Biennale (3): Die Preise, der Präsident und die Bühne Venedig Venedig – Eine internationale Jury unter der Leitung von Stephanie Rosenthal (Direktorin des Gropius Bau Berlin) hat die Preise vergeben. Den goldenen Löwe für das Lebenswerk erhielt der us-amerikanische Konzeptkünstler, Poet und politische Aktivist Jimmie Durham (geboren 1950 in Houston/Texas). Als beste Länderbeitrag wurde Litauen – hier ein Videoausschnitt – mit einem goldenen Löwen geehrt. Besonders erwähnt wurde auch der von Belgien. Der goldene Löwen für den besten künstlerischen Beitrag ging an Arthur Jafa (USA). Der silberne Löwen für einen jungen Künstler fiel der 39jährigen Zypriotin Haris Epaminonda zu, die in Berlin lebt und arbeitet. Besonders erwähnt wurden außerdem die Arbeiten von Teresa Margolles (Mexiko) und Otobong Nkanga (Nigeria).
Uncategorized
Eine Italienerin und ein Deutscher. Die Väter waren im Zweiten Weltkrieg auf entgegengesetzten Seiten der Logik von Hass und Vergeltung zum Opfer gefallen. 60 Jahre später kommt es zu einem Treffen von Guglielmina und Peter Mailand/Gubbio – Das ist die Geschichte einer bemerkenswerten Begegnung zwischen einem Deutschen und einer Italienerin. Er, Peter, Sohn eines Militärarztes, der beim Rückzug der Wehrmacht im Frühsommer 1944 von Partisanen in Gubbio getötet wird. Sie, Guglielmina, Tochter eines der 40 Bürger der Stadt, die als Vergeltung für das Attentat hingerichtet werden. Durch Zufall treten sie 60 Jahre später in Kontakt, schreiben einander Briefe, es kommt zu einem Treffen. Das bleibt für beide (und ihre Familien) eine Privatbeziehung, bis Guglielmina 2012 nach einer schweren Krankheit stirbt. Kurz vor ihrem Tod, übergibt sie den Briefwechsel dem Journalisten Giacomo Marinelli Andreoli, der auf dieser Grundlage eine Erzählung schreibt: Nel segno dei padri. La storia di Guglielmina e Peter – „Im Zeichen der Väter. Die Geschichte von Guglielmina und Peter“ – erschienen 2017 bei Marsilio (Venedig).
WIE ZWEI VERLORENE KINDER
Importante il suo impatto nel dibattito nazionale e internazionale sia sull’emigrazione, sia sulla questione contadina nel secolo passato. Peter Kammerer ricorda un dirigente politico, testimone, narratore e pittore nonché studioso di primissimo ordine. Urbino/Roma – Paolo Cinanni (1916-1988) è una figura emblematica per capire il “secolo breve” in Italia, in particolare il rapporto Nord-Sud e l’emigrazione di massa che dal Sud d’Italia si indirizza non solo verso il Nord, ma raggiunge, si può dire, tutte le parti del mondo. Il volume Emigrazione e imperialismo (1968), l’opera principale di Cinanni, tradotto in varie lingue, porta la dedica: “A mio padre, emigrato per ben sei volte oltreoceano, che ho conosciuto all’età di nove anni e per pochi mesi soltanto, prima che morisse del male contratto nell’emigrazione” . È il riassunto telegrafico di una tragedia, ma anche di una epopea calabrese e italiana che coinvolgerà Paolo per tutta la sua vita come dirigente politico, testimone, narratore e pittore nonché studioso di primissimo ordine.
PAOLO CINANNI – UN ALLEATO PREZIOSO
Die Fondazione Trussardi versucht in Mailand, unter der Leitung von Beatrice Trussardi, mit Gegenwartskunst in den Alltag hinein zu wirken und öffentliches Bewusstsein zu wecken Mailand – „Ich bin eine kulturelle Aktivistin.“ Beatrice Trussardi leitet die 1996 von ihrem Vater Nicola in Mailand gegründete Fondazione Trussardi. „Kunst ist für mich ein Mittel, die Notlagen, die Probleme der Welt zu verstehen,“ sagt die 47jährige in einem Gespräch mit Auslandsjournalisten der Foreign Press Milano. Die Trussardi Kulturstiftung hat gerade zusammen mit der Messe miart und dem Künstler Ibrahim Mahama aus Ghana das Projekt „A Friend“ konzipiert, bei dem die beiden neoklassizistischen Zollgebäude der Porta Venezia in Mailand für zwei Wochen mit Jutesäcken aus der afrikanischen Heimat des Künstlers verhängt wurden. Die historische Stadttoranlage am Beginn des Corso Buenos Aires, Mailands längster Einkaufsstraße, wurde so zu einem Symbol für den Zusammenhang von Konsum, Globalisierung und Emigration.
HEUTE HIER, MORGEN DA
Ein Maler und seine Leidenschaft – Die sizilianischen Meerstudien von Piero Guccione im Museo d’arte Mendrisio Mendrisio (Museo d’arte bis 30.6.) – Der Ort Scicli liegt an der südöstlichen Spitze Sizilien, wo die größte Insel Italiens bei der Punta Corvo über das Mediterraneo nach Afrika weist. Hier kam 1935 Piero Guccione auf die Welt. Das Meer mit all seinen Variationen wurde dem Maler zur ästhetischen Leidenschaft: „Mich fasziniert der absolute Stillstand des Meeres, das jedoch unentwegt in Bewegung bleibt.“ Das Museo d’arte Mendrisio (Tessin) zeigt jetzt das Spätwerk von Piero Guccione, der 2018 im Alter von 83 Jahren in Modica starb. Unter dem Titel La pittura come il mare („Malerei wie das Meer“) sind 56 Arbeiten vorwiegend in Öl- aber auch in Pastell-Technik zu sehen.
