Kulturpolitik


Pasolini 2: Der kritischen Intellektuelle im Meinungsaustausch mit der Leserschaft einer kommunistischen Zeitschrift. Eine Auswahl seiner Texte ist jetzt zum ersten Mal auf Deutsch bei Wagenbach erschienen Mailand – In den frühen 1960er-Jahren führte Pier Paolo Pasolini (1922 – 1975) einen Dialog mit Leserinnen und Lesern in der politischen, PCI-nahen Wochenzeitung Vie Nuove.  In seiner Kolumne antwortete der Schriftsteller und Filmemacher, der sich in jenen Jahren zwischen Accatone und Uccellacci e uccellini besonders mit Kinoproduktionen beschäftigte, auf Fragen aus allen Teilen der italienischen Gesellschaft: von Arbeitern, Studenten, Lehrern, Bauern und Parteifunktionären. Unter dem Titel „Dialoge mit Pasolini“ ist jetzt zum ersten Mal auf Deutsch eine repräsentative Auswahl dieser Texte erschienen – Cornelia Wild hat sie im Wagenbach Verlag herausgegeben und der Übersetzer Fabien Vitali die Anmerkungen erstellt.

DER AUTOR IM DIALOG


Auf dem Weg zu lebenswerten, widerstandsfähigen und gut vernetzten Territorien Mailand (European Green City Forum) – Wir, die Unterzeichnerinnen und Unterzeichner – Vertreter lokaler und regionaler Institutionen, Techniker, Verwaltungsfachleute und Förderer einer Kultur des Grünen – erkennen die Dringlichkeit der aktuellen Klimakrise und die Notwendigkeit, konkret, koordiniert und messbar zu handeln, um Städte und Regionen zu schaffen, die Lebensqualität, Umweltgerechtigkeit und eine Zukunft für die nächsten Generationen gewährleisten können.  Wir verpflichten uns, einen ökologischen und kulturellen Wandel unserer Städte und Regionen zu fördern, der auf folgenden Grundsätzen basiert:

GREEN CHARTA 2025



Hartwig Heine, Soziologe und Herausgeber des Internetblogs „Aus Sorge um Italien“ ist in Hannover gestorben. Zusammen mit seiner Frau Marcella hat er sich unermüdlich für ein weltoffenes, im besten Sinne ‚neues Italien’ eingesetzt – wie Carl Wilhelm Macke in seinem Gastbeitrag erinnert Hannover/Ferrara – Don Camillo, der ebenso fromme wie rauflustige  Dorfpfarrer und Peppone, der etwas tollpatschige, aber machtbewusste Provinzkommunist,  gibt es schon seit vielen Jahren nicht mehr. Sie existieren nur noch als Hauptdarsteller in nostalgischen Filmwiederholungen. Mein Italienbild haben die beiden für viele Jahre tief geprägt. In meiner Kindheit im katholischen Oldenburger Münsterland war Italien immer nur präsent durch Don Camillo, Peppone und den Papst im Vatikan. Und dann gab es da noch eine italienische Eisdiele „Rizzardini“, in der wir uns nach der Schule und nach der Tanzstunde trafen. In der Jukebox wählten wir in Dauerschleife die Schlager von  Bobby Solo, Rita Pavone, Adriano Celentano, Peppino di Capri oder auch Connie Francis. Die war zwar keine Italienerin, aber sich in ihren unglaublich kitschigen Liedern immer so präsentierte, als sei sie unter der Sonne Neapels geboren. Egal, für mich und viele meiner Freunde war das alles ‚Bella Italia‘, Pizza und Gelato.

DER TRAUM VON EINEM TURM


50 Jahre Premio Nonino: Mit dem angesehenen Kulturpreis werden in diesem Jahr Michael Krüger sowie Germaine Acogny, Dominique de Villepin und Ben Little geehrt Mailand/Ronchi di Percoto (UD) – Der Premio Nonino, der regionale Weinkultur mit internationaler Kultur und Wissenschaft verbindet, feiert in diesem Jahr sein 50-jähriges Bestehen. Mit dem „Premio Internazionale Nonino 2025“ wird jetzt der Münchener Schriftsteller Michael Krüger für sein Gesamtwerk ausgezeichnet. In weitere Sparten des Nonino-Kulturpreises werden die Choreografin Germaine Acogny (Senegal), der Politologe und Essayist Dominique de Villepin (Frankreich) sowie der Weinproduzent Ben Little (Irland aber im Friaul beheimatet) geehrt. Die Auszeichnungen, die mit 10.000 Euro dotiert sind, werden am 25. Januar 2025 bei einer Festveranstaltung in der 1897 gegründeten Destillerie Nonino in Ronchi di Percoto bei Udine übergeben. Die Preisverleihung ist dem im Juli 2024 im Alter von 90 Jahren verstorbenen Winzer Benito Nonino, dem „Vater der italienischen Grappa“ gewidmet. Der hat, so die Londoner Times,  „mit seinem Familienunternehmen den armen Verwandten des Weins in ein edles Getränk verwandelt“.

EINE KULTURLEISTUNG



Mehr Autos oder mehr Natur?  Wie unsere Innenstädte mehr Lebensqualität entwickeln können, wenn Eigentum ökologisch verpflichtet wird und sich der urbane Raum als Ganzes unter den Prämissen einer produktiven Stadtlandschaft nachhaltig entwickelt. Ein Gastbeitrag von Andreas Kipar (*) Mailand/Stuttgart – Ach, die City! Die Gründe ihres Niedergangs sind bekannt. Aus einer sich monofunktional zum Einkaufszentrum entwickelten Innenstadt ohne Wohn- und Erlebnisräume wurden die Menschen vertrieben. Sie reisten nur noch zum Shopping an. Die Sucht nach Kapitalrenditen ließ kulturelle Anregungen, soziale Treffpunkte, gastronomische Angebote von Qualität und nicht kommerzielle Arbeitsplätze verkümmern. Internet, der zunehmende Onlinehandel und ein verändertes Konsumverhalten hatten den stationären Einzelhandel und die Warenhäuser bereits in eine Krise gestürzt, als Covid ihnen den Garaus machte und die Innenstädte endgültig verödeten. Die wachsenden, immer mehr Menschen fesselnden urbanen Räume sind aber auf sozial und kulturell lebendige, auf touristisch und wirtschaftlich attraktive Zentren angewiesen, durch die städtische Gemeinwesen einen Zusammenhalt entwickeln können.

ALTE VERHÄLTNISSE AUFBRECHEN