Eine Bestenliste über die Lebensqualität der italienischen Provinzen zeichnet die kleinstädtischen Lebensräume des Nordens aus. Ballungsräume und der Süden hinken weit hinterher. Mailand – Wo lebt es sich am besten in Italien? Nach einer jüngsten Untersuchung der Mailänder Wirtschaftszeitung „Italia Oggi“ in Zusammenarbeit mit der römischen Universität „La Sapienza“ liegen die Provinzen Mantua (Lombardei), Trento (Trentino-Alto Adige), Belluno (Venetien) ganz vorne. Die Großstadträume findet man unter 110 Provinzen nur im hinteren Mittelfeld oder gar am Ende. Am besten schneidet noch Mailand auf Platz 56 ab, verliert aber gegenüber dem Vorjahr 7 Ränge.
News
Die von Isozaki entworfene Loggia für die Uffizien lässt Florenz nicht zur Ruhe kommen Florenz – Kinder, wie die Zeit vergeht – und doch alles beim Alten bleibt! Im schönen, stolzen Florenz denkt man nun schon seit 18 Jahren darüber nach, ob ein zweiter Zu- beziehungsweise Ausgang auf der Rückseite der Uffizien gebaut werden soll oder nicht. Arata Isozaki hatte sich 1998 zusammen mit seinem Kollegen Andrea Maffei bei einer internationalen Ausschreibung gegen illustre Kollegen wie Mario Botta, Norman Foster oder Hans Hollein mit dem Entwurf einer hohen Loggia durchgesetzt. Mit toskanischem Sandstein verkleidete Stahlträger würden dabei ein transparentes Oberlicht aus Polycarbonat tragen. Mit der „pietra serena“, dem toskanischen Sandstein, soll auch die leicht ansteigende Fläche gepflastert werden, die das Gefälle zwischen dem Niveau der Piazza und dem des Erdgeschosses der Uffizien ausgleicht. Gegenwart (im Entwurf) und Tradition (im Material) geben sich bei Isozaki die Hand. Im Jahr 2001 kam es zu einem ersten Vertrag zwischen dem japanischen Architekten und der Stadt bzw. dem italienischen Kulturministerium.
WENIG MUT ZUR GEGENWART
Giunti Editore übernimmt den Bompiani Verlag. Damit ist die Neuordnung des italienischen Verlagswesens zu einem vorläufigen Abschluss gekommen. Mailand – Der traditionsreiche Buchverlag Bompiani, der zuletzt zur Mondadori Gruppe gehört hatte, wird zum Preis von 16,5 Millionen Euro von Giunti Editore (Florenz) übernommen. Darauf einigten sich die Verhandlungspartner jetzt in Mailand. Im Oktober vergangenen Jahres hatte die Übernahme der Gruppe des RCS-Buchverlages durch Mondadori eine kräftige Umverteilung der Eigentumsverhältnisse in der Verlagslandschaft ausgelöst. Dabei hatten die Marken Rizzoli, Bompiani, Fabbri, Sonzogno und Marsilio für 127,5 Millionen Euro ihren Besitzer gewechselt und so Mondadoris führende Stellung im italienischen Buchhandel mit nun 35 Prozent Marktanteil kräftig ausgebaut. Der Verkauf wurde von der Aufsichtsbehörde zur Marktkonzentration schließlich nur unter bestimmten Auflagen genehmig. Zu denen gehörte, dass Mondadori zwei Marken aus RCS-Libri wieder abstoßen musste. Die Familie De Michelis, Gründer des venezianischen Marsilio Verlages, konnte daraufhin im Juli von Mondadori die Mehrheit der Verlagsanteile zurückkaufen. Mit der Übernahme von Bompiani durch Giunti ist die Neuordnung des italienischen Verlagswesens vorläufig zu einem Abschluss gekommen.
ALTE KOLLEGEN
Balzan Preis an den Neurowissenschaftler Reinhard Jahn aus Göttingen Mailand – Der deutsche Neurobiologe Reinhard Jahn vom Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie in Göttingen wird mit dem Balzan-Preis 2016 im Fach „Molekulare und zellulare Neurowissenschaften“ ausgezeichnet. Der 66jährige Wissenschaftler, der aus Leverkusen stammt, wird für seine wegweisenden Untersuchungen bei der Signalübertragungen im Nervensystem geehrt. Der Balzanpreis ist mit je 750.000 Schweizer Franken – das sind rund 685.000 Euro – nach dem Nobel einer der höchst dotierten Wissenschaftspreise. Die Hälfte der Preissumme soll zur Finanzierung von Forschungsprojekten mit jungen Wissenschaftlern verwendet werden. Der Preis der internationalen Stiftung, die ihren Sitz in Zürich wie in Mailand hat, wird in jährlich wechselnden Fachgebieten verliehen, wobei jeweils zwei aus den Bereichen der Geistes- und zwei aus denen der Naturwissenschaften kommen.
WIE NERVEN KOMMUNIZIEREN
Das Erdbeben in Mittelitalien hat eine alte Kulturlandschaft tief verletzt. Jetzt diskutiert man den Wiederaufbau Ascoli Piceno – In den 50 vom Erdbeben in Mittelitalien betroffenen Ortschaften sind auch viele historische Bauten zerstört oder schwer beschädigt worden. Nach einer ersten Ortsbesichtigung haben Fachleute des Kulturministeriums 293 Objekte (Kirchen, Palazzi, Monumente) ausgemacht, die besonders bedroht sind – soweit sie überhaupt noch stehen. Schwer getroffen wurden etwa in Amatrice die spätgotische Kirche Sant’Agostino mit Fresken aus dem 15. und 16. Jahrhundert, das städtische Museum und die Torre Civica.
