Rom


Bei einer Ausstellung in Rom wurde der 7. VAF-Kunstpreis vergeben Rom (Macro Testaccio bis 29.5.) – Die deutsche Stiftung VAF (Volker und Aurora Feierabend), die eine bedeutende Sammlung italienischer Kunst der Moderne und der Gegenwart besitzt, hat in diesem Jahr zum siebten Mal einen Förderpreis für junge Künstlerinnen und Künstler aus Italien vergeben. Die Endauswahl von 15 Arbeiten ist jetzt in dem suggestiven Ambiente des Testaccio-Kulturzentrums im ehemaligen Schlachthof von Rom zu sehen. Ausgestellt werden Gemälde, Zeichnungen, Collagen, Installationen sowie Video- und Fotoarbeiten. Sie belegen nicht nur die formelle Vielfalt einer in den vergangenen Jahren gleichsam wiedererwachten italienischen Szene, sondern auch ihre hohe Qualität. Den diesjährigen Preis – 15000 Euro sowie Ankauf des Werkes durch die VAF-Sammlung – erhielt der in Berlin lebende Dramaturg und Künstler Valerio Rocco Orlando aus Mailand mit einer Videoarbeit, in der sich die Geschichte eines alten Klaviers mit einer musikalischen Recherche des Komponisten Michael Nyman verbindet.

EINE BIENNALE DER ENTDECKUNGEN


Die römisch-jüdische Küche der Familie von Luciano Valabrega Rom. Die römische Art zu kochen, ist sicher nicht die kunstvollste unter den italienischen Küchen aber immer schmackhaft und zugleich eine höchst gesellige Angelenheit. Man genießt sie um so mehr, wenn die Gerichte mit Geschichten gewürzt sind, wie sie Luciano Valabrega von seiner jüdischen Familie zu erzählen weiß. Schließlich reicht die Tradition der jüdischen Küche viele Jahrhunderte zurück. Ein Bodensatz für heitere Geschichten aber auch für bittere etwa aus der Zeit Mussolinis und später unter der deutschen Besatzung, als die Familie sich verstecken musste.

NICHT AUF NÜCHTEREN MAGEN



Italien feiert den vor 40 Jahren ermordeten Autor wie einen Heiligen Rom. Vor vierzig Jahren, in der Nacht vom 1. auf den 2. November, starb Pier Paolo Pasolini. Er wurde unweit der Küste am Rand von Ostia, einer Peripherie der römischen Peripherie, ermordet. Die Täter schlugen den 53jährigen Schriftsteller, Filmemacher und Intellektuellen brutal zusammen. Anschließend wurde er am Boden liegend mehrfach von einem Auto überrollt. Vierzig Jahre danach erinnert sich Italien dieses einstmals umstrittenen Autors mit einem Medienaufwand, als sei er gestern gestorben. Die Zeitungen überschlagen sich mit seitenlangen Erinnerungsstücken und Berichten. Der Mailänder Corriere della Sera, für den Pasolini die letzten drei Jahre vor seinem Tod Kolumnen schrieb, vertreibt jetzt im Wochenrhythmus bis zum kommenden März 22 Einzelausgaben zum Preis von umgerechnet 8,90 Euro pro Band – praktisch das gesamte literarische Werk von den „Ragazzi di Vita“ an einschließlich der Drehbücher und Streitschriften. Im Internet haben sowohl der Corriere als die römische la Repubblica Plattformen mit Artikeln, Fotos und Videos über PPP eingerichtet.

ZU VIEL WIND UM PASOLINI?


Vom Kolosseum in Rom zum Hotelbau in Venedig – Debatte um Kulturgüter  Italien diskutiert wieder einmal heftig über den Umgang mit Kulturgütern. Anlass sind unter anderem ein Hotelbau am Canal Grande in Venedig und die mögliche Nutzung des römischen Kolosseums als Veranstaltungsort. Rund 80 Millionen Euro Steuergelder aus einem Sondertopf hat das Kulturministerium jetzt zwischen Aquileia, Pavia und Caserta zur „Valorisierung“, also zur kulturellen und touristischen Nutzung von denkmalgeschützten Einrichtungen verteilt. Der Löwenanteil von 18,5 Millionen Euro fällt dem Kolosseum in Rom zu. Während die antike Arena gerade mit Hilfe von Sponsoren wie Diego Della Valle („Tod’s“) restauriert wird, soll sie anschließend auch Publikumsveranstaltungen offen stehen.

EIN KLOTZ AM CANAL GRANDE



Die Internationale Balzanstiftung unterstützt über ihre Preisträger Forschungsprojekte in aller Welt Am Geld kann es eigentlich nicht liegen. Der Premio Balzan, mit dem jedes Jahr vier Wissenschaftler in wechselnden Fachgebieten ausgezeichnet werden, ist mit jeweils 750 000 Schweizer Franken (ungefähr 620 000 Euro / Stand Dez. 2014) ausgestattet. Das ist einer der höchst dotierten internationale Kultur- und Wissenschaftspreis überhaupt. Und doch spielt der in der akademischen Welt hoch geschätzte Preis der Internationalen Balzanstiftung (Mailand/Zürich) in der öffentlichen Wahrnehmung nicht die Rolle, die ihm gebührt. Dabei führt die Wahl der Themen und der Preisträger bis in den Alltag. In Rom wurde vom italienischen Staatspräsident Giorgio Napolitano etwa ein Biologe wie der Amerikaner David Tilman mit dem Premio Balzan 2014 für seine Beiträge zur Ökologie der Pflanzen ausgezeichnet, in denen es um die Auswirkungen der Biodiversität auf die Welternährung geht. Anders als der Nobelpreis prämiert die Balzanstiftung sowohl Geistes- als auch Naturwissenschaftler. Diesmal den kanadischen Philosophen Ian Hacking und den amerikanischen Mathematiker Dennis Sullivan. Der Preisträger für Archäologie, der Italiener Mario Torelli, zeigte sich in seiner Dankesrede durchaus polemisch gegenüber der Kommerzialisierung von Kultur und einer Kulturpolitik, die sich in purem Management erschöpft. Und der Preis wechselt jedes Jahr die Fachgebiete, für die die […]

DER BALZANPREIS MACHT VON SICH REDEN