst und Kultur Afrikas vom Mittelalter bis heute eröffnet. Doch fand die Feier ohne den Architekten statt, der im Streit mit der Stadt als Auftraggeber sogar die Autorenschaft zurück gezogen hatte. Anlass war die schlampige Verlegung des Steinfußbodens auf einer Fläche von 5000 Quadratmetern. Die Mailänder Stadtverwaltung wollte den Bau (Kosten 60 Millionen Euro), dessen Fertigstellung sich bereits 15 quälend lange Jahre hingezogen hatte, unbedingt noch im Vorfeld der Weltausstellung (1.Mai – 31.Oktober) eröffnen, nachdem frühere Termine nicht eingehalten werden konnten.

Chipperfield zieht Autorschaft am neuen Museum zurück



Mailand. Das Piccolo Teatro trägt Trauer und die Fahnen vor dem Teatro alla Scala sind auf Halbmast geflaggt. Luca Ronconi ist tot. Der wohl bedeutendste italienische Theater- und Opernregisseur der vergangenen Jahrzehnte kam 1933 in Susa (Tunesien) auf die Welt. Nach einer Ausbildung als Schauspieler übernahm er erste Regiearbeiten ab 1963 mit einer Theatergruppe um Gianmaria Volonté . International machte er durch die Regie des „Orlando furiosio“ von Ariost in der Bearbeitung von Edoardo Sanguineti (1963) auf sich aufmerksam. In Prato gründete er 1977 eine Theaterwerkstatt, die mit erfrischenden Inszenierungen griechischer Klassiker prägend auf die italienische Szene wirkte. Spätestens in jenen Jahren wurde er neben Giorgio Strehler zur wichtigsten Regiepersönlichkeit des Landes. Es folgten Jahre, in denen er Bühnen wie das Stabile in Turin und das Teatro di Roma leitete. In der Nachfolge von Strehler Nach dem Tod von Giorgio Strehler übernahm er 1999 die künstlerische Leitung des Mailänder Piccolo, wo er mit seinen strengen Inszenierungen von Klassikern bis zur Gegenwart, von Aristophanes bis Henry James und Edward Bond Maßstäbe setzte. Dabei zeigte er ein großes Interesse am deutschsprachigen Theater und brachte etwa Schnitzlers „Professor Bernhardi“, Brechts „Heilige Johanna“ oder Botho Strauß „Ithaka“ auf die Bühne des Piccolo. Zusammen mit […]

Zum Tod des Regisseurs Luca Ronconi


VAF-Preis am Maria Elisabetta Novello Perugia (30.11.2014) Vor 14 Jahren gründete der in Mailand ansässige deutsche Textil-Unternehmer Volker Feierabend die VAF-Stiftung, die sich Aufgabe gemacht hat, italienische Kunst des 20. und des 21. Jahrhunderts in Deutschland zu fördern. Zum Sammlungsbestand der Stiftung, die ihren Sitz in Frankfurt hat, gehören rund 2500 Werke. Viele davon sind als Leihgaben in deutschen Museen, darunter auch im ZKM Karlsruhe oder im Sprengelmuseum Hannover zu sehen. Zu den Aktivitäten der Stiftung gehört ein mit 15.000 Euro dotierter Preis für junge italienische Künstlerinnen und Künstler unter 40 Jahren. Er wurde jetzt im Rahmen einer Ausstellung von 15 Preiskandidaten in Perugia an Maria Elisabetta Novello verliehen. Die Künstlerin, die in Udine lebt, wurde für ihre fragilen, mit Asche realisierten Gestaltungen ausgezeichnet. Daneben vergab die Stiftung zwei Förderpreise zu je 5000 Euro. Die Werke der 15 Preiskandidaten waren zuvor in mehreren Ausstellungen unter anderem auch im Schauwerk Sindelfingen vorgestellt worden. Die VAF-Stiftung unter der Leitung des Kunsthistorikers Klaus Wolbert möchte mit dem Preis, der jetzt zum sechsten Mal verliehen wurde, den Dialog zwischen Deutschland und Italien anregen. Siehe auch das Porträt von Volker Feierabend

Fragile Gestaltung