Die Übernahme von Führungsrollen durch die Mafia bei Kriegsende auf Sizilien von Pif mit den Mitteln der Komödie erzählt Mailand (Cinema Anteo) – Das ist nicht die erste filmische Erzählung über die Landung der angloamerikanischen Truppen auf Sizilien im Juli 1943. Und über die Rolle, die dabei die Mafia gespielt haben soll. Aber sie wurde vielleicht noch nie so persönlich in eine Liebesgeschichte eingebettet und mit Mitteln der Komödie erzählt, wie es der Regisseur und Schauspieler Pierfrancesco Diliberto „In guerra per amore / Aus Liebe in den Krieg“ macht.
Gestern
Pippo Delbono über Jesus Christ Superstar und Menschen an den Rändern der Existenz Mailand (Piccolo Teatro) – „Warum machst Du nicht ein Stück über das Evangelium, Pippo? Die Welt hätte ein Zeichen der Liebe nötig.“ So erzählt Pippo Delbono im Off, während auf der Bühne nur leere Stühle zu sehen sind, von der Bitte seiner katholischen Mutter wenige Tage vor ihrem Tod. Ein Zeichen der Liebe? Was bedeutet Liebe heute? Der 57jährige Autor und Schauspieler aus Ligurien, der an keinen Gott und keine Kirche glaubt und sich seit Jahren zum Buddhismus bekennt, fing an sich an seine Jugend als Messdiener zu erinnern. Und an die Geschichte des Christentums, seine Symbole, an die Worte des Evangeliums und daran, wie Menschen heute miteinander umgehen. Er sammelte wie immer bei seiner Arbeitsweise Material im Privaten wie im Öffentlichen, Bilder bei eigenen Krankenhausaufenthalt wie in Flüchtlingslagern.
im Theater: Vangelo
Ein stiller Film von Marco Segato über eine Vater-Sohn-Beziehung Mailand (Cinema Mexiko) – Ein Tal in den Dolomiten in den 1950er Jahren bevor Italien vom Wirtschaftsboom erfasst wird. Piero, der in einem Steinbruch arbeitet, lebt allein mit seinem 14jährigen Sohn Domenico. Der Vater, vom Alkohol gezeichnet, und der ganz in sich gekehrte Sohn haben sich nichts zu sagen. Um seine Würde vor der Dorfgemeinschaft aber vor allem vor sich selbst zurückzugewinnen, geht Piero eine Wette mit dem skrupellosen Aufseher des Steinbruchs ein. Es geht um das Fell eines Bären, der die Tiere der Bergbauern angreift und eines nachts sogar im Stall eine Kuh reißt. Angst und Aberglauben machen sich breit. Das sei kein Bär, sondern „el diàol“, der Teufel in Person.
